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12. November 2014, 10:07 Uhr

Westafrika

Mali meldet weitere Ebola-Tote

Ebola-Alarm in Bamako: Ein Krankenpfleger ist in der Hauptstadt Malis gestorben, er hatte einen Patienten aus Guinea betreut. Die Erkrankung hängt laut den Ärzten nicht mit einem Fall aus dem Oktober zusammen - damals war ein kleines Mädchen gestorben.

Bamako - Die Regierung in Mali hat am späten Dienstagabend den zweiten Ebola-Fall des Landes gemeldet. Ein Krankenpfleger, der einen Ebola-Patienten aus Guinea betreut hatte, sei selbst an der Krankheit gestorben, teilte das behandelnde Krankenhaus in der Hauptstadt Bamako mit. Entsprechende Tests des Pflegers seien positiv gewesen, hieß es.

Nach Behördenangaben starb der Patient aus Guinea, ohne dass er auf Ebola getestet wurde. Sein Leichnam wurde zurück in sein Heimatland gebracht - ohne die Sicherheitsvorkehrungen, die beim Umgang mit an Ebola Verstorbenen nötig sind. Es ist also möglich, dass sich weitere Menschen mit dem Virus infiziert haben.

Die Privatklinik, ein Teil des Personals und der Patienten wurde unter Quarantäne gestellt und von einem schweren Polizeiaufgebot abgeriegelt. Mali teilt sich eine rund 800 Kilometer lange Grenze mit dem stark von der Seuche betroffenen Guinea.

Der Fall hänge den ärztlichen Angaben zufolge nicht mit dem des zweijährigen Mädchens zusammen, das Ende Oktober im westmalischen Kayes an Ebola gestorben war. Erst am Montag war für 25 Menschen, die mit dem Mädchen Kontakt hatten, die Quarantäne aufgehoben worden.

Kürzlich hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zahl der erfassten Ebola-Fälle aufgrund veränderter Datenquellen leicht nach unten korrigiert. Sie bekräftigte jedoch, dass die Dunkelziffer weiter sehr hoch liegen dürfte. Auch stecken sich weiter Menschen mit dem Virus an. Seit Beginn des Ausbruchs im März sind bisher etwa 4950 Menschen gestorben.

Am Mittwochabend veröffentlichte die WHO einen neuen Bericht zur aktuellen Lage. In diesem ist die Rede von insgesamt vier Todesfällen in Mali. Laut dem Report breitet sich Ebola insbesondere in Sierra Leone weiterhin sehr schnell aus.

joe/AFP/Reuters/dpa

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