Epidemie in Westafrika USA warnen vor Reisen in Ebola-Gebiete

In Liberia und Sierra Leone herrscht Notstand wegen der Ebola-Epidemie, nun warnen die USA vor Reisen in die Länder, zwei infizierte US-Bürger sollen zur Behandlung ausgeflogen werden. Auch das Auswärtige Amt rät von Reisen in die Gebiete ab.

Eine Krankenschwester in Liberia: 100 Millionen gegen die weitere Ausbreitung
DPA

Eine Krankenschwester in Liberia: 100 Millionen gegen die weitere Ausbreitung


New York - US-Bürger sollten angesichts der Ebola-Ausbreitung in Westafrika nicht mehr nach Guinea, Liberia und Sierra Leone reisen. Das teilte die US-Gesundheitsbehörde mit. Mehr als 700 Menschen seien dort bereits an dem Virus gestorben. Mit der Reisewarnung sollten nicht nur die Bürger vor einer Ansteckung bewahrt, sondern auch die Krankenhäuser vor Ort entlastet werden, die sich um die Touristen im Fall von Verletzungen oder anderen Krankheiten kümmern müssten.

Auch das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen in die drei betroffenen Staaten ab. Trotz internationaler Bemühungen sei ein Ende der Epidemie nicht absehbar, heißt es in den aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Ministeriums . Die medizinische Versorgung in den betroffenen Staaten sei defizitär. Eine Ausbreitung der Infektionskrankheit in Nachbarländer sei nicht auszuschließen.

Zwei US-Bürger, die in Westafrika an Ebola erkrankt waren, sollten zur Behandlung in die Vereinigten Staaten ausgeflogen werden. Ein entsprechend ausgestattetes Charterflugzeug sei auf dem Weg nach Liberia, um die beiden Helfer - einen Mann und eine Frau - an Bord zu nehmen, berichtete der US-Sender CNN. Die beiden seien in einem ernsten Zustand, aber stabil.

Die Ebola-Epidemie war im März in Guinea ausgebrochen und hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es ist die erste Ebola-Epidemie in Westafrika und die bisher schwerste weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich beim aktuellen Ausbruch 1323 Menschen mit Ebola infiziert, 729 von ihnen starben.

WHO legt 100-Millionen-Dollar-Programm auf

Mit einem 100-Millionen-Dollar-Programm will nun die WHO den Kampf gegen eine weitere Ausbreitung stärken. Mit den Mitteln soll unter anderem deutlich mehr medizinisches Personal eingesetzt werden können. Der Aktionsplan sieht auch stärkere Maßnahmen zur Aufklärung vor. "Die Lage ist außer Kontrolle", sagte Mariano Lugli, Koordinator von Ärzte ohne Grenzen. Das Virus sei nicht zu stoppen, lokale Gesundheitsbehörden seien überfordert.

Liberia hatte am vergangenen Wochenende den nationalen Notstand ausgerufen und seine Grenzen geschlossen. Ausnahmen sind lediglich zwei Flughäfen und drei andere Grenzpunkte, an denen aber Zentren eingerichtet wurden, um Ein- und Ausreisende auf eine mögliche Erkrankung zu prüfen. Inzwischen hat auch Sierra Leone den Notstand erklärt.

Medikamente gegen Ebola gibt es nicht, doch steigert eine frühzeitige Behandlung der Symptome die Überlebenschancen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich das Virus durch Körperflüssigkeiten.

vks/dpa/AP

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Seite 1
fatherted98 01.08.2014
1. Die Pest...
...des 21. Jahrhunderts. Ebola ist hochgradig ansteckend...das vor Reisen in diese Gebiete gewarnt wird, ist wohl klar. Was aber können wir tun? Die ärztliche Versorgung unterstützen...aber mal ehrlich...welcher Arzt will sich diesen Risiken aussetzen...die Bevölkerung hält sich...verständlicherweise....nicht an die Vorgaben der totalen Isolation. Zwangsweise kann man die Leute auf Dauer nicht isolieren...also wird sich die Krankheit ausbreiten....ein schreckliches Szenario.
lupenreinerdemokrat 01.08.2014
2.
Zitat von sysopDPAIn Liberia und Sierra Leone herrscht Notstand wegen der Ebola-Epidemie, nun hat die US-Regierung vor Reisen in die Länder gewarnt. Zwei infizierte US-Bürger sollen zur Behandlung in die Vereinigten Staaten ausgeflogen werden. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ebola-epidemie-in-westafrika-reisewarnung-von-us-behoerden-a-983943.html
Interessant wäre zu erfahren, wie sich die beiden Ärzte angesteckt haben. Ihnen dürften die Verhaltensregeln ja eindeutig bekannt gewesen sein und es ist auch anzunehmen, dass sie sich daran hielten. Wie kam es dann also zu einer Ansteckung? Wird der Virus vielleicht doch nicht NUR durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen? Sind solche Körperflüssigkeiten womöglich auch Tröpfchen durch Ausatmen der Patienten in der Luft? Vielleicht ist die Ansteckungsgefahr ja auch weit größer und gefährlicher, als bisher bekannt gegeben bzw. man weiß noch nicht über alle Ansteckungswege Bescheid?
Tiananmen 01.08.2014
3.
Zitat von fatherted98...des 21. Jahrhunderts. Ebola ist hochgradig ansteckend...das vor Reisen in diese Gebiete gewarnt wird, ist wohl klar. Was aber können wir tun? Die ärztliche Versorgung unterstützen...aber mal ehrlich...welcher Arzt will sich diesen Risiken aussetzen...die Bevölkerung hält sich...verständlicherweise....nicht an die Vorgaben der totalen Isolation. Zwangsweise kann man die Leute auf Dauer nicht isolieren...also wird sich die Krankheit ausbreiten....ein schreckliches Szenario.
An diesem Kommentar ist schlicht alles falsch. Sowohl die Primär-Infektion vom Wildtier wie auch die Übertragung von Mensch zu Mensch würden sich gut beherrschen lassen, wenn man den Leuten das beibringen könnte. Nicht Ebola ist die Pest, sondern der Mangel jeder Spur von Bildung und das Fehlen von Information. Liberia z.B. hält nicht einmal eine Aufklärungskampagne für nötig. Dabei ist Liberia die Gründung von US-amerikanischen Schwarzen. Ich sehe überhaupt nichts für *verständlich* an. Zur Zeit der Pest in Europa, in unserem Mittelalter, als kein Mensch über die Mechanismen der Übertragung etwas wissen konnte, wurden in Venedig, Genua und anderen oberitalienischen Städten Isolationsmaßnahmen ergriffen. Heute steht die notwendige Information bereit und es geschieht: nichts. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es ohne die „Ärzte ohne Grenzen“ aussehen würde.
rst2010 01.08.2014
4. ich dachte,
es gibt keine behandlung. man kann die kranken nur pflegen. lupenreinerdemokrat: stand schon mehrmals in den artikeln. es kommt scheinbar öfters vor sich z.b. aus versehen zu stechen, v.a. wenn man völlig übermüdet ist.
firenafirena 01.08.2014
5. Eine "Pflege" IST Behandlung
Zitat von rst2010es gibt keine behandlung. man kann die kranken nur pflegen. lupenreinerdemokrat: stand schon mehrmals in den artikeln. es kommt scheinbar öfters vor sich z.b. aus versehen zu stechen, v.a. wenn man völlig übermüdet ist.
Es kann durchaus einen großen Unterschied machen, ob man den Erkrankten - wie es vor Ort leider oftmals nur möglich ist - lediglich mit Infusionen, Schmerzmitteln und vielleicht einigen wenigen Präparaten zur Unterstützung des Kreislaufs aushelfen kann, oder die volle Palette an Hochleistungs-Medizin in Form von Dialyse, Beatmung, etc. zur Verfügung hat. Man behandelt bei absolut jeder Viruserkrankung ausschließlich die Symptome (von den fraglichen Effekten von z.T. Tamiflu mal abgesehen; und selbst das ist keine wirkliche Behandlung). Es gibt keine etablierten Medikamente gegen Viren, egal gegen welches. Daher macht es schon einen großen Unterschied, wie die sonstige Versorgung aussieht.
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