Mehr Ebolafälle im Kongo Nachbarland Uganda startet Impfkampagne

Das lebensgefährliche Ebolavirus breitet sich im Kongo weiter aus. Die Nachbarländer sind alarmiert, blieben bisher jedoch verschont. Impfungen sollen dafür sorgen, dass dies so bleibt.

REUTERS


Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet, wurde das lebensgefährliche Ebolavirus innerhalb von einer Woche bei 32 neuen Patienten im Kongo nachgewiesen. Die Nachbarländer des zentralafrikanischen Staates seien alarmiert. In Uganda werden jetzt 1600 Helfer in Gesundheitszentren entlang der Grenze geimpft, kündigte dessen Gesundheitsministerin Jane Ruth Aceng am Freitag an.

Aus Südsudan, Uganda und sogar dem Jemen seien bereits Ebola-Verdachtsfälle gemeldet worden, berichtete die WHO weiter. Aber es habe sich in keinem der Fälle tatsächlich um eine Ebola-Infektion gehandelt. Fast zwölf Millionen Menschen seien an Grenzposten des Kongo bereits auf Anzeichen von Ebola geprüft worden. Dabei gab es 14 Verdachtsfälle, bei einem davon sei das Virus nachgewiesen worden.

Die Neuerkrankungen im Kongo sind überwiegend in der Großstadt Beni und Umgebung nachgewiesen worden. Dort kämpfen Rebellen, was es Helfern schwermacht, Patienten schnell aufzusuchen, zu isolieren und ihre Angehörigen zu kontaktieren.

Bereits 180 Tote im Kongo

Zwischen Anfang August und Ende Oktober haben sich nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums 250 Menschen mit Sicherheit und weitere 35 wahrscheinlich mit dem Ebolavirus infiziert. 81 Patienten hätten die Infektion überstanden, 180 seien gestorben. Im Kongo haben bereits mehr als 25.000 Menschen den vielversprechenden experimentellen Impfstoff erhalten, darunter Angehörige von Kranken, deren Kontaktpersonen sowie medizinische Fachkräfte. Seit dem Ausbruch hätten sich 25 Menschen angesteckt, die Kranke versorgt haben, und drei seien gestorben, so die WHO.

Mitte Oktober berieten Experten der WHO, ob sie aufgrund des Ebola-Ausbruchs im Kongo einen internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen sollten, entschieden sich jedoch dagegen. Man sei optimistisch, dass dieser Ausbruch in absehbarer Zeit unter Kontrolle gebracht werden könne, hieß es damals.

Das Ebolavirus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei einer Epidemie 2014/15 starben in Westafrika mehr als 11.000 Menschen. Infizierte Patienten können das Virus über Körperflüssigkeiten wie Schweiß, Blut oder Erbrochenes übertragen. Mittlerweile existieren jedoch neben dem Impfstoff auch experimentelle Medikamente, die bei einem aktuellen Ausbruch eingesetzt werden.

mah/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.