Ebola-Epidemie Guinea startet Impfstoff-Test

Lässt sich die Ebola-Epidemie mit einem Impfstoff eindämmen? In Guinea hat ein Expertenteam einen Test mit der Vakzine VSV-EBOV begonnen. Etwa 10.000 Menschen sollen geimpft werden.

Impfung: In Guinea haben Experten damit begonnen, die Wirksamkeit von VSV-EBOV zu testen
AP/dpa

Impfung: In Guinea haben Experten damit begonnen, die Wirksamkeit von VSV-EBOV zu testen


Conakry - Der Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika läuft weiter auf Hochtouren. In Guinea, einem der drei betroffenen Länder, haben Experten jetzt eine Testreihe zur klinischen Wirksamkeit eines neuen Impfstoffs gegen Ebola begonnen. VSV-EBOV heißt die Substanz, die von Kanadas Agentur für öffentliche Gesundheit entwickelt wurde.

Der Impfstoff werde zunächst in einem Dorf im westlichen Bezirk Coyah an Erwachsenen erprobt, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch mit. Schwangere Frauen dürften allerdings nicht teilnehmen, hieß es.

Der WHO-Beauftragte in Guinea, Jean-Marie Dangou, bezeichnete die Tests als "wichtigen Meilenstein". Der Impfstoff werde in Form einer sogenannten Ringimpfung verabreicht. Dabei werden alle Kontaktpersonen eines Ebola-Patienten geimpft. Dies soll einen Immunitätsring schaffen, der es verhindert, dass sich das Virus weiter ausbreitet, so die WHO.

VSV-EBOV besteht wie andere Ebola-Vakzine im Prinzip aus harmlosen Viren, die genetisch verändert wurden, sodass sie ein bestimmtes Protein des Ebolavirus produzieren. Sie regen das Immunsystem an, Antikörper gegen dieses Protein herzustellen. In den kommenden sechs bis acht Wochen sollen rund 10.000 Menschen an der Testreihe teilnehmen. Sie werden anschließend rund drei Monate überwacht.

Nach dem Ausbruch der Seuche im Dezember 2013 in Guinea hatte sich das Virus schnell in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Insgesamt sind weltweit fast 10.200 Menschen daran gestorben. Bereits vor einem Monat hatten in Liberia Testreihen mit zwei potenziellen Impfstoffen begonnen. Insgesamt rechneten die Organisatoren hier mit 27.000 Teilnehmern.

In dem Land hatte es große Hoffnung gegeben, dass es bald für Ebola-frei erklärt werden könnte. Doch nach Wochen ohne einen neuen Ebola-Fall wurde vergangenen Freitag eine Patientin in der Hauptstadt Monrovia positiv auf das Virus getestet. Ein Land gilt dann offiziell als frei von Ebola, wenn über einen Zeitraum von 42 Tagen kein neuer Fall gemeldet wurde.

Die Frau hatte offenbar sexuellen Kontakt zu einem Mann, der das Ebolafieber überlebt hatte. Übertragungen durch Sperma beim Geschlechtsverkehr sind laut Robert Koch-Institut (RKI) noch mehrere Wochen lang möglich. Die WHO rät Männern, die eine Ebola-Infektion überstanden haben, rund drei Monate sexuell enthaltsam zu bleiben oder Kondome zu nutzen.

cib/dpa

insgesamt 5 Beiträge
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egal 26.03.2015
1. Oh mein Gott!!
Laßt das hier nicht unsere amethystenwedelnden Impfgegner hören. Impfen tötet. Lieber die Erkrankung durchmachen, issesich viel besser. Zwar blöd, dass dies bei Ebola nur 5-10 pro hundert überlebten, aber dies würde unsere Impfgegner nicht fuchsen. Mal im ernst: Ich hoffe, es funktioniert und wird finanziert, auch gerade für jene, die es sich nicht leisten könnten
kraichgau12 26.03.2015
2. schon erstaunlich
wie immer wieder beiträge,die sich klar auf das Thema beziehen,aber wohl nicht ins korrekte Weltbild passen,verschwinden: also noch einmal, die wirklich wichtige nachricht kommt im letzten absatz.... naemlich die, das die Patientin(der Patient durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem/einer als "Geheilt" entlassenen Person erkrankte diese Möglichkeit stand seit Monaten im Raum,wurde aber immer als abwegig abgetan insofern ist KEIN Patient, der entlassen wurde, geheilt, sondern weiter ansteckend,für wochen/monate
cindy2009 27.03.2015
3. von wegen
Zitat von kraichgau12wie immer wieder beiträge,die sich klar auf das Thema beziehen,aber wohl nicht ins korrekte Weltbild passen,verschwinden: also noch einmal, die wirklich wichtige nachricht kommt im letzten absatz.... naemlich die, das die Patientin(der Patient durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem/einer als "Geheilt" entlassenen Person erkrankte diese Möglichkeit stand seit Monaten im Raum,wurde aber immer als abwegig abgetan insofern ist KEIN Patient, der entlassen wurde, geheilt, sondern weiter ansteckend,für wochen/monate
Wo auch immer Sie die Abwegigkeit her haben... http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ebola-who-raet-maennern-zu-drei-monaten-enthaltsamkeit-nach-infektion-a-1005582.html
kraichgau12 27.03.2015
4. @cindy
ich habe diesen artikel gelesen,ebenso seine verharmlosende gesamtbilanz in direkter folge waere cb der doc in den USA immer noch ein risiko faktor, ebenso einige der schwestern,die behandelt wurden das dieses risiko bisher nicht weiter erwaehnt wurde,verwundert schon sehr..gerade in bezug auf afrika
sumoh 28.03.2015
5.
Zitat von kraichgau12ich habe diesen artikel gelesen,ebenso seine verharmlosende gesamtbilanz in direkter folge waere cb der doc in den USA immer noch ein risiko faktor, ebenso einige der schwestern,die behandelt wurden das dieses risiko bisher nicht weiter erwaehnt wurde,verwundert schon sehr..gerade in bezug auf afrika
Moin Kraichgau! Immer noch in Sachen Ebola unterwegs? Es handelt sich bei der vermeintlich "verharmlosenden Gesamtbilanz" um das Berichten von Fakten! Nachgewiesen ist eine Uebertragung via Sperma noch nirgendwo. In zwei Faellen hat man Reste des Ebolavirus gefunden, die moeglicherweise funktionsfaehig gewesen sein koennten. Ergo: besser vorsichtig sein, man weiss ja nie... Bitte erklaeren Sie doch mal, wieso die Schwestern ein Risko darstellen sollen. Es geht um Sperma = Samenfluessigkeit!
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