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USA: Krankenschwester hat Ebola-Infektion überstanden

Mitarbeiter des Texas Health Presbyterian Hospitals in Dallas: Ebola-Patientin Nina Pham hat Infektion überstanden Zur Großansicht
AP/dpa

Mitarbeiter des Texas Health Presbyterian Hospitals in Dallas: Ebola-Patientin Nina Pham hat Infektion überstanden

Während in New York ein neuer Ebola-Fall bekannt wurde, kann eine Krankenschwester aus Dallas aufatmen, die infiziert war. Nina Pham ist wieder gesund. Sie wurde für Ebola-frei erklärt und aus dem Krankenhaus entlassen.

Washington/Genf - Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika beobachten Ärzte und Experten immer wieder: Je früher ein Patient behandelt wird, desto besser stehen seine Chancen auf eine Genesung. Möglicherweise hat das auch das Leben von Nina Pham gerettet.

Wie die National Institutes of Health (NIH) der USA am Freitag in einer Mitteilung erklärten, ist die Krankenschwester am Freitag aus dem Krankenhaus in Bethesda, Maryland, entlassen worden. Bluttests bestätigten, dass Pham inzwischen frei von Ebolaviren ist. In einer Pressekonferenz soll NIH-Sprecher John Burklow weitere Details bekannt geben.

Die 26-Jährige aus Dallas gehörte zu jenem Team, das den Ebola-Kranken Thomas Eric Duncan im Presbyterian Hospital behandelt hatte. Der Mann war aus Liberia in die USA gereist und nach seiner Ankunft an Ebola erkrankt. Im Gegensatz zu Pham kam für Duncan die Hilfe zu spät: Als er erstmals im Krankenhaus mit Symptomen vorstellig wurde, schickten ihn die Ärzte zunächst wieder nach Hause. Nach vier Tagen wurde er mit dem Rettungswagen in die Klinik eingeliefert. Wenige Tage später starb er an den Folgen der lebensgefährlichen Ebola-Infektion.

Nach Auftreten der Symptome wurde Nina Pham zunächst in Dallas behandelt, später wurde sie auf die Spezialeinheit in Bethesda in der Nähe von Washington verlegt. Sie ist eine von zwei Krankenschwestern, die sich bei der Behandlung Duncans angesteckt hatten. Am 11. Oktober bestätigte ein Labor, dass sie sich mit Ebola infiziert hatte.

Am 15. Oktober wurde bekannt, dass auch bei der 29-jährigen Krankenschwester Amber Joy Vinson das Ebolavirus nachgewiesen wurde. Auch sie scheint inzwischen wieder gesund und frei von Ebolaviren zu sein. Derzeit wird sie aber noch weiter in einem Krankenhaus in Atlanta behandelt, um sich von der Erkrankung zu erholen.

In New York ist unterdessen ein weiterer Ebola-Fall aufgetaucht: Ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, der am 17. Oktober aus Guinea zurückgekehrt war, ist am Ebolafieber erkrankt. Am Donnerstag meldete der 33-jährige Craig Spencer den Gesundheitsbehörden, dass er Fieber habe. Derzeit wird er in einem New Yorker Krankenhaus behandelt.

Laut Ärzte ohne Grenzen müssen Helfer, die aus den Ebola-Regionen in die USA zurückkehren, zunächst vier Stunden in einer Isoliereinheit verbringen. Anschließend müssen sie für die nächsten 21 Tage zweimal täglich ihre Temperatur messen. Zudem wird ihnen davon abgeraten, während dieser Zeit wieder zur Arbeit zu gehen.

Vier Kontaktpersonen

Nach seiner Rückkehr aus Westafrika soll Spencer nur mit vier Personen in engeren Kontakt gekommen sein: seiner Verlobten, zwei Freunden und einem Taxifahrer.

In Westafrika verschärft sich derweil die Lage: In Mali, Nachbarland von Guinea, ist erstmals ein Ebola-Fall aufgetaucht. Ein zweieinhalbjähriges Mädchen ist erkrankt. Derzeit stehen insgesamt 43 Menschen unter Beobachtung, die mit dem Kind Kontakt hatten.

Das große Problem: Das bitterarme Mali verfügt nur über ein marodes Gesundheitssystem. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schickte ein Expertenteam in die Stadt Bamako, um die Behörden und Ärzte vor Ort zu unterstützen.

Nach den aktuellsten Zahlen der WHO haben sich in Westafrika inzwischen fast 10.000 Menschen mit dem Ebolavirus infiziert, fast 4900 von ihnen starben. Laut der Behörde ist die Dunkelziffer aber hoch. Im Kampf gegen die Ausbreitung der Epidemie hat die EU-Kommission jetzt beschlossen, ihre Hilfen auf eine Milliarde aufzustocken.

Die WHO will mit Impfungen spätestens in der ersten Hälfte 2015 die Wende schaffen. Die Tests für die Kampagne in Westafrika würden im Dezember starten, kündigte Vize-Direktorin Marie-Paule Kieny am Freitag an.

Hoffnung auf Impfkampagnen

"Eine Impfung ist nicht das Allheilmittel", sagte Kieny am WHO-Sitz in Genf, wo am Donnerstag Gespräche mit Vertretern der Pharmaindustrie stattgefunden hatten. "Aber wenn sie bereitsteht, wird sie einen guten Teil der Bemühungen ausmachen, das Blatt zu wenden." Alles werde vorbereitet, um die Wirksamkeit der zur Verfügung stehenden Stoffe ab Dezember zu testen. In den ersten sechs Monaten kommenden Jahres könnten dann mehrere hunderttausend Dosen zur Verfügung stehen.

Zwei Impfstoffe gelten derzeit als die erfolgversprechendsten - ein in Kanada entwickelter Impfstoff und ein Impfstoff des britischen Unternehmens GlaxoSmithKline. Fünf weitere Präparate würden verfolgt, sagte Kieny. Von dem wirksamsten Mittel will die WHO dann gewaltige Mengen bereitstellen (hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen Ebola-Impfstoffe).

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatte es geheißen, Mali sei ein Nachbarland von Sierra Leone. Das stimmt nicht, wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Spenden für die Ebola-Krisengebiete
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cib/AP/AFP

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1.
doppelpost123 24.10.2014
Gutes Zeichen! Das macht Hoffnung.
2. und?
kraichgau12 24.10.2014
bisher ist immer noch nicht geklaert,wo der Unterschied von "geheilt" laut aerzten und "ausscheider" laut seuchengesetz begrenzt wird über die krankheit ist defakto kaum etwas bekannt,und es gibt mehr als zu denken,das in sperma und vaginalsekret auch wochen später noch viren gefunden wurden es würde mich im ernst nicht wundern,wenn die gute nach einer woche wieder,voll top agil,wieder patienten behandelt und der nebensaechliche fakt,das sie eventuell noch viral ist,erst monate später entdeckt wird...aber das waere dann wirklich fatal
3. ...
lephex2.0 24.10.2014
ich hoffe für sie das sie schnell einen neuen Job findet.
4.
nies_wurz 24.10.2014
Zitat von kraichgau12bisher ist immer noch nicht geklaert,wo der Unterschied von "geheilt" laut aerzten und "ausscheider" laut seuchengesetz begrenzt wird über die krankheit ist defakto kaum etwas bekannt,und es gibt mehr als zu denken,das in sperma und vaginalsekret auch wochen später noch viren gefunden wurden es würde mich im ernst nicht wundern,wenn die gute nach einer woche wieder,voll top agil,wieder patienten behandelt und der nebensaechliche fakt,das sie eventuell noch viral ist,erst monate später entdeckt wird...aber das waere dann wirklich fatal
Es sind seit 1976 rund 20 kleinere Ebola-Epidemien zum Teil sehr intensiv erforscht worden, inkl. langzeitiger Nachverfolgung. Es hat nie einen Fall von "Ausscheider" gegeben. Abgesehen davon ist es simpel, zu überprüfen, ob jemand noch Ausscheider ist, wenn er als geheilt gilt. Das dürfte jeder Arzt auch ohne Ratschlag wissen. Es hat auch nie einen Fall sexueller Übertragung nach Heilung gegeben. Es wurden auch nie intakte Viren in Sperma oder Vaginalsekret von Genesenen nachgewiesen, nur Bruchstücke, wie einzelne Eiweise oder RNA-Reste. Insofern mag es sinnvoll sein, Vorsicht walten zu lassen. Aber wie gesagt - es wurde noch nie eine Übertragung durch Überlebende dokumentiert.
5. Nachgefragt
karend 24.10.2014
Zitat von lephex2.0ich hoffe für sie das sie schnell einen neuen Job findet.
Wo haben Sie gelesen, dass sie ihren Job verloren hat? Ich habe jetzt einige Artikel durch, aber das habe ich nicht entdeckt.
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