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Epidemie: Erster Ebola-Fall in den USA diagnostiziert

In den USA ist erstmals ein Fall von Ebola nachgewiesen worden. Der Patient einer Klinik in Dallas hat sich vermutlich in Liberia infiziert. Es sei nicht auszuschließen, so das Ärzteteam, dass er andere Menschen angesteckt hat.

Dallas - In den USA ist erstmals ein Fall von Ebola nachgewiesen worden. Das teilte die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) am Dienstag mit. Der Patient, dessen Nationalität zunächst nicht genannt wurde, sei auf Grund seiner Symptome und nach Rückverfolgung seiner letzten Reiseziele in Quarantäne gebracht worden, hieß es aus dem Texas Health Presbyterian Hospital in Dallas.

Der Mann hat sich anscheinend im westafrikanischen Liberia infiziert, dem von der Ebola-Epidemie am stärksten betroffenen Land. Er reiste in die USA, um Verwandte zu besuchen. Erst sechs Tage nach seinem Flug nach Texas suchte er einen amerikanischen Arzt auf. Es sei nicht auszuschließen, dass er während dieser Zeit andere Menschen angesteckt haben könnte, sagte CDC-Leiter Thomas Frieden: "Jemand, der mit dieser Person Kontakt hatte, könnte sicherlich in den kommenden Wochen an Ebola erkranken." Die anderen Flugpassagiere seien aber vermutlich nicht in Gefahr.

Ebola-Infizierte sind, solange sie noch keine Symptome zeigen, kaum oder gar nicht ansteckend. Damit das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird, ist ein direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten des Erkrankten nötig, mit Blut, Urin, Erbrochenem oder auch mit Schweiß.

Alle Menschen, mit denen der Patient seit seiner Ankunft Kontakt gehabt hat, würden nun ausfindig gemacht und unter Beobachtung gestellt, kündigte Frieden an. Dabei handele es sich um "eine Handvoll Menschen", hauptsächlich Familienmitglieder.

Es ist das erste Mal, dass die Seuche in den USA nachgewiesen wurde. Bislang waren alle Ebola-Kranken gezielt eingeflogen worden, damit sie von amerikanischen Spezialisten behandelt werden konnten. Laut CDC-Chef Frieden besteht jedoch kein Grund zur Sorge: "Ich habe keinen Zweifel, dass wir diesen Ebola-Fall kontrollieren und dafür sorgen werden, dass sich die Krankheit in diesem Land nicht weiter ausbreiten wird." Der Patient wird auf einer Isolierstation behandelt.

In ersten Stellungnahmen riefen US-Politiker die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis es in den USA einen Ebola-Fall gab", sagte der demokratische Abgeordnete Chris Coons, der Vorsitzende des Senats-Unterausschusses für Afrika. Das Gesundheitssystem der USA sei in der Lage, den Ausbruch "schnell und sicher" unter Kontrolle zu bringen.

Die Nachricht vom ersten Ebola-Fall in den USA lies nachbörslich die Aktienkurse von mehreren Pharmafirmen steigen, die an Mitteln gegen die Seuche arbeiten.

vet/dpa/afp/Reuters

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insgesamt 123 Beiträge
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1.
Phil2302 30.09.2014
Dann hoffen wir einmal, dass es bei einem bleibt.
2.
pinkfeuerfisch 30.09.2014
Da haben wir den Salat. War ja nur eine Frage der Zeit, bis das Virus weitere Länder erreicht. Ich schätze mal, bis spätestens Ostern haben wir es auch in Deutschland.
3. Die Überschrift ist mal wieder übertrieben
Finsternis 30.09.2014
Ein Patient erhielt die Diagnose und wurde zur Behandlung in sein Heimatland geflogen. Die Überschrift hingegen suggiert, der Virus wäre in den USA 'ausgebrochen'. Panikmache vom Feinsten.
4. Interessant wird es
comtom 30.09.2014
wenn Ebola nach Indien übertragen wird. Da geht es dann hoch wie eine Atombombe.
5. Der kommende Winter wird spannend
zufriedener_single 30.09.2014
Es gibt da auch noch die Grippe... Wenn erstmal die ersten Ebolafälle um die Weihnachtszeit in Europa, in Deutschland, auftreten, dann wird's hier richtig rund gehen.
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