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Erneuter Rückschlag: Mindestens zwei neue Ebola-Fälle in Guinea

Verdacht auf Ebola: Eine Helferin kontrolliert die Körpertemperatur eines Mädchens (Archivbild) Zur Großansicht
AFP

Verdacht auf Ebola: Eine Helferin kontrolliert die Körpertemperatur eines Mädchens (Archivbild)

Kurz nachdem Westafrika als Ebola-frei erklärt worden war, gibt es zwei neue Ebola-Fälle in Guinea. Bei weiteren Menschen besteht der Verdacht, dass sie sich mit dem Virus infiziert haben.

Im westafrikanischen Guinea sind wieder Menschen an Ebola gestorben. Es handele sich um Mitglieder einer Familie, teilte die Regierung in Conakry mit. Zudem gebe es in der im Süden des Landes gelegenen Region Koropara, aus der die Toten stammten, weitere Krankheitsfälle.

Die Gesundheitsbehörden des Landes hatten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag alarmiert, nachdem es in der Region drei Todesfälle gegeben hatte, die sich nicht erklären ließen. Bei vier weiteren Personen wurden Proben genommen, bei einer Mutter und ihre fünfjährigen Sohn bestätigte sich der Ebola-Verdacht. Sie befinden sich nun in einer speziellen Behandlungseinrichtung.

Die Nachricht kommt nur wenige Stunden, nachdem die WHO Westafrika zum zweiten Mal offiziell für Ebola-frei erklärt hatte. In Guinea galt der Ausbruch sogar seit Dezember 2015 offiziell als beendet.

Virus noch Monate im Sperma

Allerdings stellte sich in der Zwischenzeit heraus, dass das Virus noch über Monate im Sperma von Überlebenden, in der Flüssigkeit im Rückgrat oder im Auge überleben und möglicherweise ansteckend bleiben kann. Die Ansteckungsgefahr ist besonders hoch, sobald Patienten Symptome der Krankheit wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall zeigen. Übertragen wird die Krankheit durch Körperflüssigkeiten.

Zum ersten Mal Ebola-frei erklärt wurde Westafrika im Januar 2016. Kurz darauf gab es allerdings zwei neue Fälle in Sierra Leone. Nachdem anschließend 42 Tage - das entspricht der zweifachen Inkubationszeit von Ebola - kein weiterer Mensch erkrankte, gilt die Ansteckungskette in dem Land seit Donnerstag wieder als unterbrochen.

Durch die Ebola-Epidemie in Westafrika wurden laut WHO bei insgesamt 29.000 registrierten Fällen in mehreren Ländern rund 11.300 Menschen getötet. Viele Experten gehen allerdings von höheren Opferzahlen aus. Es war die tödlichste Ebola-Epidemie seit Entdeckung der Krankheit im Jahr 1976.

Guinea war das Land, in dem das Ebola-Virus im Dezember 2013 zuerst aufgetreten war. Die Epidemie breitete sich anschließend auf die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia aus, einzelne Fälle gab es auch in Mali, Nigeria und dem Senegal.

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irb/jme/AFP

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