Ebola im Kongo Drei Patienten fliehen aus Klinik in Mbandaka

Im Kongo versuchen Ärzte und Behörden, den Ebola-Ausbruch zu stoppen. Die Gefahr einer Ausbreitung ist gerade in der Millionenstadt Mbandaka groß. Dort haben drei Patienten eine Klinik eigenständig verlassen.

Behandlungszentrum für Ebola-Patienten in Bikoro, Kongo (Aufnahme vom 13. Mai)
DPA

Behandlungszentrum für Ebola-Patienten in Bikoro, Kongo (Aufnahme vom 13. Mai)


In der Demokratischen Republik Kongo sind drei Ebola-Patienten aus der Quarantäne geflohen. Zwei Patienten flüchteten mithilfe ihrer Familien in der Nacht zum Montag aus einem Krankenhaus in der Millionenstadt Mbandaka, sagte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Einer starb am folgenden Tag außerhalb der Klinik. Der andere kehrte in das Krankenhaus zurück, er ist ebenfalls gestorben.

Ein weiterer Patient, der kurz vor der Entlassung stand, verließ die Klinik am Sonntagabend. Er wurde später gefunden. Das Gesundheitspersonal hatte versucht, die Patienten vom Verlassen des Krankenhauses abzubringen. "Das ist ein Krankenhaus, kein Gefängnis. Wir können nicht alles abschließen", sagte ein Mitarbeiter von "Ärzte ohne Grenzen". Medizinisches Personal sei dabei, die örtliche Bevölkerung über die Symptome und Gefahren von Ebola aufzuklären.

Kritischer Punkt

Der Kampf gegen das Virus befindet sich nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an einem kritischen Punkt. In den kommenden Wochen werde sich zeigen, ob man den Erreger unter Kontrolle bringen könne, sagte WHO-Experte Peter Salama.

Nachdem Ebola in der vergangenen Woche erstmals in der Hafenstadt Mbandaka festgestellt wurde, fürchten Experten eine raschere Ausbreitung. Besonders Kongo-Brazzaville und die Zentralafrikanische Republik seien wegen eines gemeinsamen Flusssystems gefährdet. Viele Menschen nutzen die Flüsse zum Reisen, so die WHO. "Alle neun Staaten haben begonnen, Vorsorgemaßnahmen zu treffen", sagte Matshidiso Moeti, die bei Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika zuständig ist.

Bislang wurden im Kongo 58 Verdachtsfälle auf Ebola gemeldet, bei 28 davon wurde das Virus nachgewiesen. 27 Menschen sind bereits an Symptomen gestorben, die mit Ebola einhergehen, darunter Fieber und Blutungen.

Die WHO hat am Montag begonnen, einen experimentellen Impfstoff in Mbandaka zu verabreichen. Es ist der neunte Ausbruch im Kongo, seit die Krankheit 1976 zum ersten Mal festgestellt wurde. Während der bislang schlimmsten Ebola-Epidemie starben in Westafrika vor einigen Jahren mehr als 11.000 Menschen an der Krankheit.

wbr/rtr/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.