Epidemie in Westafrika Liberia ist wieder Ebola-frei

Kein Erkrankter seit 42 Tagen: Die WHO hat Liberia als Ebola-frei erklärt, nach einem kleinen Rückschlag bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. In Guinea und Sierra Leone infizieren sich immer weniger Menschen.

Händeschütteln gehört wieder zum Alltag: Während der Ebola-Epidemie hatten sich die Menschen Berührungen wie diese nicht mehr getraut
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Händeschütteln gehört wieder zum Alltag: Während der Ebola-Epidemie hatten sich die Menschen Berührungen wie diese nicht mehr getraut


Im Kampf gegen Ebola in Westafrika ist ein weiterer Erfolg gelungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Liberia erneut für Ebola-frei erklärt. In den vergangenen 42 Tagen sei kein neuer Fall aufgetreten, teilte die WHO am Donnerstag mit. Liberia hatte bereits Anfang Mai als Ebola-frei gegolten, einige Wochen später hatten sich jedoch erneut sechs Menschen mit dem Virus infiziert.

Der erste war ein 17-jährige Junge, der Ende Juni gestorben war. Eine Routinekontrolle hatte ergeben, dass er sich mit Ebola infiziert hatte. Damit es nicht zu einem erneuten großen Ausbruch kommt, ermittelte ein spezialisiertes Team anschließend alle Kontaktpersonen des Jungen und stellte sie unter Beobachtung. Fast 200 Menschen wurden zweitweise überwacht, fünf waren tatsächlich erkrankt. Von ihnen gingen aber keine weiteren Fälle mehr aus.

Erste Impfung in Sierra Leone

Auch insgesamt hat sich die Lage entspannt: Nach jüngsten Zahlen der WHO sind in den vergangenen drei Wochen in Sierra Leone und Guinea insgesamt nur neun neue Fälle aufgetreten. In Sierra Leone schien das Virus sogar zweitweise besiegt. Nach etwas mehr als Wochen, in denen Mediziner keinen neuen Fall gemeldet hatten, wurde Ende August jedoch eine Frauenleiche positiv auf das Virus getestet.

Um zu verhindern, dass sich Ebola wieder ausbreitet, nutzten Helfer anschließend einen experimentellen Impfstoff, der bei Feldversuchen in Guinea Menschen vor einer Ansteckung geschützt hatte. Mit dem Mittel führten sie sogenannte Ring-Impfungen durch. Dabei werden ausschließlich Personen geimpft, die mit dem Infizierten Kontakt hatten. Wie erfolgreich der Versuch war, muss sich jetzt zeigen.

In Guinea kam es in den vergangenen eineinhalb Monaten zu jeweils einer bis vier Infektionen pro Woche. In der Woche bis zum 30. August befanden sich 450 Personen unter Beobachtung, die mit einem Infizierten Kontakt hatten. Auf diese Weise versuchen die Helfer, Infektionen möglichst früh zu erkennen und die Menschen zu isolieren, bevor sie das Virus weitergeben können. Erst wenn sich Symptome zeigen, sind die Betroffenen auch ansteckend.

Begonnen hat die Ebola-Epidemie Ende 2013 im Urwald Guineas. Nie zuvor wurde ein so verheerender Ausbruch des Virus' dokumentiert. Bis jetzt haben sich laut WHO etwa 28.100 Menschen infiziert, mehr als 11.300 sind gestorben. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich hoch.

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irb/dpa



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Thomas Schnitzer 03.09.2015
1.
Sehr gut. Außerdem ist es sehr zu begrüßen, dass endlich mal ein Impfstoff gegen diese moderne Pest entwickelt wurde, vor allem weil man das bisher aus finanziellen (und damit bei diesem Thema verwerflichen) Gründen nicht tat.
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