Epidemie WHO dämpft Hoffnung auf Ebola-Medikamente

In Westafrika werden ab Dezember zwei Therapien gegen Ebola getestet. Doch die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor allzu großen Hoffnungen. In Mali wurde derweil ein weiterer Todesfall bestätigt.

Ebola-Behandlungszentrum von Ärzte ohne Grenzen in Monrovia: Mehrere Medikamente sollen getestet werden
AFP

Ebola-Behandlungszentrum von Ärzte ohne Grenzen in Monrovia: Mehrere Medikamente sollen getestet werden


Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Hoffnungen auf eine baldige Heilung von Ebola gedämpft. Bislang habe bei keinem verwendeten Mittel nachgewiesen werden können, dass es gegen die Krankheit wirke, bei einigen könne es definitiv ausgeschlossen werden, sagte WHO-Experte Martin Friede am Freitag in Genf. Die Organisation will mehr als 120 potenzielle Behandlungsmethoden gegen die tödliche Seuche unter die Lupe nehmen.

Hoffnung hatte etwa das sonst bei HIV-Patienten verwendete Präparat Lamivudine geweckt, nachdem ein Arzt dies benutzt hatte und andere ihm gefolgt waren. Es habe sich aber herausgestellt, dass das Mittel keine Auswirkungen auf Ebola habe. Friede riet daher von einer Anwendung ab.

Auch die Wirksamkeit des Medikaments ZMapp der kalifornischen Biotechfirma Mapp Biopharmaceuticals habe bislang nicht nachgewiesen werden können, sagte der Wissenschaftler. Zwei mit Ebola infizierte amerikanische Helfer hatten das Mittel erhalten und sich bald erholt. Der positive Verlauf der Krankheit könne jedoch ebenso ein Ergebnis der guten Pflege der Patienten gewesen sein. Zudem könnten andere Medikamente eine Rolle gespielt haben, da die Patienten zwei bis vier unterschiedliche Präparate erhalten hätten.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte angekündigt, sie wolle ab Dezember an medizinischen Zentren in Liberia und Guinea verschiedene Therapien zur Heilung der Krankheit erproben. Getestet werden Medikamente der US-Firma Chimerix (Wirkstoff Brincidofovir) und der japanischen Firma Fujifilm (Wirkstoff Favipiravir). Beide Mittel wurden vorher zur Bekämpfung anderer Virusinfektionen getestet. Zudem soll erhoben werden, inwieweit Erkrankte durch Blutplasma von Ebola-Überlebenden geheilt werden können.

Nach Angaben der WHO starben an der Seuche bislang 5160 Menschen. Über 14.000 Personen hätten sich infiziert. Es wird jedoch von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen. Am stärksten betroffen sind die westafrikanischen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Weiterer bestätigter Ebola-Fall in Mali

Einen weiteren Ebola-Fall in Mali bestätigte das Gesundheitsministerium des Landes. Nach dessen Angaben starb am Donnerstag eine Frau, die den Leichnam eines aus Guinea stammenden Geistlichen gewaschen hatte. Auch ein am Dienstag verstorbener Pfleger hatte sich bei dem Imam angesteckt. Der Mann aus Guinea war jedoch nie offiziell getestet worden.

Derweil kündigten die USA an, einen mit Ebola infizierten Arzt aus Sierra Leone zur Behandlung nach Nebraska zu fliegen. Der Mediziner habe eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für die USA, erklärte das Außenministerium. "Seine in Maryland wohnende Ehefrau hat das Außenministerium gebeten zu prüfen, ob er zur Behandlung in die Universitätsklinik nach Nebraska geflogen werden kann", teilte Sprecherin Jen Psaki mit. Der Mann solle am Samstag dort eintreffen, zitierte der Fernsehsender CNN einen Regierungsmitarbeiter. Bisher sind in den Vereinigten Staaten neun Ebola-Fälle behandelt worden, acht davon wurden geheilt, ein Patient starb.

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wbr/Reuters/dpa



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spon-facebook-10000523851 14.11.2014
1. Nochmals...
nachdem nun endlich damit richtig Kohle gemacht werden kann, muss man auf Medikamente und Impfstoffe wohl nicht mehr lange warten. Natuerlich laesst sich bei Behandlung mehr verdienen; siehe auch Krebs oder Krankheiten in die die Industrie nicht investieren will. Oder liege ich da daneben ?
roland.vanhelven 15.11.2014
2. ach ja, die WHO
die WHO sterilisiert momentan ganze landtsriche in Afrika mit impfungen. einfach mal googlen, denn bei SPON und Bild und Co wird dass verschwiegen...
kraichgau12 15.11.2014
3. mali...
keine Ahnung,warum hier kommentare scheinbar wahllos frei/nicht freigeschaltet werden... also,noch einmal, nach dem reisenden ebola kleinkind hatte die WHO erklärt, eine sofort-kampagne zum trainieren für weitere Fälle zu starten, schon ab mai sollte das anrainerland eigentlich auf die risiken aufmerksam gemacht und bei der ausbildung betreut werden....soweit die WHO nun ist völlig unabhaengig von dem reisenden Kleinkind ein GUINEANER infiziert über die Grenze gekommen,bis in die Hauptstadt krank gelangt,im KH verstorben,ohne getestet worden zu sein, der Pfleger,ebenfalls infiziert,stirbt auch und erst DANACH erkennt mali, das angeblich so toll trainiert wurde, das mitten in der Hauptstadt eine neue Infektionskette entstanden ist. und als sei das noch nicht der supergau,reist der leichnam(mit sicherheit mit familienangehörigen dabei)unkontrolliert wieder gen Guinea DAS sich auf der Zunge zergehen lassen, beschreibt sehr gut,warum ich der WHO und ihrer Effizienz sehr kritisch gegenüber stehe! es sieht fast so aus,als wenn seit Frühling noch absolut gar nichts in Mali getan worden waere an Aufklärung/Vorbereitung und Follow up
saimwolga 15.11.2014
4. kraichgau12
Menschen machen Fehler im Strassenverkehr, fahrlässige, grob fahrlässige-bestreiten Sie die Effizienz der Fahrschulen? Ernsthaft, wie sähe ihrer Meinung nach eine effiziente Lösung aus?...Jeder Bürger hat einen WHO-Mitarbeiter an seiner Seite? Jede Kraft in Krankenhäusern und Altenheimen usw....wird rund um die Uhr von Hygienefachkräften begleitet?.....Denn beim Faktor individueller Mensch und seinem Handeln, fangen die Probleme an.....wie soll man das Lösen? Sie scheinen mehr zu wissen. Sagen Sie-wie kriegen wir katastrophale Zustände in öffentlichen Einrichtungen in den Griff? Warum z.B. haben Pflegekräfte Hautschäden, obwohl es Schulungen und Einmalhandschuhe gibt?.....Was kann der Arbeitgeber noch! tun?... Der einzelne Mensch ist meist die Fehlerquelle, trotz Schulung. Das Thema Ebola sollte doch in Westafrika mittlerweile bekannt sein, oder?....wie hätte die WHO, oder sonstige Verantwortliche verhindern können, dass eine Frau mit einem symptomatischen Kleinkind durch ganz Mali reist?.....Kein System kann funktionieren, wenn Einzelne aus dem System ausbrechen, aus welchen Gründen auch immer. Sie scheinen aber eine Lösung des Problems zu kennen, lassen Sie uns teilhaben....dann das Problem ist allgegenwärtig, wenn auch sonst nicht mit solch fatalen Auswirkungen.
kraichgau12 15.11.2014
5. Re-saimwolga
nehmen wir nur mal ganz kurz an,seit März würde diese tödliche Seuche im Nachbarland Frankreich wüten, bis zum Elsass haette es sich schon verbreitet und jedem ist mittlerweile in D bekannt,wie verheerend in Paris die Seuche wütet. Glauben Sie ernsthaft,an der deutsch-französischen Grenze würden die dann mit Sicherheit ebenso wie in Mali stationierten Grenzer entspannt laechelnd offenkundig kranke Kinder durchwinken? einen kranken Imam/Heiler(da streiten sich die medien noch,bei telegraph wars ein heiler) einfach nach Berlin durchreisen lassen? einfach mal die Dauer der Seuche(bald 9 Monate) vor Augen halten,sich vor Augen halten,das das wie im Scenario ein direktes Nachbarland ist. Wenn nach 9 Monaten noch null funktioniert....dann hat sich das WHO training als Luftnummer erwiesen. Individuelle Fehler treten überall auf,aber hier gehts um ganze Fehlerketten, die in jedem Grundkurs zur Hygiene Einhaltung/Seuchenbekämpfung angesprochen werden btw, viele Versicherer lehnen mittlerweile den Ausflug von expats ab im Infektionsfall. AXA zb erklärt klipp und klar, das dann Unterbringung in localen Kliniken angesagt ist...das Ausfliegen gibts also nur für medizinisches Personal
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