Westafrika Mali meldet weitere Ebola-Tote

Ebola-Alarm in Bamako: Ein Krankenpfleger ist in der Hauptstadt Malis gestorben, er hatte einen Patienten aus Guinea betreut. Die Erkrankung hängt laut den Ärzten nicht mit einem Fall aus dem Oktober zusammen - damals war ein kleines Mädchen gestorben.

Privatklinik in Quarantäne: Schutzkleidung gegen das Virus
AFP

Privatklinik in Quarantäne: Schutzkleidung gegen das Virus


Bamako - Die Regierung in Mali hat am späten Dienstagabend den zweiten Ebola-Fall des Landes gemeldet. Ein Krankenpfleger, der einen Ebola-Patienten aus Guinea betreut hatte, sei selbst an der Krankheit gestorben, teilte das behandelnde Krankenhaus in der Hauptstadt Bamako mit. Entsprechende Tests des Pflegers seien positiv gewesen, hieß es.

Nach Behördenangaben starb der Patient aus Guinea, ohne dass er auf Ebola getestet wurde. Sein Leichnam wurde zurück in sein Heimatland gebracht - ohne die Sicherheitsvorkehrungen, die beim Umgang mit an Ebola Verstorbenen nötig sind. Es ist also möglich, dass sich weitere Menschen mit dem Virus infiziert haben.

Die Privatklinik, ein Teil des Personals und der Patienten wurde unter Quarantäne gestellt und von einem schweren Polizeiaufgebot abgeriegelt. Mali teilt sich eine rund 800 Kilometer lange Grenze mit dem stark von der Seuche betroffenen Guinea.

Der Fall hänge den ärztlichen Angaben zufolge nicht mit dem des zweijährigen Mädchens zusammen, das Ende Oktober im westmalischen Kayes an Ebola gestorben war. Erst am Montag war für 25 Menschen, die mit dem Mädchen Kontakt hatten, die Quarantäne aufgehoben worden.

Kürzlich hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zahl der erfassten Ebola-Fälle aufgrund veränderter Datenquellen leicht nach unten korrigiert. Sie bekräftigte jedoch, dass die Dunkelziffer weiter sehr hoch liegen dürfte. Auch stecken sich weiter Menschen mit dem Virus an. Seit Beginn des Ausbruchs im März sind bisher etwa 4950 Menschen gestorben.

Am Mittwochabend veröffentlichte die WHO einen neuen Bericht zur aktuellen Lage. In diesem ist die Rede von insgesamt vier Todesfällen in Mali. Laut dem Report breitet sich Ebola insbesondere in Sierra Leone weiterhin sehr schnell aus.

joe/AFP/Reuters/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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vanselow 12.11.2014
1. Still geworden
Um die Ebolaepidemie ist es still geworden in den deutschen Medien. Dabei meldet Ärzte ohne Grenzen, der Kampf gegen Ebola gehe unvermindert weiter. In Guinea werden die meisten Ebolakranken daheim behandelt, weil die Ebolazentren überlastet sind. Damit ist es auch nicht mehr möglich, die Zahl der Infizierten und Toten zu zählen. Eine Hilfe aus Europa sei bis heute ausgeblieben. Für Dezember werden die ersten Fälle in Deutschland erwartet. Deutschland sei darauf nicht vorbereitet. Warum dieses Schweigen über Ebola?
vanselow 12.11.2014
2. Still geworden
Um die Ebolaepidemie ist es still geworden in den deutschen Medien. Dabei meldet Ärzte ohne Grenzen, der Kampf gegen Ebola gehe unvermindert weiter. In Guinea werden die meisten Ebolakranken daheim behandelt, weil die Ebolazentren überlastet sind. Damit ist es auch nicht mehr möglich, die Zahl der Infizierten und Toten zu zählen. Eine Hilfe aus Europa sei bis heute ausgeblieben. Für Dezember werden die ersten Fälle in Deutschland erwartet. Deutschland sei darauf nicht vorbereitet. Warum dieses Schweigen über Ebola?
kraichgau12 12.11.2014
3. jetzt wirds wirklich
aha,ein Guineaner, der nicht diagnostiziert ist,liegt mit ebola krank in einem Hauptstadtkrankenhaus in Mali, dann steckt sich ein Pfleger an und erst DANACH wird getestet? und heute noch freute sich auf guardian der malische Gesundheitsminister,sein Land waere bald ebolafrei nach dem traveling children, der letzten grossen Sicherheitslücke,die sich da auftat.... und der Guineaner wurde einfach so wieder zurück gen Guinea geschickt als Leichnam? bin gespannt, wann die naechsten völlig unmöglichen Fälle erst nach Ihrem Ableben aus Mali gemeldet werden... dort ist doch meines Wissens auch die BW stationiert,oder?
kraichgau12 12.11.2014
4. @vanselow
ist doch recht einfach zu verstehen... weil Sie(Politik und Medien) glauben,was sie glauben möchten(weil es ein problem weniger zu lösen waere für die politiker in Berlin zb). könnte aber ziemlich schnell zu einem grösseren Problem werden,wenn das genau so eine zwischenphase wie april ist,als es auch angeblich begann aufzuhören,nur um dann stärker als ausbruch über drei laender hinweg aus zu brechen. WHO und die beteiligten Länder haben ein Interesse,so zu tun,als haetten sie die seuche im griff, entgegen der fakten, um Handlungsfähigkeit vorzutaeuschen. bei dem scenario in mail glaube ich auch nicht mehr an deren angeblich hochgedrillte medizinische vorkontrolle, die durch die WHO antrainiert wurde, wenn der GUINEANER unkontrolliert einreisen, vor ort erkanken und sterben konnte, ohne aufzufallen....und das beste ist eh der unkontrollierte rücktransport des leichnams..
seneca55 12.11.2014
5. 2. Ebola-Toter in Mali ?
Der 2. Tote in Mali seit Ausbruch der Seuche in Westafrika. Wenn die betroffenen Länder den Exit in andere Länder endlich ordentlich kontrollieren würden, gäbe es keine Toten außerhalb der 3 betroffenen Länder. Die Seuche ist auch längst unter Kontrolle der WHO. Auch ohne deutsche BW hat sich die Infektquote drastisch nach unten entwickelt. Die Behauptungen im Dezember schon 20.000 Tote und im Januar 33.000 Tote zu haben, war nachweislich Hysterie! Alles wird gut.
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