Kongo Behörden melden drei neue Ebola-Fälle

In der kongolesischen Millionenstadt Mbandaka wurden drei weitere Ebola-Fälle gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt das Risiko für eine weitere Verbreitung des Virus als "sehr hoch" ein.

Helfer in Schutzkleidung
AFP/ UNICEF/ MARK NAFTALIN

Helfer in Schutzkleidung


Das Ebola-Virus breitet sich im Kongo weiter aus. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters wurde in der Millionenstadt Mbandaka im Nordwesten des Landes bei drei weiteren Menschen eine Infektion mit dem Virus nachgewiesen.

Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden wurden die Fälle am späten Freitagabend im Wangata-Viertel gemeldet, das direkt neben dem Kongo-Fluss liegt.

Bereits zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Risikoeinschätzung verschärft. Weil die Mbandaka an wichtigen nationalen und internationalen Verkehrswegen liegt, sei die Gefahr für eine Ausbreitung des Virus inzwischen "sehr hoch", teilte die WHO mit.

Auch in den umliegenden Ländern sei sie "hoch". Das globale Risiko einer Ausbreitung sei momentan hingegen niedrig. Deshalb sehe man bislang auch keine Notwendigkeit für Reise- oder Handelsbeschränkungen, so die WHO.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben. Bei einer verheerenden Ebola-Epidemie 2014 und 2015 kamen in Liberia, Guinea und Sierra Leone rund 11.000 Menschen ums Leben.

Fast 50 mögliche Fälle

Die ersten Fälle des aktuellen Ausbruchs hatten sich in einem sehr ländlichen Gebiet des Kongos ereignet. Sie waren vergangene Woche bekannt geworden. Bis Freitag zählten die Behörden insgesamt 45 mögliche Fälle. Mit den neuen Erkrankungen steigt die Zahl nun auf fast 50.

Aufgrund der schlechten medizinischen Infrastruktur fehlt jedoch bei den meisten Betroffenen der Nachweis, dass sie sich tatsächlich mit Ebola infiziert haben. Sicher ist: 25 Menschen sind mit hämorrhagischem Fieber gestorben - also einer Fiebererkrankung, die mit schweren Blutungen einhergeht.

Nur bei 14 wurde das Virus bislang sicher nachgewiesen - darunter auch der Fall in der Großstadt. Bei 21 Fällen hielten die Experten eine Ebola-Infektion für wahrscheinlich, in zehn weiteren Fällen für möglich.

Für ihre Versorgung und zum Schutz von medizinischem Personal wurden mehr als 4000 Dosen eines experimentellen Impfstoffs in die Region geschickt. Es ist der erste Einsatz des Mittels seit seiner Entwicklung vor zwei Jahren. Die Weltgesundheitsorganisation hat außerdem ein mobiles Labor in das ländliche Gebiet gesendet, um schnelle Diagnosen zu ermöglichen. Auch die EU-Kommission werde 1,6 Millionen Euro zur Bekämpfung der Seuche bereitstellen und Flüge für Helfer und Ausrüstung organisieren, teilte EU-Kommissar Christos Stylianides mit.

ssu/Reuters



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