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Westafrika: WHO erklärt Guinea für Ebola-frei

Patientin in Guinea: Behandlung durch Mediziner Zur Großansicht
AFP

Patientin in Guinea: Behandlung durch Mediziner

Mehr als 2.500 Menschen starben in Guinea an Ebola - nun hat die Weltgesundheitsorganisation das Land für seuchenfrei erklärt. Besiegt sein dürfte das Virus damit aber noch lange nicht.

Vor zwei Jahren hatte es hier die ersten Fälle der großen Ebola-Epidemie in Westafrika gegeben, jetzt gilt Guinea als frei von dem gefährlichen Virus. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. "Die WHO beglückwünscht die Regierung und die Bevölkerung Guineas zur Beendigung des Ebola-Ausbruchs", teilte die Organisation mit.

Ein Land gilt nach der WHO dann als Ebola-frei, wenn es mindestens 42 Tage lang nach dem Tod oder der Erholung des letzten Opfers keine neuen Fälle gegeben hat. Diese Periode entspricht einer doppelten Inkubationszeit von je 21 Tagen. Die letzten Ebola-Kranken hatte es in Guinea im Oktober gegeben - in der Hauptstadt Conakry sowie in der rund 80 Kilometer entfernten Stadt Forecariah waren zwei Menschen erkrankt.

Die Ebola-Epidemie hatte nach WHO-Erkenntnissen Ende Dezember 2013 im Dorf Gueckedou in Guinea ihren Anfang genommen. Von dort aus sei das Virus mit Reisenden auf dem Landweg sowie in Flugzeugen in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone sowie schließlich in sieben weitere, wenngleich erheblich weniger stark betroffene Länder gelangt.

WHO erklärte Liberia schon mehrfach Ebola-frei

Die Lage in Guinea, Liberia und Sierra Leone werde auch 2016 genau beobachtet, um sicherzugehen, dass es keine neuen Ansteckungen gibt, teilte die WHO mit. Alle drei Länder seien zudem auf umfangreiche Unterstützung für den Aufbau ihrer Gesundheitswesen angewiesen. Darauf machte auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen aufmerksam.

"Es ist wichtig, wachsam zu bleiben und weiterhin in der Lage zu sein, rasch auf mögliche neue Fälle in der Region zu reagieren", sagte Axelle Ronsse, die Leiterin der zuständigen Projektabteilung, in Brüssel.

Den letzten Ebola-Toten in Westafrika gab es Ende November in Liberia. Damals starb ein 15-Jähriger in einem Krankenhaus nahe der Hauptstadt Monrovia. Offenbar hat der Junge aber keine weiteren Menschen angesteckt.

Sollte sich in den kommenden Tagen bis zum Ablauf der 42-Tagesfrist Mitte Januar kein weiterer Mensch anstecken und auch in den übrigen Ländern keine Neuinfektionen auftreten, wäre das Virus in Westafrika erstmals seit zwei Jahren eingedämmt.

Allerdings hatte die WHO Liberia bereits zweimal für Ebola-frei erklärt, erstmals am 9. Mai und dann am 3. September. Trotzdem wurden anschließend neue Fälle bekannt. Das westafrikanische Sierra Leone, in dem die meisten Menschen während der Epidemie an Ebola erkrankt waren, gilt seit dem 7. November als Ebola-frei.

Ebola wird über Körperflüssigkeiten übertragen, ist hochansteckend und oft tödlich. Mehr als 4800 Menschen starben allein in Liberia an dem Virus. Insgesamt sind seit Ausbruch der Seuche in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 28.100 Menschen erkrankt, mehr als 11.300 starben.

Viele Überlebende kämpfen langfristig mit den Folgen der Erkrankung, zudem ist noch unklar, wie lange das Virus ansteckend ist. Experten befürchten, dass Erreger im Körper von Überlebenden überdauern könnten und etwa durch Sex weitergegeben werden.

joe/dpa/Reuters

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