Ebola-Epidemie in Westafrika "Was jetzt passiert, ist entscheidend"

Die Infektionszahlen sinken, trotzdem wird in Westafrika gegen die Ebola-Epidemie noch immer mit ganzer Kraft gekämpft. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon rief alle Länder der Welt zur Hilfe auf.

Helfer in Sierra Leone (Archivbild): So lange es noch einen Fall gibt, kann die Epidemie jederzeit wieder aufflammen
AP

Helfer in Sierra Leone (Archivbild): So lange es noch einen Fall gibt, kann die Epidemie jederzeit wieder aufflammen


Auch wenn sich immer weniger Menschen mit Ebola infizieren, bleibt die Lage in Westafrika angespannt. Solange es nur einen Fall gebe, seien alle Länder gefährdet, sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag. "Wir sind auf der Zielgeraden, was jetzt passiert, ist entscheidend." Er rief die Welt dazu auf, die betroffenen Regionen so lange beim Kampf gegen die tödliche Krankheit zu unterstützen, bis diese besiegt sei.

Bei dem bislang größten Ebola-Ausbruch der Geschichte sind mehr als 11.100 Menschen gestorben; mehr als 27.000 Menschen haben sich infiziert. Liberia gilt zwar seit Anfang Mai als Ebola-frei, in den beiden anderen, am stärksten betroffenen Ländern sei der Kampf jedoch noch nicht gewonnen, warnte Ban.

In Guinea gab es in der Woche bis zum 24. Mai neun bestätigte Ebola-Fälle, in Sierra Leone drei. Jeder Fehler bei der Überwachung könne es dem Virus ermöglichen, sich erneut zu verbreiten, so Ban.

Gefährliche Traditionen

Bis der Ausbruch beendet ist, rechnen die Vereinten Nationen in Sierra Leone mit ein paar Wochen. Deutlich schwieriger sei die Situation in Guinea, erklärte der Ebola-Beauftragte der Vereinten Nationen David Nabarro. Demnach halten die Menschen dort in manchen Gegenden an gefährlichen Traditionen fest.

Dazu zählen vor allem Begräbnisse, bei denen die Angehörigen die Toten berühren. Durch den Kontakt solle der Geist der Gestorbenen auf anderen Personen der Gemeinschaft übergehen, erklärt Nabarro. Um das Vertrauen der Betroffenen zu bekommen, arbeiten die Helfer vor Ort mit Anthropologen, religiösen Führern und lokalen Politikern zusammen.

Auch treten in Guinea immer wieder Fälle auf, bei denen unklar ist, wie sich die Menschen angesteckt haben. In Sierra Leone sind die Helfer schon einen Schritt weiter. Dort gehe der Trend dahin, dass neue Infektionen auf bekannte Infektionen zurückgeführt werden könnten und Erkrankte schnell in die Behandlungszentren kämen, berichtet Nabarro.

Anfängliches Versagen

Nur wenn alle Erkrankten früh isoliert werden und alle ihre Kontakte beobachtet werden, ist es möglich, die Verbreitung des Virus endgültig zu stoppen. Dies zu erreichen, sei wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen, sagte Nabarro in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP.

Vermutlich hätten unzählige Menschenleben gerettet werden können, wenn Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie viel früher und effizienter ergriffen worden wären. Besonders die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte der Weltgemeinschaft vorgeworfen, zu spät auf die Ebola-Epidemie reagiert zu haben. Auch die Hilfseinsätze der Bundesregierung liefen erst nach einem drastischen Hilferuf der liberianischen Staatspräsidentin an.

irb/AP

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
tssd47 04.06.2015
1.
Ich verstehe den ganzen Hype um Ebola nicht mehr. Anfangs war ich auch geschockt von den Bildern und Berichten. Dann habe ich einen Bericht im Deutschlandfunk über das Medizinversorgungssystem in Ruanda gehört. Seit vielen Jahren hat nun Ruanda kein besonderes Ebolaproblem mehr, und das alles mit einfachen Hygiene- und Meldepflichten. Schaut man sich im Vergleich zu diesem größten Ebola-Ausbruch der Geschichte, wo mehr als 11100 Menschen starben einmal die Zahl der Sterbefälle am Influenzavirus in Deutschland vom Winter 2012-13 an, wo 20000 Menschen starben, oder 2008-09, wo 18000 Menschen in D starben, so erscheint Ebola nicht wirklich wesentlich bedrohlicher, oder?
Sprachlos76 04.06.2015
2.
Zitat von tssd47Ich verstehe den ganzen Hype um Ebola nicht mehr. Anfangs war ich auch geschockt von den Bildern und Berichten. Dann habe ich einen Bericht im Deutschlandfunk über das Medizinversorgungssystem in Ruanda gehört. Seit vielen Jahren hat nun Ruanda kein besonderes Ebolaproblem mehr, und das alles mit einfachen Hygiene- und Meldepflichten. Schaut man sich im Vergleich zu diesem größten Ebola-Ausbruch der Geschichte, wo mehr als 11100 Menschen starben einmal die Zahl der Sterbefälle am Influenzavirus in Deutschland vom Winter 2012-13 an, wo 20000 Menschen starben, oder 2008-09, wo 18000 Menschen in D starben, so erscheint Ebola nicht wirklich wesentlich bedrohlicher, oder?
Was denken Sie, wäre passiert, wenn das Virus nicht mit aller Kraft eingedämmt worden wäre, wieviele zigtausend Tote es mehr geworden wären? Oder vielleicht ist der Umkehrschluß einleuchtender: Wie wenige Menschen wären in Deutschland am Influenzavirus gestorben, wäre jeder Fall in Quarantäne mit bestmöglicher Versorgung gekommen? Vermutlich nur eine Handvoll statt 20.000. Vielleicht verstehen Sie jetzt die unterschiedliche Dimension und die Gefährlichkeit von Ebola. Sie hätten sich natürlich auch als freiwilliger Helfer in den betroffenen Ländern melden können, wo Ebola ja kaum schlimmer ist als ein Influenzavirus. OK, das war unterste Schublade, ich gebe es zu. Aber diese Verharmlosung hat mich einfach verärgert.
kuac 04.06.2015
3.
Zitat von tssd47Ich verstehe den ganzen Hype um Ebola nicht mehr. Anfangs war ich auch geschockt von den Bildern und Berichten. Dann habe ich einen Bericht im Deutschlandfunk über das Medizinversorgungssystem in Ruanda gehört. Seit vielen Jahren hat nun Ruanda kein besonderes Ebolaproblem mehr, und das alles mit einfachen Hygiene- und Meldepflichten. Schaut man sich im Vergleich zu diesem größten Ebola-Ausbruch der Geschichte, wo mehr als 11100 Menschen starben einmal die Zahl der Sterbefälle am Influenzavirus in Deutschland vom Winter 2012-13 an, wo 20000 Menschen starben, oder 2008-09, wo 18000 Menschen in D starben, so erscheint Ebola nicht wirklich wesentlich bedrohlicher, oder?
Das werden Sie verstehen, falls in DE einen ersten Ebola-Fall bekannt werden sollte. ZB. ein Kind in einer Schule oder Kindergarten.
at@at 04.06.2015
4. Ruanda?
Seit wann hatte Ruanda denn jemals einen Ebolaausbruch? Oder meinten Sie Uganda? Da trat in der Tat schon mehrfach Ebola auf. Natürlich kann ein besseres Gesundheitssystem die Ausbreitung verhindern - aber dazu muss man erst einmal wissen, mit was man es zu tun hat. In Westafrika, wo jetzt der große Ausbruch stattgefunden hat, war Ebola bis dahin unbekannt - also auch, was für Gegenmaßnahmen man ergreifen muss. Zudem sind in Zentralafrika bisher fast ausschließlich abgelegene Gebiete betroffen gewesen, da ist die Isolation von Kranken und die Nachvollziehbarkeit der Kontakte sehr viel einfacher als jetzt, wo Ebola in Großstädten gewütet hat.
tssd47 04.06.2015
5. Deutschlandfunk
Es war im Deutschlandfunk Hintergrund von Franziska Badenschier: "Warum Ebola auch ein Symptom ist" vom 20.1.2015. Dabei haben zwei Staaten in Ostafrika bewiesen, dass medizinische Miseren überwunden werden können – speziell in Sachen Ebola, allgemein in Sachen Gesundheitswesen. Uganda und Ruanda könnten gerade jetzt Vorbilder sein, sagen verschiedene Experten, darunter auch der Gesundheitssysteme-Forscher Jean-Pierre Unger. Dass man bei dem akuten Ebola-Ausbruch in Westafrika etwas tun musste bestreite ich nicht. Andere der ärmsten Länder Afrikas zeigen jedoch, wie es geht. Ich fürchte nur, dass die "westliche Welt" in ihrem meist eher eigennützigen Drang zur Hilfe wieder ein unbezahlbares und damit nicht nachhaltig wirkendes System den Afrikanern überstülpen wird.
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