Epidemie Ebola-Patient in Dallas ist tot

Der Ebola-Patient in Dallas hat die Infektion nicht überlebt. Wie die Klinik mitteilte, starb der 42-jährige Mann aus Liberia am Mittwoch an den Folgen des Ebolafiebers. Ein Kranker aus Liberia soll am Donnerstag nach Leipzig geflogen werden.

Seuchenschutzexperten in Dallas, Texas: Ebola-Patient an den Folgen der Infektion gestorben
DPA

Seuchenschutzexperten in Dallas, Texas: Ebola-Patient an den Folgen der Infektion gestorben


Dallas - Der aus Liberia stammende Ebola-Patient im US-Bundesstaat Texas ist tot. Thomas Eric Duncan sei am Mittwochmorgen um 07.51 Uhr (Ortszeit) verstorben, teilte das Krankenhaus Texas Health Presbyterian in Dallas mit.

Duncan habe "tapfer" gegen Ebola gekämpft, sei der "heimtückischen Krankheit" am Ende aber erlegen. "Mit tiefer Trauer und tief empfundener Enttäuschung" müsse das Krankenhaus den Tod des Patienten mitteilen, hieß es in der Erklärung. "Wir haben der Familie in dieser schwierigen Zeit unsere Unterstützung angeboten und unser Beileid ausgesprochen."

Duncan hatte sich in seinem Heimatland mit Ebola infiziert. Der Erreger wurde aber erst diagnostiziert, nachdem der Liberianer zu einem Familienbesuch nach Texas gereist war. Nach einer Ansteckung vergehen bis zu 21 Tage, bis erste Zeichen der Krankheit wie Fieber und Übelkeit auftreten. Duncan war der erste Ebola-Patient, bei dem das Virus in den USA festgestellt worden war.

Checkliste: So werden Kontaktpersonen von Ebola-Kranken geprüft
SPIEGEL ONLINE (deutsche Übersetzung)

Checkliste: So werden Kontaktpersonen von Ebola-Kranken geprüft

Gesundheitsbehörden vor Ort beobachten derzeit jene Personen, mit denen der 42-Jährige Kontakt hatte, als er schon Symptome zeigte. Möglicherweise hat er in der Zeit weitere Personen angesteckt, bisher gibt es aber bei den Betroffenen offenbar keine Anzeichen einer Ebola-Erkrankung.

Um das Risiko zu senken, dass künftig weitere Ebola-Infizierte in die USA einreisen, haben die Behörden angekündigt, die Kontrollen an internationalen Flughäfen zu verschärfen. Geplant ist unter anderem, die Körpertemperatur von Passagieren aus Sierra Leone, Guinea und Liberia bei der Ankunft zu messen.

Weiterer Ebola-Patient in Deutschland erwartet

In Deutschland soll unterdessen ein weiterer Ebola-Patient aus Westafrika eingeflogen werden. Das Klinikum St. Georg in Leipzig erwartet am Donnerstagmorgen die Ankunft eines Uno-Mitarbeiters aus Liberia. Das sagte der Sprecher des sächsischen Sozialministeriums, Ralph Schreiber, am Mittwoch und bestätigte damit Informationen der "Leipziger Volkszeitung."

Der Patient werde mit einem Spezialflugzeug am Flughafen Leipzig eintreffen und von dort aus in die Klinik gefahren, hieß es. Es ist der dritte Ebola-Infizierte, der in Deutschland behandelt wird.

Zuvor waren bereits zwei Ebola-Erkrankte nach Deutschland gebracht worden: Ein Arzt aus Uganda liegt derzeit in Frankfurt am Main auf der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums. Ein Ebola-Patient aus dem Senegal wurde nach fünf Wochen Behandlung gesund aus der Isoliereinheit des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) entlassen.

Das Klinikum St. Georg wollte sich zunächst nicht weiter zu dem Fall äußern. Weitere Informationen solle es am Donnerstag "nach Prüfung des Sachverhaltes" geben, erklärte Klinikumssprecher Martin Schmalz.

EBOLA-VERDACHT - DAS PASSIERT IN DEUTSCHLAND
Auch in Spanien sind bereits zwei Ebola-Patienten behandelt worden, dabei kam es jedoch zu einem tragischen Zwischenfall: Eine Pflegehelferin des Madrider Hospital Carlos III, in dem die Patienten stationiert waren, hatte sich beim Umgang mit Ebola-Kranken infiziert.

Jetzt steht Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy in Erklärungsnot. Vor dem Parlament in Madrid nahm der Regierungschef am Mittwoch zu kritischen Fragen der Opposition Stellung und versprach höchste Transparenz. Rajoy sagte vor den Abgeordneten, es gebe Anweisung, "alle zur Verfügung stehenden Informationen weiterzugeben" - warnte aber zugleich vor Panik: Wir müssen aufmerksam, aber auch ruhig bleiben." Der konservative Regierungschef antwortete im Parlament auf eine Frage des Chefs der sozialiatischen Opposition, Pedro Sánchez, der "Sparmaßnahmen im öffentlichen Gesundheitssektor und Privatisierungstendenzen" kritisierte.

Die infizierte Pflegehelferin fühlte sich am 30. September erstmals krank. Fünf Tage zuvor war der zweite Ebola-Patient, ein 69-jähriger Geistlicher, der in Sierra Leone gearbeitet hatte, dem Ebolafieber erlegen. Die Pflegehelferin ging aber erst am 5. Oktober zum Arzt. Am Montag bestätigten die Gesundheitsbehörden die Ebola-Infektion der Frau.

Inzwischen wurden neben der Pflegehelferin fünf weitere Menschen wegen einer möglichen Ansteckung mit dem Virus unter Quarantäne gestellt. Sie hatten möglicherweise Kontakt zu der Frau, als diese bereits Symptome hatte. Erst wenn Beschwerden wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen auftreten, sind Ebola-Infizierte ansteckend. Bei den unter Quarantäne stehenden Kontaktpersonen handelt es sich um den Ehemann sowie drei Kolleginnen der Frau. Sie hatten ebenfalls zu dem Team gehört, das die Geistlichen behandelt hatte. Bei keiner der Kontaktpersonen ist bisher eine Ebola-Infektion festgestellt worden.

Streit um Hund der Ebola-Kranken

Der Zeitung "El Mundo" sagte die Ebola-Patientin in einem Telefoninterview, es gehe ihr etwas besser. Ihr Ehemann sagte der Zeitung, er fühle sich bestens. Ihm zufolge hatte sich seine Frau seit ihrer Erkrankung in der vergangenen Woche überwiegend zu Hause aufgehalten. Das Paar ist jetzt zudem in einen Streit mit den Madrider Behörden geraten, die dessen Hund vorsichtshalber einschläfern lassen wollen. Die Behörden hatten angeordnet, die Wohnung des Ehepaares in der Madrider Vorstadt Alcorcón zu desinfizieren und das Tier zu töten. Tierschützer setzten sich im Internet für das Tier ein. Experten wiesen darauf hin, dass die Gefahr einer Ebola-Infektion bei Hunden bisher kaum erforscht sei.

Wie sich die Pflegehelferin angesteckt hat, ist bisher nicht vollständig geklärt. Der Internist Germán Ramírez, der die infizierte Pflegehelferin behandelt, äußerte die Vermutung, sie könne sich beim Ausziehen der Schutzkleidung infiziert haben. Möglicherweise habe sie dabei mit einem kontaminierten Handschuh ihr Gesicht berührt. "Es ist möglich, dass es nicht ihr Fehler war, sondern einfach ein Versehen", sagte Ramírez. Deshalb habe sich die Pflegehelferin auch nicht sofort daran erinnert, als sie krank wurde.

Die Kritik am spanischen Gesundheitssystem wies Ministerpräsident Roy zurück. "Das spanische Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt", sagte der Regierungschef im Parlament. "Wir sollten die Mediziner ihre Arbeit tun lassen." Das Ebolavirus sei nicht leicht übertragbar. "Wir werden diese Situation überwinden."

cib/AFP/dpa

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insgesamt 56 Beiträge
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Seite 1
Kurt Kraus 08.10.2014
1. Hilflose Medizin
Wenn es nicht einmal in den USA gelingt, einen einzigen Ebola-Patienten zu retten, für den sicher getan wurde was möglich ist nach dem Stand der Wissenschaft, ist es da nicht vernünftiger, die verfügbaren Ressourcen in Quarantäne-Maßnahmen zu stecken?
eloquentinkompetent 08.10.2014
2.
Was ist daran so essentiell, dass dies eine Eilmeldung wert ist? Nein nur weiter Panik machen Klicks erhöhen. Diese Art von Journalismus ist sehr fragwürdig. Wo ist der Auftrag der Aufklärung!
mase96 08.10.2014
3.
Erst die zwei Patienten in Deutschland, dann die Spanierin die wahrscheinlich mit dem Virus noch in den Urlaub geflogen ist und nun das erste Todesopfer... ich glaube, dass das erst der Anfang ist...
sebastian.teichert 08.10.2014
4.
Hauptsache die Scheiße mal noch schön über die halbe Welt verteilt -.-
firefly 08.10.2014
5.
Das ist keine schöne Nachricht. Es scheint, als ob Brincidofovir in diesem Stadium auch nicht mehr viel ausrichten kann. Wer sich dafür interessiert wie "professionell" vor Ort gearbeitet wird, sollte sich unbedingt dieses Video ansehen und dabei bei 0:0:23 genau hinschauen was der Mann in seinem Arm trägt. Kein Wunder das sich bereits so viele Helfer infiziert haben: http://edition.cnn.com/video/data/2.0/video/world/2014/10/08/pkg-elbagir-us-ebola-labs-in-liberia.cnn.html
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