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29. Dezember 2014, 20:23 Uhr

Lebensgefährliches Virus

Patientin in Schottland hat Ebola

Schottland hat seinen ersten Ebola-Fall: Das lebensgefährliche Virus ist bei einer medizinischen Helferin in Glasgow festgestellt worden. Dutzende Personen, die mit der Frau geflogen waren, sollen nun kontrolliert werden.

Glasgow - In Schottland ist der erste Ebola-Fall nachgewiesen worden. Die schottische Regierung berichtet, die Patientin sei eine medizinische Helferin, die Sonntagnacht aus dem westafrikanischen Sierra Leone zurückgekehrt war. Am Montagmorgen klagte sie über Unwohlsein und alarmierte die zuständigen Gesundheitsbehörden. Daraufhin wurde sie in eine Klinik in Glasgow eingeliefert, wo die Erkrankte auf die Intensivstation kam.

Laut schottischer Regierung war die Infizierte von Westafrika über Casablanca und den größten europäischen Flughafen London Heathrow nach Schottland geflogen.

Das Risiko, dass die Helferin womöglich andere Menschen auf dem Reiseweg angesteckt hat, schätzt die schottische Regierung als "extrem niedrig bis geringfügig" ein. Es würde jedoch überprüft, ob die Frau mit anderen in Kontakt gekommen sei. Jeder, der infektionsgefährdet sein könnte, würde kontaktiert und unter strenge Beobachtung gestellt. Den direkten Kontakt würden die Behörden etwa zu den anderen 71 Mitreisenden und der Crew des Fluges aufnehmen, die sich in derselben Maschine auf dem Weg nach Glasgow befunden hatten.

Ein weiterer Grund zur Entwarnung sei, dass die Frau bei den Kontrollen kurz vor den Abflügen in Sierra Leone sowie in London Heathrow nicht die typischen Symptome für eine Ebola-Erkrankung gezeigt hätte. Darunter fallen Fieber, Kopf-, Muskel- und Halsschmerzen, Durchfall oder Übelkeit. Den Zustand der Glasgower Patientin bezeichnete die Regierung als "stabil". Die Helferin würde "sobald wie möglich" in eine Isolierstation mit höchster Sicherheitsstufe in einem Londoner Krankenhaus gebracht.

In Großbritannien sind damit bislang zwei Ebola-Fälle festgestellt worden. Bereits im Oktober hatte sich ein medizinischer Helfer in Sierra Leone infiziert. Nach seiner erfolgreichen Behandlung in London kehrte er nach Westafrika zurück.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl der Ebola-Toten auf 7842 gestiegen, mehr als 20.000 Infizierte sind bekannt.

daf/AP/dpa/Reuters

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