Westafrika Mali hofft auf Ende des Ebola-Ausbruchs im Land

Der letzte bekannte Ebola-Patient in Mali ist genesen. Derzeit beobachten Ärzte allerdings noch mehrere Menschen, die sich möglicherweise angesteckt haben. Und Behörden warnen, dass weitere Infizierte aus Nachbarländern einreisen könnten.

Helfer in Guinea: In sechs westafrikanischen Staaten gab es inzwischen Ebola-Fälle
AFP

Helfer in Guinea: In sechs westafrikanischen Staaten gab es inzwischen Ebola-Fälle


Bamako/Berlin - Im westafrikanischen Mali gibt es nach Angaben der örtlichen Behörden keine Ebola-Fälle mehr. Der letzte Erkrankte habe sich erholt und das Krankenhaus verlassen, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag mit. Der Patient war bereits vor einer Woche negativ auf das Ebolavirus getestet worden, blieb jedoch zur Beobachtung einer anderen Erkrankung weiter im Krankenhaus. Damit gibt es aktuell in dem Land niemanden mehr, der wegen Ebola behandelt wird.

Die Behörden raten jedoch weiter zur Wachsamkeit, da erneut Infizierte oder Erkrankte aus dem Nachbarland Guinea einreisen könnten.

In Mali sind sechs Menschen am Ebolafieber gestorben, zwei Erkrankte sind wieder genesen. Das Land hatte im Oktober den ersten Ebola-Fall gemeldet: Betroffen war ein zweijähriges Mädchen, das aus Guinea stammte und nach dem Tod seiner Mutter von Verwandten nach Mali geholt worden war. Im November erkrankten mehrere Menschen in Mali, nachdem ein Ebola-Patient aus Guinea in einer Klinik in Bamako behandelt worden war.

26 Menschen, die Kontakt mit Ebola-Kranken hatten und sich möglicherweise angesteckt haben, stehen noch unter medizinischer Beobachtung. In der Regel vergehen nicht mehr als 21 Tage, ehe sich nach der Ansteckung erste Symptome zeigen.

Mali ist das sechste Land in Westafrika, in dem die Krankheit aufgetreten ist. Am stärksten betroffen sind Sierra Leone, Liberia und Guinea. Dort ist die Zahl der Toten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge auf mehr als 6300 gestiegen. Insgesamt sind mehr als 17.900 Ebola-Infektionen bekannt. Einen Fall gab es im Senegal. In Nigeria waren insgesamt 20 Menschen erkrankt, dort konnte die Krankheit erfolgreich eingedämmt werden.

Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, betonte am Donnerstag: "Für Entwarnung ist es noch wesentlich zu früh." Die Epidemie habe sich zuletzt in Westafrika zwar nicht so ausgebreitet wie befürchtet. Trotzdem müsse die internationale Gemeinschaft auch für neue Rückschläge gewappnet sein. Deutschland hat zur Bekämpfung der Seuche insgesamt mehr als 161 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

wbr/AFP/Reuters/AP/dpa

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kraichgau12 13.12.2014
1. Mali war schon einmal kurz vor der Erklärung,Ebola frei zu sein
und schwupps,ist ein Imam vom Nachbarland aus gen Hauptstadt gereist,hat dort Pfleger und Arzte angesteckt,verstarb und wurde quer durch das Land wieder ins Nachbarland überführt. (Eigentlich unglaublich,das seit Juni die WHO gerade Mali auf Vorsorge trainierte). wenn man sich diesen Vorfall vergegenwaertigt, sollte man besser jeder Zeit mit neuen Ausbrüchen an unerwarteten Stellen rechnen, denn Kontrolle und Vorsorge funktionieren offenkundig trotz WHO Training nicht
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