Ebola in Westafrika Wir müssen helfen!

Seit 40 Wochen wütet Ebola - noch immer ungebremst. In Westafrika können lediglich wenige Kranke behandelt werden. Nur wenn die Gefahr dort gebannt wird, kann auch der Rest der Welt aufatmen.

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Verzweiflung: Der Leiter einer Dorfgemeinschaft, nachdem ein Beerdigungs-Team die Leiche eines Ebola-Patienten abgeholt hat
Getty Images

Verzweiflung: Der Leiter einer Dorfgemeinschaft, nachdem ein Beerdigungs-Team die Leiche eines Ebola-Patienten abgeholt hat


3865 Tote, 8032 Infizierte in 40 Wochen: Das ist die aktuelle Bilanz der Ebola-Epidemie in Westafrika. Die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Fälle ist hoch und eine Besserung der Lage nicht in Sicht. Während sich der Blick der westlichen Welt zunehmend auf die Krankheitsfälle in den USA und Spanien richtet, bleibt die Situation in den westafrikanischen Ländern katastrophal, wie der aktuelle Lagebericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt.

Die Situation in Guinea, Liberia und Sierra Leone verschlechtere sich zunehmend, heißt es da, das Ebolavirus verbreite sich umfassend weiter. "Es gibt keine Belege dafür, dass die Ebola-Epidemie in Westafrika unter Kontrolle gebracht wurde." Flaut die Epidemie in einer Region ab, erobert sie die nächste. Besonders brisant: Aktuell häufen sich neue Fälle an der Grenze zur Elfenbeinküste, auf der Karte der WHO ziert die Region Lola in Guinea ein roter Fleck.

Die internationale Gemeinschaft hofft auf bessere Botschaften, doch wenn sie nicht bald eingreift, wird sich nichts ändern, auch nicht im Hinblick auf die Bedrohung des Westens. In Liberia gibt es laut WHO aktuell 620 Plätze, um Ebola-Patienten zu behandeln, geschätzte 2930 müssten es sein. Ähnlich verheerend ist die Situation in Sierra Leone, dort kommen auf 304 Betten in speziellen Krankenstationen schätzungsweise 1148 Erkrankte.

Acht von zehn Kranken werden nicht behandelt

Selbst wenn alle Todkranken den Weg in eines der Behandlungszentren fänden, müssten die Helfer sieben bis acht von zehn nach Hause schicken. Mit fatalen Folgen: Im Kreis ihrer Verwandten können die Infizierten das Virus weitergeben, über Körperflüssigkeiten wie ihren Schweiß, ihr Erbrochenes, ihr Blut.

Der jetzt verstorbene Patient aus Dallas etwa infizierte sich, als er sich bemühte, eine Schwangere in einer Krankenstation unterzubringen. Ohne Erfolg. Er musste der kranken 19-Jährigen wieder nach Hause helfen. Dort starb sie, genauso wie ihr 21-jähriger Bruder. Ihre Familie teilt das Schicksal mit vielen weiteren. Aktuell lässt sich schwer abschätzen, wie hoch der Anteil der Infizierten ist, die das Ebolafieber überleben, Experten gehen von 25 bis 30 Prozent aus.

Es heißt zwar häufig, dass rund 50 Prozent der Infizierten überleben. Diese Schätzung entsteht jedoch durch einen Denkfehler: Aktuell haben die Behörden mehr als 8000 Infizierte gezählt. Wie viele von ihnen noch sterben, wird sich erst in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Die aktuell knapp 4000 gezählten Toten wird diese Zahl sicher übersteigen.

Zu Ebola kommt der Hunger

Hinzu kommt der Hunger. Die Preise für Grundnahrungsmittel, vor allem für Reis, sind in Sierra Leone um 40 Prozent gestiegen, schreibt die Welthungerhilfe. In Liberia kostete ein 25-Kilo-Sack Reis vor dem Ausbruch der Epidemie etwa 11,90 Euro, inzwischen sind es 16,70 Euro. Aufgrund von Krankheit und Ausgangssperren können die Menschen ihre Felder nicht mehr bestellen, Tagelöhner ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Gespartes haben die meisten nicht.

Das World Food Programme der Vereinten Nationen rechnet mittlerweile mit mehr als einer Million Menschen, die es in Guinea, Liberia und Sierra Leone mit Lebensmitteln zu versorgen gilt. Zusammengerechnet leben in den Ländern etwa 22 Millionen Menschen. Knapp jeder Zwanzigste ist von Hunger bedroht, neben dem Virus.

Um die Epidemie in Westafrika einzudämmen, müssten laut Modellrechnungen der US-Seuchenschutzbehörde CDC mindestens 70 Prozent der Infizierten behandelt und unter Quarantäne gestellt werden. Doch davon sind die Helfer vor Ort momentan weit entfernt. Je länger es dauert, dieses Ziel zu erreichen, desto mehr Menschen infizieren sich.

Es muss etwas passieren. Schnell.

Spenden für die Ebola-Krisengebiete
Ärzte der Welt e.V.

Stichwort: Ebola

Deutsche Kreditbank (DKB)

IBAN: DE06 1203 0000 1004 3336 60

BIC: BYLADEM1001

Internet: www.aerztederwelt.org

Ärzte ohne Grenzen e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00

BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.aerzte-ohne-grenzen.de

Spenden bei Ärzte ohne Grenzen sind nicht zweckgebunden.

Cap Anamur

Stichwort: Ebola

Sparkasse KölnBonn

IBAN: DE85 3705 0198 0002 2222 22

BIC: COLSDE33

Internet: www.cap-anamur.org

Caritas international

Stichwort: Ebola-Hilfe

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

BIC: BFSWDE33KRL

Internet: www.caritas-international.de

Deutsches Rotes Kreuz

Stichwort: Ebola

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE63 3702 0500 0005 0233 07

BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.drk.de

Diakonie Katastrophenhilfe

Stichwort: Ebola

Ev. Darlehensgenossenschaft

IBAN: DE26 2106 0237 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EDG

Internet: www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Don Bosco Mondo e.V.

Stichwort: Ebola

Pax-Bank eG

IBAN: DE10 3706 0193 3040 5060 70

BIC: GENODED1PAX

Internet: www.don-bosco-mondo.de

German Doctors e.V.

Stichwort: Ebola-Hilfe

Evangelische Bank

IBAN: DE12 5206 0410 0004 8888 80

BIC: GENODEF1EK1

Internet: www.german-doctors.de

humedica e.V.

Stichwort: Ebolahilfe

Sparkasse Kaufbeuren

IBAN: DE35 7345 0000 0000 0047 47

BIC: BYLADEM1KFB

Internet: www.humedica.org

I.S.A.R. Germany

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE25 3702 0500 0001 1825 00

BIC: BFSWDE33xxx

Internet: www.isar-germany.de

Misereor

Stichwort: Ebola Krise

Pax Bank Aachen

IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10

BIC: GENODED1PAX

Internet: www.misereor.de

Oxfam Deutschland e.V.

Stichwort: EBOLA

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE60 3702 0500 0008 0905 01

BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.oxfam.de

Plan International Deutschland e.V.

Stichwort: Ebola

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE86 2512 0510 0009 4449 44

BIC: BFSWDE33HAN

Internet: www.plan-deutschland.de

Save the Children

Stichwort: Ebola-Nothilfe

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE92 1002 0500 0003 2929 12

BIC: BFSWDE33BER

Internet: www.savethechildren.de

SOS Kinderdorf

Stichwort: Ebola

Bankhaus Lampe

IBAN: DE84 4802 0151 0003 0200 02

BIC: LAMPDEDDXXX

Internet: www.sos-kinderdorf.de

Unicef

Stichwort: Ebola

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00

BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.unicef.de

Welthungerhilfe e.V.

Stichwort: Ebola-Epidemie

Sparkasse Köln/Bonn

IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15

BIC: COLSDE33

Internet: www.welthungerhilfe.de

World Vision Deutschland

Stichwort: Ebola

Evangelische Kreditgenossenschaft

BAN: DE91 5206 0410 0004 0007 81

BIC: GENODEF1EK1

Internet: www.worldvision.de

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
dennis3110 10.10.2014
1. dem ist nicht viel hinzuzufügen
außer dem wichtigen Punkt, dass mit sofortiger Wirkung für mindestens vier Wochen sämtlicher Flugverkehr aus den betroffenen Regionen ,sowohl innerhalb wie außerhalb des Kontinents, einzustellen ist. Helfer und vor allem Experten der Hilfsorganisationen und Regierungen können sich zur Not auch mit eigenen oder Charter Maschinen behelfen.
firefly 10.10.2014
2.
Ich möchte ja nicht pessimistisch klingen, aber die Fallzahlen steigen exponentiell, wenn man jetzt schon nur 20% der Infizierten versorgen kann, wird man auch mit der jetzt anrollenden Hilfe am Ende nichts mehr erreichen. Nach neusten Schätzungen der CDC gibt es inzwischen mehr als 30.000 Infizierte.
kraichgau12 10.10.2014
3. ich kann mich noch gut erinnern,im mai/juni verlacht worden zu sein..
damals ging die diskussion über diesen ausbruch los und damals wurde ich sehr oft darauf hingwiesen,was für einen guten job die who doch machen würde... ebenso wurde kategorisch ausgeschlossen, das dieses virus in der westlichen welt ankommt. es ist bezechnend, das mittlerweile offen vom versagen des WHO-africa Abteilung,einer komplett korrumpierten abteilung berichtet wird(was ich schon früh anmerkte)... helfen? gern, militär und qualifizierte Hilfskräfte, Linienflüge sofort stoppen und durch kontrollierte luftbrücke ersetzen, im idealfall mit quarantäne vor abflug
nachtmacher 10.10.2014
4. Wir können uns
doch mittlerweile selbst nicht mehr helfen. Selbst Gelder, die für Betroffene von Überschwemmungen bereitgestellt wurde, werden mittlerweile zur Unterbringung von Flüchtlingen verwendet. Wir haben keine Flugzeuge, keine Hubschrauber. Isolierbetten in Krankenhäusern gibt es in ganz D ungefähr 50. Selbst die BW kann Freiwillige weder hinfliegen, noch zurückholen. Geschweige denn die notwendige Logistik aufbauen oder für den Schutz sorgen. Vielleicht hätte man doch nicht 100 Milliarden für die Energiewende verbraten sollen...
otelago 10.10.2014
5. Kein Kamikaze - Schluss mit den prekären Arbeitsbedingungen
Viele Leute sind dafür zu helfen, in Afrika oder hier. Die einen eher vorsichtig zurückhaltend, weil sie wissen, daß es gefährlich ist. Für andere spielen Befürchtungen kaum eine Rolle. Diejenigen, die Hilfe fordern, fordern aber einige wenige ihrer Mitbürger, nämlich Personal im Gesundheitswesen auf, sich in akute Lebensgefahr zu begeben. Es ist schon mutig, anderen dermaßen in den Hintern zu treten, während man Abends ins Kammerkonzert geht. Was wäre denn vernünftig? - einerseits möchte man den Menschen vor Ort helfen - weiterhin will man die Ausbreitung vermeiden - dann möchte, oder sollte man, mehr wissen, wie mit Ebola umzugehen ist, wieso manche Leute von allein überleben, wie sich eigentlich all die Helfer, auch Fachleute, anstecken - und man kann das eigene System prüfen, vorbereiten, anpassen. Fazit bisher: - auch Helfer in Isolierstationen stecken sich an - auch Kranke unter Maximalversorgung sterben Fazit: Der beste bekannte Schutz gegen Ebola in gefährdeten Umgebungen (Krankenzimmer zb) ist der Laborstandard S4. Das Personal trägt Druckanzug mit externer Luftzufuhr, die Einhaltung aller Vorkehrungen muß ständig geprüft werden. Wer Hilfe fordert, muß den Helfern diesen Schutz gewährleisten können. Fazit: Er muß dafür Sorge tragen. Entsprechend die Umsetzung durchführen. Dafür sorgen, daß esbei der BWE oder in Kliniken derartigen Schutz überall gibt wo notwendig. Also im mobilen Krankenhaus, im Med Evac Flugzeug, in deutschen Kliniken. Befund: Die vollmundigen Annahmen und Behauptungen sind luftleer. Krankenschwestern undÄrzte in deutschen Kliniken oder im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen müssen mit diesen maximalen Schutzausrüstungen ausgestattet sein, bevor man sie der Gefahr aussetzt. Alles andere ist nicht zu verantworten.
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