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Spanien: Hund von Ebola-Patientin vorsorglich eingeschläfert

Die Empörung Zehntausender half nicht: Aus Angst vor der Ausbreitung des Ebolavirus haben spanische Behörden den Hund einer infizierten Krankenschwester einschläfern lassen. Erkenntnisse gibt es offenbar darüber, wie sich die Spanierin angesteckt hatte.

Madrid - Ungeachtet einer Online-Petition mit mehr als 74 000 Unterschriften zur Rettung von "Excálibur": Der Hund der an Ebola erkrankten spanischen Krankenschwester Teresa Romero ist nach Angaben der Madrider Regionalregierung aus hygienischen Gründen eingeschläfert worden. "Wir hatten leider keine andere Wahl", sagte der Gesundheitsminister der Madrider Regionalregierung, Javier González.

Tiermediziner wiesen darauf hin, dass die Gefahr einer Ebola-Infektion bei Hunden bisher kaum erforscht sei. "Wir dürfen kein Risiko eingehen", sagte der Präsident der Madrider Veterinärvereinigung, Felipe Vilas, der Zeitung "El País". "Es ist logisch, das Tier zu eliminieren."

Die infizierte Krankenpflegerin einer Madrider Klinik, in der zuvor zwei Patienten an Ebola gestorben waren, ist der erste Erkrankungsfall mit dem tödlichen Virus in Europa. Im August und September waren zwei spanische Missionare, die aus Westafrika zurückgekehrt waren, in der Klinik Carlos III. an den Folgen der Ebola-Infektion gestorben. Einen von ihnen hatte die Krankenschwester gepflegt: Der Geistliche Manuel Garcia Viejo hatte sich in Sierra Leone mit Ebola angesteckt und war mit einem Flugzeug der spanischen Luftwaffe ausgeflogen worden.

Internetkampagne für "Excálibur"

Auf die Anordnung von Behörden, die Wohnung der Spanierin zu desinfizieren und den Hund zu töten, ist ein landesweiter Streit ausgebrochen: Gestartet hatte eine Internetkampagne mit Zehntausenden Unterstützern der Ehemann der Ebola-Kranken - der wegen Infektionsgefahr ebenfalls in die Quarantänestation eines Krankenhauses eingeliefert worden war.

"Er ist allein in der Wohnung, hat Nahrung und Wasser. Da kann er niemanden anstecken", sagte der Ehemann "El País". Rund 74.000 Tierschützer schlossen sich dem Aufruf im Netz an - etwa 50 von ihnen blockierten die Wohnung, als die Polizei anrückte, um den Mischlingshund zu holen.

Untersuchungen des Krankenhaus haben unterdessen ergeben, wie sich die spanische Krankenschwester angesteckt haben könnte: Beim Ablegen ihrer Schutzkleidung habe sie ihr Gesicht unbeabsichtigt mit einem womöglich mit Ebola-Viren kontaminierten Arbeitshandschuh berührt, sagte ihr behandelnder Arzt German Ramírez am Mittwoch in Madrid nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP.

Aus Sorge, dass sich das Virus in Madrid weiter ausbreiten könnte, stehen derzeit sieben Menschen unter Quarantäne. Wie die Klinik Carlos III. am Mittwochabend mitteilte, wurden drei neue Patienten isoliert, dabei handelt es sich um zwei Ärzte und einen Krankenpfleger. Bei dem Krankenpfleger seien Symptome einer möglichen Erkrankung festgestellt worden, ein Untersuchungsergebnis liege aber noch nicht vor, hieß es weiter.

Gesundheitschecks an US-amerikanischen Flughäfen geplant

Die EU-Kommission kündigte derweil an, Pflegepersonal und Reisende umfassender über das Virus informieren zu wollen. Hinsichtlich der vielen Mediziner und Helfer, die nach Westafrika ausgereist sind, rechnet Brüssel damit, dass künftig weitere Ebola-Patienten in Europa behandelt werden würden. Dennoch sei eine Ebola-Ausbreitung in den EU-Staaten "sehr unwahrscheinlich", sagte der Kommissionssprecher für Gesundheit, Frédéric Vincent.

Mit angekündigten schärferen Gesundheitskontrollen an fünf Flughäfen hat dagegen die USA reagiert: Laut der US-Regierung sollen Flugreisenden aus den Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea die Körpertemperatur gemessen und sie detailliert über ihr Reiseverhalten in Westafrika befragt werden. Die Maßnahmen beginnen demnach zunächst am Samstag am John-F.-Kennedy Flughafen in New York. In der nächsten Woche ziehen die Flughäfen in Newark (New Jersey), Dallas (Texas), Chicago (Illiois) und Atlanta (Georgia) nach.

daf/irb/dpa/AP/AFP

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