Epidemie Britischer Ebola-Infizierter erreicht Londoner Klinik

Ein britischer Ebola-Infizierter wird ab sofort in einem Londoner Krankenhaus behandelt. Der 29-jährige Gesundheitshelfer hatte sich bei einem Einsatz in Sierra Leone mit dem gefährlichen Virus infiziert.

Royal Free Hospital: In diesem Krankenhaus wird ein mit dem Ebola-Virus infizierter Brite behandelt
REUTERS

Royal Free Hospital: In diesem Krankenhaus wird ein mit dem Ebola-Virus infizierter Brite behandelt


London - Der erste britische Ebola-Patient wird seit Montagmorgen in einer Klinik in London behandelt. Der 29-jährige Gesundheitshelfer hatte sich bei einem Einsatz in dem westafrikanischen Land Sierra Leone infiziert. Er wurde in der Nacht zum Montag mit einer speziell für Seuchenfälle ausgestatteten Maschine der britischen Luftwaffe nach London gebracht, wie der Sender BBC berichtet.

Der Krankentransport zum Royal Free Hospital im Londoner Viertel Hampstead wurde von einer Polizeieskorte begleitet. Der stellvertretende Chef des medizinischen Dienstes für England, John Watson, sagte, das Risiko einer Verbreitung von Ebola in Großbritannien sei sehr niedrig. Zuvor hatten bereits die USA und Spanien mit Ebola infizierte Hilfsarbeiter aus Westafrika zur Behandlung einfliegen lassen.

Bei dem britischen Patienten handelt es sich möglicherweise um einen Angestellten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte in Genf bekanntgegeben, dass sich einer ihrer internationalen Helfer in Sierra Leone mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert hat. "In den letzten sechs Monaten des Ausbruchs sind mehr als 225 Gesundheitshelfer erkrankt, fast 130 haben ihr Leben an die Krankheit verloren, die sie mit ihrer Arbeit eingrenzen wollten", heißt es in der Mitteilung.

Japan bietet noch nicht genehmigtes Medikament an

Nach WHO-Angaben sind seit März in Westafrika mindestens 1427 Menschen an Ebola gestorben. Am stärksten betroffen sind Sierra Leone, Liberia und Guinea. Auch in der Demokratischen Republik Kongo wurden Ebola-Fälle bestätigt. Diese sollen allerdings nicht mit der Epidemie in Westafrika zusammenhängen, sondern auf einen anderen Erregerstamm zurückgehen.

Um einen internationalen Beitrag zur Bekämpfung des Virus zu leisten, hat Japan angeboten, ein noch nicht genehmigtes Medikament gegen die Ebola-Seuche zur Verfügung zu stellen. Dies sei unter bestimmten Bedingungen möglich, auch wenn die Weltgesundheitsorganisation WHO noch keine entsprechende Anfrage gestellt habe, sagte ein Regierungssprecher in Tokio am Montag.

Im Notfall könnten Ärzte das unter der Bezeichnung T-705 geführte Medikament anfordern, sagte der Sprecher. Bei T-705 handelt es sich um das Grippemittel Favipiravir. Das Medikament hat sich in kleinen Tierversuchen als wirksam gegen das Ebola-Virus erwiesen. Der japanische Konzern Fujifilm Holdings und sein US-Partner MediVector verhandeln mit der US-Medikamentenaufsicht darüber, die Arznei auch zur Anwendung gegen Ebola zuzulassen.

irb/dpa/Reuters



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