Ebola-Ausbreitung Hat die WHO ihr 70-70-60-Ziel erreicht?

Mit der Formel 70-70-60 wollte die WHO die Ebola-Epidemie in Westafrika eindämmen, der Stichtag fürs große Etappenziel war der 1. Dezember. Zeit für eine Bilanz.

Hilfe für Erkrankte: Szene in einem Ebola-Behandlungszentrum in Kenema, Sierra Leone
AFP

Hilfe für Erkrankte: Szene in einem Ebola-Behandlungszentrum in Kenema, Sierra Leone


Genf - 70 Prozent der Ebola-Patienten so behandeln, dass sie niemanden anstecken. Und 70 Prozent der an Ebola Verstorbenen so bestatten, dass sich niemand am Leichnam infiziert - alles innerhalb von 60 Tagen: Diese ehrgeizigen Ziele hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den 1. Dezember für die am schwersten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea gesetzt.

Beides zusammen sollte dazu führen, die Ausbreitung der Krankheit überwiegend zu stoppen - sodass dann zum Jahreswechsel 100 Prozent der Erkrankten in Westafrika eine Behandlung erhalten und die Epidemie erfolgreich eingedämmt werden kann. Aber wie sieht die Bilanz rund 60 Tage nach der Formulierung des Ziels aus?

In Liberia und Guinea seien die Ziele erreicht, teilte die WHO am Montag mit. Vergangene Woche hieß es noch, dies sei lediglich in Guinea der Fall. Bruce Aylward von der WHO sagte, auch in einigen Regionen Sierra Leones habe man die 70-Prozent-Ziele wohl erreicht, in den kommenden Wochen werde dies auch im ganzen Land der Fall sein.

In vielen betroffenen Gebieten sinke die Zahl der Neuinfektionen. Derzeit steige sie aber in einigen Regionen in Sierra Leone weiter an und es seien nicht genug Kapazitäten für die Behandlung der Erkrankten vorhanden.

Korrektur der neuesten Fallzahlen

Aylward warnte aber, dass auch beim Erreichen des 70-70-60-Ziels keineswegs gesichert sei, dass es keine neuen Ansteckungen mehr gebe und sich niemand bei Bestattungen infizieren könnte. Dazu brauche es weitere Maßnahmen: Unter anderem weitere Verbesserungen dabei, Erkrankte zu finden und alle ihre Kontakte, die sich möglicherweise angesteckt haben, zu identifizieren und zu beobachten.

Blickt man zurück auf die Verkündung des 70-70-60-Ziels, zeigt sich, welche Erfolge im Kampf gegen Ebola es bereits gegeben hat: Mitte Oktober hatte die WHO berichtet, dass Anfang Dezember mit 5000 bis 10.000 neuen Fällen pro Woche zu rechnen sei. Dies hat sich dank der Gegenmaßnahmen nicht bewahrheitet.

Etwas Verwirrung gibt es um die neuesten Fallzahlen, die die WHO am 28. November veröffentlicht hat. Demnach sind seit Beginn des Ausbruchs 15.935 Menschen am Ebolafieber erkrankt, 5689 von ihnen sind an der Krankheit gestorben. Allerdings meldete Liberia innerhalb von zwei Tagen rund tausend neue Todesfälle. Diese Zahl ist anscheinend nicht korrekt und wird in den kommenden Tagen korrigiert.

wbr/Reuters/AP

insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
kraichgau12 01.12.2014
1. beruhigung,beruhigung,beruhigung ist erste medien pflicht...
in der BBC liest sich das ganze ein wenig anders... der held,der diese weltfremden ziele ausgab,nachdem seine WHO grandios in diesem Fall komplett ihr gesicht als mafiöse und korrupte politik-abhaengige truppe zeigte, sagte gestern,das es bisher noch keineswegs ausgeschlossen waere,das diese seuche jederzeit durch export in asien,in allen anderen kontinenten und durchaus auch in europa auftreten könnte,und das nicht nur mit einzelfällen.... es verwundert mich,das "unabhaengige journalisten" wie die vom so hoch geschaetzten Spon so tun,als waeren die leitlinien den deutschen presse kodex wichtiger als die objektiv-wahrheitsgetreue information ihrer leser...... aber vielleicht bin ich da auch nur ein wenig naiv? :)
kraichgau12 01.12.2014
2. beruhigung,beruhigung,beruhigung ist erste medien pflicht...
in der BBC liest sich das ganze ein wenig anders... der held,der diese weltfremden ziele ausgab,nachdem seine WHO grandios in diesem Fall komplett ihr gesicht als mafiöse und korrupte politik-abhaengige truppe zeigte, sagte gestern,das es bisher noch keineswegs ausgeschlossen waere,das diese seuche jederzeit durch export in asien,in allen anderen kontinenten und durchaus auch in europa auftreten könnte,und das nicht nur mit einzelfällen.... es verwundert mich,das "unabhaengige journalisten" wie die vom so hoch geschaetzten Spon so tun,als waeren die leitlinien den deutschen presse kodex wichtiger als die objektiv-wahrheitsgetreue information ihrer leser...... aber vielleicht bin ich da auch nur ein wenig naiv? :)
200MOTELS 01.12.2014
3. vor kurzem
hiess es noch in spon dass es bis januar 1 millionen tote sein werden.
ratz1967 02.12.2014
4. zu Beitrag 3
Dann ist Grippe, Malaria und MRSA also immer noch ansteckender als Ebola. Vielleicht sogar tödlicher.
future-trunks 02.12.2014
5.
Zitat von kraichgau12in der BBC liest sich das ganze ein wenig anders... der held,der diese weltfremden ziele ausgab,nachdem seine WHO grandios in diesem Fall komplett ihr gesicht als mafiöse und korrupte politik-abhaengige truppe zeigte, sagte gestern,das es bisher noch keineswegs ausgeschlossen waere,das diese seuche jederzeit durch export in asien,in allen anderen kontinenten und durchaus auch in europa auftreten könnte,und das nicht nur mit einzelfällen.... es verwundert mich,das "unabhaengige journalisten" wie die vom so hoch geschaetzten Spon so tun,als waeren die leitlinien den deutschen presse kodex wichtiger als die objektiv-wahrheitsgetreue information ihrer leser...... aber vielleicht bin ich da auch nur ein wenig naiv? :)
nein. PANIK-PANIK-PANIK und tagtägliches heraufbeschwören von Weltuntergängen und katastrophen ist erste medienpflicht. der kommen sie auch nach. nun lässt sich aber nicht mehr verheimlichen, dass auch durch Ebola die Ausrottung der Menschheit nicht kurz bevor steht.
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