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US-Freigabe von ZMapp: Liberia erhält experimentelles Mittel gegen Ebola

Ebola-Epidemie: Kampf um Kontrolle Fotos
REUTERS

Das Ebola-Serum ZMapp wurde bislang nur an Tieren getestet, doch mangels anderer Medikamente will Liberia es nun einsetzen. Die Vorräte an dem experimentellen Mittel sind allerdings knapp.

Hamburg - Im Kampf gegen das Ebola-Virus bekommt Liberia ein wenig Hilfe. Das Weiße Haus und die US-Arzneimittelbehörde FDA hätten zugestimmt, das experimentelle Serum ZMapp nach Liberia zu schicken, gab das Präsidialamt in Monrovia bekannt. Ein US-Regierungsvertreter werde die Lieferung im Laufe der Woche überbringen.

Die Proben sollen bei Ärzten eingesetzt werden, die sich angesteckt hätten, hieß es weiter. Die Entscheidung sei nach einem entsprechenden Gesuch der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf an US-Präsident Barack Obama gefallen.

ZMapp wurde bislang nur an Tieren getestet. Mangels Medikamenten gegen Ebola wurde es dennoch bei einem Arzt und einer Krankenschwester aus den USA angewendet, die sich beim Umgang mit Ebola-Kranken in Liberia infiziert hatten. Auch ein in Liberia mit dem Ebola-Virus infizierter spanischer Missionar wird mit dem Medikament behandelt. Ihnen geht es besser, jedoch ist noch unklar, ob das tatsächlich auf das Mittel zurückgeht und welche Nebenwirkungen es möglicherweise gibt.

Der Hersteller des experimentellen Serums hatte bereits zuvor angekündigt, er wolle sämtliche Vorräte an dem Mittel nach Westafrika schicken. Geld verlangt die Firma Mapp Bio dafür nicht. Die Vorräte an ZMapp seien jedoch inzwischen erschöpft, hieß es auf der Website des Unternehmens.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben bisher 1013 Menschen an Ebola, 1848 Menschen seien infiziert. Die Behörde hatte die Epidemie in Westafrika am Freitag zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt.

Auch ein Medizinstudent aus Deutschland wird inzwischen wegen Ebola-Verdachts untersucht. Der Patient liege in einem Krankenhaus in Ruanda auf einer Isolierstation, teilte das Gesundheitsministerium in Kigali am Sonntagabend mit. Es seien Proben entnommen und an ein Labor geschickt worden. Ein Testergebnis soll binnen 48 Stunden vorliegen.

ssu/AFP/dpa-AFX

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1.
Otoshi 12.08.2014
Zitat von sysopREUTERSDas Ebola-Serum ZMapp wurde bislang nur an Tieren getestet, doch mangels anderer Medikamente will Liberia es nun einsetzen. Die Vorräte an dem experimentellen Mittel sind allerdings knapp. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ebola-liberia-erhaelt-zmapp-gegen-die-epidemie-a-985600.html
Eine Firma mit 9 Mitarbeitern, die bisher ausschliesslich durch US Regierungsaufträge finanziert wurde darf experimentelles Medikament exportieren. Schweinegrippe 2.0 Scam?
2. Ruanda?
kraichgau12 12.08.2014
Stimmt diese Nachricht? Ruanda ist in einer ganz anderen Region von Afrika,mit westafrika hat das nun gar nichts zu tun....wie kommt er dahin,Rundtripp im Urlaub? sollte er dort erst positiv getestet werden, ist das Virus schon wieder einen Schritt weiter und auf dem Weg gibts ziemlich sicher wie bei dem Fall in Nigeria Infektionen
3.
lupenreinerdemokrat 12.08.2014
Zitat von sysopREUTERSDas Ebola-Serum ZMapp wurde bislang nur an Tieren getestet, doch mangels anderer Medikamente will Liberia es nun einsetzen. Die Vorräte an dem experimentellen Mittel sind allerdings knapp. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ebola-liberia-erhaelt-zmapp-gegen-die-epidemie-a-985600.html
In Bezug auf die ebenfalls erkrankten Ärzte aus den USA und dem Medizinstudenten aus Deutschland wäre es interessant zu erfahren, wie es möglich ist, dass diese sich angesteckt haben? Trugen sie als Fachpersonal keine vorschriftsmäßige Schutzbekleidung? Waren sie leichtsinnig? Trugen sie Schutzkleidung, aber keinen ausreichenden Atemschutz? Wie kam es zur Ansteckung, wenn die Theorie verspricht, diese wäre nur bei direktem Kontakt zu Körperflüssigkeiten möglich?
4. Bleibt zu hoffen
firenafirena 12.08.2014
dass es hilft, und die Produktion erhöht werden kann. Und - falls es nicht hilft wie erhofft - es hinterher nicht heißt "raffgieriger Pharmakonzern testet gefährliches Medikament an armer und hilfloser Bevölkerung"...
5.
thomas_gr 12.08.2014
Das Versuchslabor ist eröffnet.
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