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Lebensgefährliches Virus: Erste Ebola-Patientin in Mali ist gestorben

Die erste Ebola-Patientin Malis war erst zwei Jahre alt - und ist an der Krankheit gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, das Mädchen könnte das Virus verbreitet haben, als sie mit Nasenbluten in einem Bus reiste.

Dakar - Ein zweijähiges Mädchen ist in Mali an Ebola gestorben. Das berichtete eine Krankenschwester in der Stadt Kayes, wo das Kind behandelt wurde. Sie war die erste Patientin in dem westafrikanischen Land, bei der das lebensgefährliche Virus festgestellt wurde. Der Ausbruch der Krankheit war erst am Donnerstag bestätigt worden.

Das Kind aus Guinea war dem malischen Gesundheitsministerium zufolge positiv auf Ebola getestet worden. Die Mutter des Kindes sei in Guinea gestorben. Verwandte hätten das Kind daraufhin ins benachbarte Mali gebracht.

Der Fall alarmiert unterdessen die Weltgesundheitsorganisation: Das Ebolavirus könnte sich nun im Land ausbreiten. Die WHO erklärte am Freitag, die kleine Patientin sei mit dem Bus durch das Land gefahren, während es Symptome der Krankheit gezeigt habe: Das zweijährige Mädchen soll aus der Nase geblutet haben. Dabei habe es diverse Möglichkeiten zum Kontakt mit anderen Menschen gegeben, die sich angesteckt haben könnten. 43 Personen, die mit dem Kind in Kontakt gewesen seien, würden beobachtet.

CDC-Checkliste: So werden Ebola-Kontaktpersonen beobachtet Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE (deutsche Übersetzung)

CDC-Checkliste: So werden Ebola-Kontaktpersonen beobachtet

In Westafrika - vor allem in Liberia, Sierra Leone und Guinea - sind bislang offiziellen Angaben zufolge fast 4900 Menschen an der Krankheit gestorben, für die es bisher keine Impfung und keine Medikamente gibt. Die Dunkelziffer dürfte nach Schätzungen von Experten weit höher sein.

Auch im Senegal und in Nigeria hatte es Ebola-Fälle gegeben, beide Länder gelten inzwischen aber als Ebola-frei.

Am Freitag meldeten auch die USA einen neuen Ebola-Fall: Erstmals war die Millionenstadt New York betroffen. Ein Arzt, der für Ärzte ohne Grenzen in Guinea gearbeitet hatte, zeigte nach seiner Rückkehr Symptome der Krankheit.

Angesichts des neuen Falls haben die Bundesstaaten New York und New Jersey ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Wer in Westafrika mit Ebola-Patienten in Kontakt gekommen sei, müsse bei der Wiedereinreise in die USA künftig für bis zu 21 Tage in Quarantäne, teilten die Bundesstaaten am Freitag mit.

Die verschärften Quarantäne-Regeln betreffen demnach Reisende, die aus Guinea, Sierra Leone und Liberia wieder an den Flughäfen JFK in New York und Newark in New Jersey eintreffen und in Westafrika Ebola-Patienten behandelt haben oder mit ihnen in Kontakt gekommen sind.

Auch wer aus den westafrikanischen Ländern zurückkehre, aber keinen wissentlichen Kontakt mit Erkrankten gehabt habe, werde aktiv von den Gesundheitsbehörden überwacht, sagten die Gouverneure der beiden Staaten, Andrew Cuomo und Chris Christie. Eine Quarantäne werde in diesen Fällen aber nur "wenn nötig" angeordnet.

sun/Reuters/AP/AFP

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1. Und das hilft?...
tibu646 24.10.2014
" Sie würden bis zu 21 Tage nach ihrer Rückkehr täglich kontaktiert, um sicher zu gehen, dass sie keine Symptome zeigten." Anrufen alleine hilft da wohl nichts, wenn sich die Leite frei bewegen können. Man sollte die Personen lieber 3 Wochen in Quarantäne stecken, auch wenn das hart ist. Gerade Ärzte die mit der Krankheit wahrscheinlich in Kontakt standen sind ein besonderes Risiko (man beachte mal wer sich bisher in westlichen Ländern angesteckt hat...)
2. das war abzusehen..
kraichgau12 25.10.2014
da die Grenzen künstlich gezogen sind und dies wie jenseits der Grenzen Familien Mitglieder wohnen, liegt grenzübergreifender Verkehr nahe...das das Kind verbracht wurde,ist menschlich verständlich, allerdings mit Symptomen, die auch in Guinea mittlerweile bekannt sein dürften bei einer Familie,die schon tote zu hatte,weniger. Hoffen wir,das die WHO-Vorbereitung in Mali,die ja schon eine Weile läuft,wirksam sein wird. Ansonsten ist es von da nicht mehr weit gen Ostafrika
3. Einzig vernünftig
plussenf 25.10.2014
Das sollte auch in Deutschland und Europa so gehandhabt werden. Damit hätte man gleichzeitig alle zum Teil sehr umsinnigen Diskussionen vom Tisch, ob ein Helfer nach der Rückkehr gleich wieder in seiner Arztpraxis Patienten behandeln darf oder inwieweit jemand im Alltag teilhaben darf, dieses dich aber laufend wird erstreiten müssen, weil ihm von seinem Umfeld doch niemand glaubt. Denn sobald der erste Fall in Deutschland eintritt, wird es dazu kommen, dass die Ausgrenzungen mit den sogenannten Rückkehrern groteske Züge annehmen könnten. Dem kanm man damit vorbeugen.
4. obligate Quarantäne
kraichgau12 25.10.2014
daran führt in allen Ländern,die Helfer schicken,aus Selbstschutz kein Weg mehr vorbei und das ist keine negative Aeusserung in Hinsicht auf die Helfer,die grosses Lob verdienen, sondern eine regelnde Vorschrift,die Rechtssicherheit erzeugt und klare Regeln ergibt. Bei unseren Regierenden kann man nur zweierlei vermuten,entweder komplette Ignoranz des Risikos oder Angst vor negativen Erwiderungen bzw negativer Presse. Diese müsste,um dem Amtseid zu dienen, aber gleichgültig sein
5. Sinnvolle Maßnahme
lemmy 25.10.2014
Hoffentlich wird man diese Quarantäne-Regelung in allen Ländern anwenden, in denen Helfer aus Afrika zurückkommen. Ich wette jetzt jetzt schon, dass unser BGM Gröhe wieder nichts dergleichen unternimmt, weil in Deutschland kann ja nichts passieren und dann müsste man ja auch mal "Profil" zeigen. Dabei gibt es zu einer Quarantäne für Rückkehrer keine Alternative um die Bevölkerung zu schützen. Und für die Helfer ist das auch der sicherste Eigenschutz. Schließlich weiß man jetzt, dass die Heilungschance für Ebola am größten ist, wenn sie ganz früh im Anfangsstadium behandelt werden kann.
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