Epidemie in Westafrika Krankenschwester in Madrider Klinik mit Ebola infiziert

Ebola hat den europäischen Kontinent erreicht: Eine Krankenpflegerin in der spanischen Hauptstadt Madrid hat sich bei einem infizierten Patienten angesteckt.


Madrid - Erster Ebola-Fall in Europa: Eine Krankenpflegerin einer Madrider Klinik, in der zuvor zwei Patienten an Ebola gestorben waren, hat sich mit dem tödlichen Virus angesteckt. Zwei entsprechende Tests seien bei der Mitarbeiterin positiv ausgefallen, teilte ein Sprecher der Gesundheitsbehörden in der Region Madrid mehreren internationalen Nachrichtenagenturen mit. Der Zustand der Frau sei stabil, hieß es.

Die Gesundheitsbehörden riefen einen Krisenstab ein. Ein Sprecher der Behörden sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es gebe bislang keine weiteren Verdachtsfälle. Der Ehemann der Krankenschwester und die Mitarbeiter der Krankenhauses, die mit der Frau Kontakt hatten, werden beobachtet.

Im August und September waren zwei spanische Missionare, die aus Westafrika zurückgekehrt waren, in der Klinik Carlos III. an den Folgen der Ebola-Infektion gestorben. Einen von ihnen hatte die Krankenschwester gepflegt: Der Geistliche Manuel Garcia Viejo hatte sich in Sierra Leone mit Ebola angesteckt und war mit einem Flugzeug der spanischen Luftwaffe ausgeflogen worden. Der 69-Jährige erlag seiner Erkrankung am 25. September in Madrid. Einen Tag später verabschiedete sich die Krankenpflegerin in den Urlaub.

Am vergangenen Sonntag meldete sie sich mit hohem Fieber in einem Krankenhaus in Alcorcon, einem Vorort von Madrid. Von dort wurde sie in der Nacht auf Dienstag mit einer Polizeieskorte in die Klinik Carlos III. gebracht, in der sie selbst arbeitet und sich offenbar angesteckt hat. Wie das trotz der Sicherheitsmaßnahmen in der Klinik passieren konnte, untersuchen nun die spanischen Behörden.

Unterdessen befindet sich der Ebola-Patient von Dallas in Lebensgefahr. Der Mann würde nun mit dem experimentellen Präparat Brincidofovir behandelt, sagte eine Sprecherin des Texas Health Presbyterian Hospital in der texanischen Hauptstadt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte zuvor mitgeteilt, dass der Mann nicht wie andere Patienten in den USA zuvor mit dem experimentellen Medikament ZMapp behandelt werde, weil es aufgebraucht sei.

Die Epidemie in Westafrika hat bereits mehr als 3000 Menschen das Leben gekostet.

daf/vet/AFP/Reuters/dpa/AP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 95 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
chalchiuhtlicue 06.10.2014
1.
Zum Glück kann so etwas bei uns überhaupt nicht passieren, zumindest wenn man den gebetsmühlenartig wiederholten Versicherungen deutscher Behörden Glauben schenken will.
thomasz1970 06.10.2014
2. Hatte ich da etwas falsch verstanden?
Die werten Leser mögen mich bitte korrigieren, wenn ich mich irre, aber ich war nach den bisherigen Nachrichten der Meinung, - dass Ebola-Infizierte in speziellen Krankenhaeusern behandelt wuerden, so dass eine Weiterverbreitung ausgeschlossen ist, - dass alle Verdachtsfälle bisher in den USA oder in Deutschland behandelt würden, - dass uns Normalbürgern immer wieder verklickert wurde, dass die Gefahr der Weiterverbreitung hier in Europa nicht gegeben waere.
opar 06.10.2014
3. Und in deutschen Kliniken kann das nicht passieren?
Mit welchem Recht erklären uns die deutschen Kliniken permanent, sie hätten eine funktionierende Quarantäne? Die Klinik in Madrid war auch der Meinung, sie hätten das Thema im Griff. Offenbar wohl nicht. Warum sollen deutsche Kliniken da besser sein?
ephlang 06.10.2014
4. es wird wohl so werden dass als erstes die Helfer
sich mit demEbola -Virus infizieren,Krankenschwestern-pfleger und Ärzte und auch noch Priester.Alles Berufsgruppen die nur Helfen wollen,manchmal auch ehrenamtlich. Ich möchte auch helfen und pflegen,aber nicht ehrenamtlich sterben,also ist kein Platz für mich.Die Welt ist verrückt geworden,allen soll geholfen werden,aber keiner darf Geld dafür verlangen.
MobelpreisMedizinPhysik 06.10.2014
5. Habe genau davor gewarnt
Es ist die übliche Arroganz von von meist pseudowissenschaftlichen Ärzten und Klinikleitern, möglichst schwierige Patienten als erster zu bekommen, um dann Forschungsgelder abzustauben. Dabei vergißt man überall auch das meist miserabl bezahlte Hilfspersonal, d.h. nicht nur engagierte Krankenschwestern, sondern auch die Putzkolonnen, die nicht immer so trainiert sind wie man es wünscht. Umgekehrt passieren selbst den best-ausgebildeten Ärzten FEHLER. IN jedem Fall war es schlecht, sofort todkranke, aber hochinfektiöse, Europa über die span. Grenzen hinaus zu gefährden. Europaweit sollten ALLE Krankenhäuser jetzt dringendst wöchentlich eine Auffrischung in Sachen Hygiene. Leider funktioniert in Deutschland ja nicht einmal der Schutz vor normalen Eiterkeimen, wie soll da Ebola eingedämmt werden... Spanien ist kaum viel besser als Deutschland, USA.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.