Ebola Frankfurter Patient hat das Schlimmste überstanden

Dem in Frankfurt behandelten Ebola-Patienten geht es wieder besser. Die spanische Krankenschwester, die sich mit dem Virus ansteckt hatte, ist ebenfalls genesen - betrauert jedoch ihren Hund.

Isolierstation der Frankfurter Uni-Klinik: Ebola-Patient konnte mit intensivmedizinischen Maßnahmen gerettet werden
DPA

Isolierstation der Frankfurter Uni-Klinik: Ebola-Patient konnte mit intensivmedizinischen Maßnahmen gerettet werden


Frankfurt - Der seit rund vier Wochen in einer Frankfurter Spezialklinik behandelte Ebola-Patient befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der aus Uganda stammende Arzt, Vater von vier Kindern, war am 3. Oktober nach Frankfurt gebracht worden, nachdem er sich bei einem Einsatz für eine italienische Hilfsorganisation in Sierra Leone infiziert hatte.

Er sei zwischenzeitlich lebensbedrohlich erkrankt gewesen, sein Zustand habe sich nach intensivmedizinischer Behandlung inzwischen aber deutlich verbessert, teilte das Universitätsklinikum Frankfurt am Mittwoch mit. Dort wird der Mann in einer Isoliereinheit von Spezialisten betreut.

Aktuell sei der Patient wach, könne sich selbstständig im Krankenzimmer bewegen, normal essen und habe keine Schmerzen. Es sei aber geplant, ihn weiter auf der Isolierstation zu pflegen, da der Mann noch einige Zeit brauchen werde, sich vollständig von seiner schweren Krankheit zu erholen.

Nach Angaben der behandelnden Ärzte versagten bei dem Patienten mehrere Organe. Er sei beatmet und an die Dialyse angeschlossen worden. Noch vor zehn Tagen sei nicht sicher gewesen, ob er überlebt. "Er stand kurz vor dem Tod", sagte Kai Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Das lebensgefährliche Versagen von inneren Organen ist eine typische Folge einer Ebola-Infektion. Gegen das Virus selbst gibt es bisher keine zugelassenen Medikamente.

Drei Patienten in Deutschland

Deutsche Kliniken haben bislang drei Mitarbeiter von Hilfsorganisationen aufgenommen, die sich bei ihrem Kampf gegen die schon seit Monaten in Westafrika grassierende Epidemie vor Ort angesteckt hatten. Ein in Leipzig behandelter 56-jähriger Uno-Experte starb vor etwa drei Wochen trotz der Bemühungen der Ärzte und Pfleger. Ein in Hamburg versorgter Patient konnte vor Kurzem entlassen werden.

Derweil konnte auch eine spanische Krankenschwester, die sich bei der Behandlung eines Ebola-Patienten in Madrid angesteckt hatte, das Krankenhaus verlassen. Bei einer Blutanalyse waren bei der 44-Jährigen zuletzt keine Ebolaviren mehr festgestellt worden. "Ich fühle mich noch etwas schwach", sagte sie am Mittwoch.

Die Frau beklagte sich in einer Mitteilung, dass die Behörden ihren Hund hatten einschläfern lassen. "Das Schlimmste an der ganzen Angelegenheit ist, dass unser Hund keine Chance hatte", las ihr Mann vor. Er sagte auch, sie sei bei dem Thema zu emotional, um selbst darüber zu sprechen - der Hund sei für das kinderlose Paar wie ein Kind gewesen.

EU-Kommissare reisen nach Westafrika

In Westafrika haben sich nach den aktuellsten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 13.500 Menschen mit Ebola infiziert, fast 5000 sind während des Ausbruchs an den Folgen der Krankheit gestorben. Experten gehen dabei von einer hohen Dunkelziffer aus. Eine kürzlich im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Studie bestätigt die Beobachtung, dass nur etwa ein Viertel der Erkrankten das Ebolafieber überleben.

Um sich ein Bild von der Lage in den betroffenen Ländern zu machen, werden in der kommenden Woche zwei EU-Kommissare nach Sierra Leone, Liberia und Guinea fahren. Der für Humanitäre Hilfe zuständige Christos Stylianides und Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis planten die Reise vom 12. bis 16. November, sagte der neue EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Mittwoch in Brüssel. "Ich wünsche mir, dass die EU-Kommissare Informationen vor Ort bekommen und vor Ort handeln." Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben mehr als 900 Millionen Euro für den Kampf gegen Ebola bereitgestellt.

wbr/dpa/AFP/AP

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insgesamt 16 Beiträge
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Volksverdummung-2 05.11.2014
1. US-Militär für Ebola-Ausbruch verantwortlich?
Es gibt einen Ebola-Impfstoff und die Ursache des Ausbruch ist das US-Militär? siehe: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2014/10/us-militar-fur-ebola-ausbruch.html
muellerthomas 05.11.2014
2.
Zitat von Volksverdummung-2Es gibt einen Ebola-Impfstoff und die Ursache des Ausbruch ist das US-Militär? siehe: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2014/10/us-militar-fur-ebola-ausbruch.html
oh man. Immer wieder erstaunlich, wie Ihr VTler jede noch so transparente öffentliche Quelle oder die "Mainstreampresse" anzweifelt, aber sobald etwas auf einem VT-Blog steht, wird blind geglaubt.
kraichgau12 05.11.2014
3. gibt es irgendeinen logischen Grund...
warum ein ugandischer Arzt,der für eine italienische Hilfsorganisation gearbeitet hat,ohne die wundermittel(die ofensichtlich für ihn nicht zur Verfügung standen) nicht in ROM oder florenz geheilt werden konnte???? denn er war nicht für das deutsche rote kreuz oder sonstige deutschen crews unterwegs und bisher gilt weltweit! das das herkunftsland bzw das arbeitgeberland die pflege übernimmt nur die depperten deutschen gehen ungedeckte checks ein und behandeln jeden eingeflogegenen patiente,eine herrangehenweise,die in europa sonst niemandem im traum einfallen würde und das ist durchaus richtig so,denn,wenn schon risiko eingeflogen wird(siehe spanien) dann bitte nur zur heilung eigener staatsangehöriger die millionen für diesen einsatz wird die who,die ja gern garantien abgibt,aus ihrem mini budget dann in 30 jahren zahlen aber gut,das es wieder einen chef arzt gibt,der einen erstbehandlerbericht veröffentlichen kann, da sind die paar euros schon gut investiert..
kraichgau12 05.11.2014
4. ein paar infos von
seit wochen warten kubaische aerzteteams darauf,ihre arbiet in sierra leone aufnehmen zu können,nur leider hat die europaeische ngo,die für die klinik zuständig war,das handtuch geschmissen....keine organisation seit monaten warten nigerianische und andere afrikanische freiwilligenkontingente auf visa zum einsatz in der region...vergeblich bisher hat kein land einen ebola patienten zur behandlung in europa aufgenommen,der kein staatsbürger war(logisch,diesen ist der staat verpflichtet)..einzige ausnahme? die BRD und ALLE Klinikchefaerzte hatten nach erfolg oder misserfolg nichts eiliger zu tun, als erstbehandlerberichte in renommierten aerztejournalen zu veröffentlichen...da lohnen sie die millionen eingesetzter steuergelder zumindest für den halbgott in weiss...
tlatz 05.11.2014
5. Ich kann Sie beruhigen
Zitat von Volksverdummung-2Es gibt einen Ebola-Impfstoff und die Ursache des Ausbruch ist das US-Militär? siehe: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2014/10/us-militar-fur-ebola-ausbruch.html
Ich kann Sie beruhigen. Ich hab den Link mal angeklickt und überflogen und Sie sollten sich keine Sorgen machen; wer so schlechtes Deutsch schreibt wie der dortige Autor, wird wahrscheinlich weder ein Meisterjournalist noch ein Arzt noch sonst irgendjemand mit wissenschaftlichem Hintergrund sein sondern nur irgend ein Spinner, der das Internet auf der Suche nach absonderlichen Theorien durchforstet und das dann in radebrechendem Deutsch verbreitet. Und solchen Menschen werden intelligente Leute wie Sie und ich ja nicht glauben, oder?
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