Landesweite Katastrophenübung Großbritannien simuliert den Ebola-Ernstfall

Der britische Premierminister David Cameron lässt Ärzte, Politiker und Schauspieler den Ernstfall eines Ausbruchs der gefährlichen Ebola-Seuche durchspielen. Die Simulation soll Schwachstellen des Systems offenlegen.

Ankunftsterminal des Flughafens Heathrow: Übung für den drohenden Ernstfall
Corbis

Ankunftsterminal des Flughafens Heathrow: Übung für den drohenden Ernstfall


London - In Großbritannien wird am Samstag landesweit ein Ausbruch der gefährlichen Infektionskrankheit Ebola simuliert. Auf diese Weise soll getestet werden, ob das Gesundheitssystem einer solchen Situation Herr werden kann. "Es ist entscheidend, dass wir unsere Antworten auf einen möglichen Ausbruch an einer möglichst realen Situation testen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag in London.

An der achtstündigen Übung sollen neben Ärzten, Rettungskräften und Krankenhauspersonal auch Schauspieler beteiligt sein, die Kranke spielen werden. Die Szenerie soll so realitätsnah wie möglich aufgebaut sein. Während die "Kranken" Symptome darstellen, proben Helfer und Klinikpersonal den Umgang mit der Ausrüstung, die sie vor einer Ansteckung durch das Virus bewahren soll.

Auch Politiker wollen sich an der Aktion beteiligen. Gesundheitsminister Jeremy Hunt wird eine simulierte Sitzung des britischen Sicherheitskabinetts leiten. Die Übung hatte Premierminister David Cameron angeordnet.

Der Regierungschef war unter Druck geraten, weil die Entscheidung, an den Flughäfen Gatwick und Heathrow sowie am Eurostar-Zugterminal in London Ebola-Befragungen einzuführen, auf heftige Kritik stieß. Die Flughäfen erklärten, sie hätten keinerlei Instruktionen bekommen. Gesundheitsexperten betonten, die Kontrollen seien "völlige Zeitverschwendung".

mik/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ornitologe 11.10.2014
1. Bei dieser Gelegenheit
kann man bestimmt auch untersuchen, wie die neuen Quarantänelager mit Wachturm und Stacheldraht bei der Bevölkerung ankommen. Wenn es nicht so (sur)real wäre, könnte man sich in einem bekannten Sci-Fi Szenario wähnen.
Susi Sorglos 11.10.2014
2. Warum nur in UK ?
Der Umgang mit solchen Krankheiten sollte auch bei uns geübt werden. Wer klaren Verstandes ist, weiß, dass sich immer einer findet, durch dessen Unachtsamkeit ein Keim entkommen kann. Da sollten auch wir üben, zumal unsere vdL-Kriegerin ja Leute hinschickt.
spon_2890198 11.10.2014
3. Ansteckungsgefahr
Naja... in einer Stunde kommt meine Frau nachhause. Das erste was ich Sie frage ist, ob sie sich schon angesteckt hat. Was nützen mir die ganzen Vorsichtsmaßnahmen, wenn ich nicht einmal mehr vor meiner Frau sicher sein kann - schlielßlich hat sie jeden Tag mit 100terten von Person zu tun. Ich meide seit einem Monat jede Menschenmenge und ernähere mich nur noch von selbstangebauten Produkten, die ich mir beim Bauer hole.
kraichgau12 11.10.2014
4. wer nicht unter 40 ist,kennt noch die alte BRD....
wo regelmaessig übungen des zivilschutzes regional,örtlich und überregional abliefen....alles weg gespart,zu tode gekürzt und hirnfrei beseitigt,da man ja nur noch von "Freunden" umgeben ist. Natürlich ist die Veranstaltung show,denn weggespartes Personal und Material fällt auch in Britain dann nicht direkt vom Himmel,aber es ist wenigstens ein richtiges Zeichen und erzeugt das Bewusstsein, das wenigstens etwas ernst genommen wird unsere pappnasen in B,sind die eigentlich noch in den sommer,oder schon in den herbstferien? mutti als lideri vorran?
brandmeister 11.10.2014
5.
Zitat von Susi SorglosDer Umgang mit solchen Krankheiten sollte auch bei uns geübt werden. Wer klaren Verstandes ist, weiß, dass sich immer einer findet, durch dessen Unachtsamkeit ein Keim entkommen kann. Da sollten auch wir üben, zumal unsere vdL-Kriegerin ja Leute hinschickt.
Das wird hier schon seit Jahrzehnten geübt. Das sind meistens Situationen, wo Bürger wie Sie sagen: "Da fahren die Deppen wieder mit Tatütata."
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.