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Epidemie in Westafrika: WHO erklärt Liberia für Ebola-frei

Liberias Präsidentin Johnson Sirleaf (Mitte): Handschlag endlich wieder erlaubt Zur Großansicht
DPA

Liberias Präsidentin Johnson Sirleaf (Mitte): Handschlag endlich wieder erlaubt

Die Ebola-Epidemie in Liberia gilt offiziell als beendet. Sieben Wochen nach dem Tod des letzten Opfers gibt die Weltgesundheitsorganisation Entwarnung - andere warnen vor einem neuen Ausbruch.

Eineinhalb Jahre nach dem Ausbruch der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika hat Liberia den Kampf gegen die Seuche offenbar gewonnen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte das Land am Samstag für Ebola-frei. Liberia ist der erste der drei am schlimmsten betroffenen Staaten, in dem die Epidemie als beendet gilt. Das letzte Opfer in Liberia war vor sieben Wochen gestorben. Seitdem seien keine neuen Fälle mehr aufgetreten, hieß es in einer Mitteilung.

In der Hauptstadt Monrovia feierten Tausende Menschen die Ankündigung. Bei einer Zeremonie im St-Josefs-Krankenhaus dankte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf vor allem den Gesundheitsarbeitern und allen Helfern. "Wir beten, dass das Virus nie mehr nach Liberia zurückkommt", sagte sie, während die Bürger in Chören riefen: "Nie mehr Ebola!"

Auch aus Sierra Leone und Guinea gibt es verhältnismäßig gute Nachrichten. In den beiden Nachbarländern Liberias waren zuletzt noch insgesamt 18 Neu-Infektionen in einer Woche gezählt worden. Das war laut WHO die geringste Zahl an neuen Fällen in diesem Jahr.

Seit Dezember 2013 waren nach offiziellen Angaben mehr als 26.000 Menschen an Ebola erkrankt, rund 11.000 von ihnen starben, darunter auch 500 Gesundheitshelfer. Die Dunkelziffer dürfte jedoch wesentlich höher liegen.

Der Sieg gegen die Seuche sei "ein monumentaler Erfolg" in einem Land, in dem auf dem Höhepunkt der Epidemie im August und September 2014 300 bis 400 neue Fälle pro Woche verzeichnet wurden, so die WHO.

Ärzte ohne Grenzen warnt vor erneuter Ausbreitung

Vize-Gesundheitsminister Tolbert Nyenswah sagte, vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden habe zu dem Erfolg beigetragen. Am Anfang habe sich die Seuche wegen der Unwissenheit der Bevölkerung wie ein Lauffeuer ausgebreitet, aber als die Menschen begriffen hätten, wie das Virus besiegt werden kann, hätten sie alle zusammengearbeitet, sagte Nyenswah.

Laut WHO sind weiterhin große Anstrengungen nötig, um die Krankheit im Zaum zu halten. Die Aufmerksamkeit gegenüber dem Virus dürfe nicht nachlassen. "Es gibt weiter neue Fälle in Guinea und Sierra Leone, sodass das hohe Risiko besteht, dass infizierte Menschen die Grenze nach Liberia überqueren", hieß es.

Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen warnte, dass das Virus so lange nicht besiegt sei, bis alle Länder für Ebola-frei erklärt würden. Die Kontrollen an den Grenzen müssten verschärft werden. "Die ganze harte Arbeit könnte in einem einzigen Augenblick dahin sein", warnte Mariateresa Cacciapuoti, Einsatzleiterin der Hilfsorganisation in dem Land.

Liberia hatte unter den Ländern Westafrikas mit 4700 die höchste Zahl an Toten zu beklagen. Im Laufe der Epidemie waren auch in Nigeria, Mali und im Senegal Menschen erkrankt. Außerdem hatten sich Krankenschwestern und Ärzte aus Spanien, Großbritannien und den USA bei ihrem Einsatz angesteckt.

fdi/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1.
wo_st 10.05.2015
Wieso glaub ich das nicht? Siehe Artikel: Ebola-Komplikation Das ging ins Auge Von*Irene Berres
2. Was genau
cindy2009 10.05.2015
Worin besteht denn nun Ihre Skepsis genau? Glauben Sie nicht, dass seit Wochen kein NEUER Fall mehr aufgetreten ist?
3.
enni3 10.05.2015
Zitat von wo_stWieso glaub ich das nicht? Siehe Artikel: Ebola-Komplikation Das ging ins Auge Von*Irene Berres
Wie in dem von Ihnen zitiereten Artikel beschrieben, gibt es Regionen im Körper, die sich bis zu einem gewissen Maße der eigenen Immunabwehr entziehen. Auch der dort beschriebene Patient kann an der Krankheit nicht mehr ernsthaft erkranken. Da Sie kaum seine Augen essen werden, kann er Sie auch nicht anstecken, denn sobald die Viren den "Rückzugsort" verlassen kann das Immunsystem mit den Antikörpern sofort angreifen. Gefährlich kann nur der beschrieben "Rückzugsort" der Hoden werden (die sind übrigens deswegen vor dem eigenen Immunsystem weitesgehend geschützt, dass keine Autoimmunreaktionen fehlerhafterweise eine Region mit einer der höchsten Replikationsraten und der damit möglichen Mutationen angreifen). Das Virus existiert weiter, da haben Sie recht. Ausrotten lässt es sich nicht, da es nicht nur den Menschen als Wirt kennt. Reservoire in anderen Tierarten vor allem anderen Primaten existieren weiter im Dschungel Afrikas.
4. So sehr
Montanabear 11.05.2015
Zitat von wo_stWieso glaub ich das nicht? Siehe Artikel: Ebola-Komplikation Das ging ins Auge Von*Irene Berres
man hoffen mag, dass Ebola keine Gefahr mehr darstellt, so sehr hegt man auch Zweifel. Die Infektion durch das Auge könnte erst der Anfang sein, denn auch als geheilt entlassene Patienten müssen auf unbestimmte Zeit Kondome benutzen, weil auch dort noch Keime verborgen sein könnten. Und kann man das gesetzlich vorschreiben oder gar untersuchen ? Kopfschütteln. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, denen, die um so manches Leben gekämpft haben, unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen.
5. Zu dumm...
dr.u. 11.05.2015
"Vize-Gesundheitsminister Tolbert Nyenswah sagte, vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden habe zu dem Erfolg beigetragen. Am Anfang habe sich die Seuche wegen der Unwissenheit der Bevölkerung wie ein Lauffeuer ausgebreitet, aber als die Menschen begriffen hätten, wie das Virus besiegt werden kann, hätten sie alle zusammengearbeitet, sagte Nyenswah." ... daß diese Epidemie durch Kooperation, Verhaltensweisen und Aufklärung in den Griff bekommen wurde. Da hat die berichtende Presse der Pharmaindustrie mit ihrem experimentellen Ebola-Impfstoff aber gehörig in die Suppe gespuckt. Korrekter Weise hätte man doch jetzt die Gelegenheit nutzen müssen, auf den Erfolg und die Alternativlosigkeit der Impfprophylaxe hinzuweisen...
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