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Epidemie beendet: WHO erklärt Westafrika erneut als Ebola-frei

Die Menschen trauen sich wieder, sich die Hände zu geben Zur Großansicht
DPA

Die Menschen trauen sich wieder, sich die Hände zu geben

Mehr als 11.000 Menschen starben, jetzt hat die WHO zum zweiten Mal das Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika verkündet. Der letzte Fall in Sierra Leone liegt 42 Tage zurück.

Die Bilanz liest sich bitter: Mehr als 28.000 Infizierte, mehr als 11.000 davon überlebten die Erkrankung nicht. Jetzt hat die WHO die Ebola-Epidemie in Westafrika als beendet erklärt. Es ist bereits der zweite Anlauf.

Kurz nachdem Westafrika im Januar zum ersten Mal als frei von Ebola galt, war ein neuer Fall in Sierra Leone aufgetreten. Mittlerweile liegt die vorerst letzte Erkrankung in dem Land 42 Tage zurück, das entspricht der doppelten Inkubationszeit. Normalerweise führt eine Ansteckung mit dem Ebola-Virus spätestens nach 21 Tagen zu Beschwerden.

Die WHO geht nach eigenen Angaben davon aus, "dass alle Übertragungsquellen in der Region ausgemacht und gestoppt wurden". Es bestehe aber weiterhin das Risiko, dass die Epidemie in Sierra Leone und in den Nachbarländern Liberia und Guinea wieder aufflamme. Dies liege insbesondere daran, dass das Ebolavirus etwa im Sperma Überlebender überdauern kann.

Spätfolgen an Augen, Gehör und Gelenken

Die Ebola-Epidemie hatte nach WHO-Erkenntnissen Ende Dezember 2013 im Dorf Guéckédou in Guinea ihren Anfang genommen. Von dort aus sei das Virus mit Reisenden auf dem Landweg sowie in Flugzeugen in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone sowie schließlich in sieben weitere, wenngleich erheblich weniger stark betroffene Länder gelangt.

Guinea wurde bereits am 29. Dezember für Ebola-frei erklärt. In Liberia verkündete die WHO zuletzt am 14. Januar das Ende des Ausbruchs. Selbst wenn das Virus vorerst nicht nach Westafrika zurückkehren sollte, werden die Bewohner noch lange unter den Folgen der Epidemie leiden. Viele Überlebende entwickeln in der Zeit nach der Krankheit Schwierigkeiten mit dem Sehen, Hörprobleme und Gelenkschmerzen.

Die WHO war wegen ihrer anfänglich schwerfälligen Reaktion auf die Ebola-Epidemie in die Kritik geraten. In einem von der Organisation selbst in Auftrag gegebenen Bericht kritisierten unabhängige Experten, die WHO habe viel zu spät auf Warnungen reagiert. Zudem habe sie es in den ersten Monaten versäumt, die örtlichen Gemeinschaften umfassend in den Kampf gegen das Virus einzuspannen.

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irb/AFP

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