Ebola im Kongo Ausbruch im Krisengebiet

Gerade erst hat der Kongo einen Ebola-Ausbruch für beendet erklärt, da tauchen 1500 Kilometer weiter neue Fälle auf. Diesmal ist die Bekämpfung noch schwieriger: In dem Gebiet toben Kämpfe.

Ebola-Behandlungszentrum bei Mbandaka (Archivbild vom 1. Juni)
AFP

Ebola-Behandlungszentrum bei Mbandaka (Archivbild vom 1. Juni)


Der neue Ausbruch des gefährlichen Ebolafiebers stellt Helfer vor massive Probleme, er befindet sich in einem Konfliktgebiet im Osten des Kongos. Medizinisches Personal könne sich womöglich nur mit bewaffneten Eskorten in der Region bewegen, sagte Peter Salama, Leiter für Noteinsätze bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

"Kontaktpersonen von Kranken in einem Kriegsgebiet aufzuspüren ist eine höchst komplexe Aufgabe", sagte Salama. Die WHO sei auf logistische Unterstützung der Uno-Friedenstruppen angewiesen. Im Kongo ist das größte weltweit eingesetzte Kontingent an Uno-Blauhelmen im Einsatz - mehr als 15.000 Soldaten.

20 Todesfälle

Bis Freitag waren nach WHO-Angaben 20 Menschen in der Region um Beni im Nordosten des Landes an Beschwerden gestorben, die auf Ebola hindeuten. Mehr als zwei Dutzend Menschen sind mit diesen Symptomen erkrankt. Vier von sechs getesteten Blutproben waren positiv. Die WHO ist mit mehreren Dutzend Mitarbeitern vor Ort, ebenso Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen und das Rote Kreuz.

Der erste Fall wurde Ende Juli bekannt, wenige Tage, nachdem die Gesundheitsbehörden den vorherigen Ebola-Ausbruch im Westen des Landes für beendet erklärt hatten. Eine zunächst wegen Denguefieber behandelte 65-Jährige habe nach der Entlassung aus einem Krankenhaus plötzlich Ebola-Symptome gezeigt und sei gestorben. Sieben ihrer Verwandten seien ebenfalls gestorben. Ein Mitglied des medizinischen Personals starb, zwei weitere hätten sich angesteckt.

Der jüngste Ausbruch ereignete sich mehr als 1500 Kilometer von der Region des vorherigen Ausbruchs nahe der Stadt Mbandaka entfernt. Bisher gibt es keinen Hinweis auf einen Zusammenhang der beiden Ausbrüche. Aber Flughunde, die Ebola übertragen können, können solche Strecken zurücklegen, sagte Salama.

Ringimpfungen könnten den Ausbruch stoppen

Ersten Tests zufolge sind Ebola-Viren vom sogenannten Zaire-Stamm für den aktuellen Ausbruch verantwortlich. Dies war auch beim letzten Ausbruch in Mbandaka und Umgebung der Fall. Die Überlebensrate bei Infektionen mit Ebola-Viren dieses Stammes liegen nur bei 50 Prozent oder weniger.

Für ein erfolgreiches Eindämmen der Krankheit sei das rigorose Aufspüren aller Menschen nötig, die mit Erkrankten in Kontakt waren, so Salama. Dann erfolgten Ringimpfungen. So sei der vorherige Ausbruch erfolgreich unter Kontrolle gebracht worden. Dort gab es insgesamt 54 Ebola-Verdachtsfälle, 33 Menschen starben.

wbr/dpa



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