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31. Juli 2014, 20:10 Uhr

Epidemie in Westafrika

WHO startet 100-Millionen-Dollar-Programm gegen Ebola

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schickt Hilfe ins Ebola-Gebiet nach Afrika. 100 Millionen Dollar will die Organisation investieren. Doch Fachpersonal wird dringend gesucht.

Genf - 100 Millionen Dollar gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Bekämpfung der aktuellen Ebola-Epidemie aus. "Das Ausmaß des Ebola-Ausbruchs und die damit verbundenen Risiken erfordern, dass die WHO und die betroffenen Länder ihrer Antwort eine neue Qualität geben", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Der gegenwärtige Ebola-Ausbruch in Westafrika sei beispiellos, warnte Chan. Die betroffenen Regionen bräuchten mehr Geld und bessere Unterstützung durch Fachpersonal. Dringend benötigt würden vor allem Seuchenfachleute, Ärzte und Krankenschwestern. Auch Logistikfachleute würden gesucht, appellierte Chan an die Staatengemeinschaft. Insgesamt müsse das Helferkontingent dringend um mehrere Hundert Experten aufgestockt werden.

Chan kündigte an, das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Seuche am Freitag in Guinea mit den Präsidenten der betroffenen westafrikanischen Staaten zu besprechen.

In Sierra Leone ist der Notstand ausgerufen worden. Das Land ist am stärksten von der Epidemie betroffen. Im Nachbarland Liberia gelten ebenfalls scharfe Einreisekontrollen, außerdem wurden alle Schulen geschlossen. Auch Nigeria und Ghana verschärften die Einreisekontrollen an den Flughäfen.

Nach WHO-Angaben sind bei dem Ausbruch in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 720 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 1300 Menschen haben sich infiziert.

Die Seuche führt in 60 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Sie wird über alle Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen eines erkrankten Menschen übertragen.

Die Bundesregierung rät von Reisen nach Guinea, Liberia und Sierra Leone ab. "Trotz internationaler Bemühungen ist ein Ende der Ausbreitung nicht absehbar", heißt es in den aktualisierten Reisehinweisen des Ministeriums. Betroffen sei zwar vor allem die Lokalbevölkerung im größtenteils abgelegenen Grenzgebiet der drei Länder. Allerdings seien durch Reisen von Erkrankten auch vereinzelte Fälle in anderen Regionen und in der jeweiligen Hauptstadt aufgetreten.

Die USA haben ebenfalls eine Reisewarnung für die afrikanischen Staaten herausgegeben. Bereits zuvor hatte das US-Friedenskorps angekündigt, Hunderte Helfer aus den drei betroffenen Ländern abzuziehen.

isa/Reuters/dpa/AFP

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