Ehec-Bakterien Todesfall durch verunreinigten Salat in den USA

In den USA ist ein Mann gestorben, nachdem er sich durch einen Romana-Salat mit Ehec-Bakterien infiziert hat. Die Erreger produzieren Giftstoffe, die schwere Durchfälle auslösen. Bislang sind mehr als 120 Menschen erkrankt.

Romana-Salat
Getty Images/ Westend61

Romana-Salat


Nach der Erkrankung von etlichen Menschen in den USA infolge des Verzehrs von bakterienverseuchtem Salat ist erstmals ein Todesfall gemeldet worden. Im Bundesstaat Kalifornien starb ein Mensch an der Infektion mit Escherichia-coli-Bakterien, wie die dortigen Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten. Nähere Angaben zu dem Fall wurden aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht gemacht.

Insgesamt seien in Kalifornien 24 Menschen durch den verunreinigten Romana-Salat erkrankt, hieß es weiter. Landesweit registrierte die Seuchenbehörde (CDC) 121 Fälle. 52 Betroffene mussten ins Krankenhaus, von diesen mussten 14 wegen Nierenversagen behandelt werden.

Der Erreger gehört zu dem besonders gefährlichen E. coli-Stamm O157:H7. Dieser produziert sogenannte Shiga-Toxine - Giftstoffe, die blutigen Durchfall und schwere Nierenschäden auslösen können. Damit zählt der Stamm zu den Ehec-Bakterien. Diese sind seit dem Ehec-Ausbruch 2011 auch in Deutschland bekannt.

Damals war der Bakterienstamm E. coli O104:H42011 der Auslöser: Innerhalb weniger Wochen erkrankten etwa 3800 Menschen, 53 starben. Knapp 3000 Betroffene litten an heftigem, blutigen Brechdurchfall. 855 entwickelten lebensgefährliche Nierenschäden. Die Ursache damals: höchstwahrscheinlich verunreinigte Sprossen.

In den USA gilt jetzt Romana-Salat als Ursprung: Im April hatten die Behörden bereits dazu aufgerufen, den Salat nicht zu essen, wenn nicht auszuschließen sei, dass dieser aus der Region Yuma im Bundesstaat Arizona stammt. Die Anbaubetriebe in Yuma sind während der kalten Jahreszeit der größte Lieferant von Romana-Salat in den USA. Wo genau der Salat mit dem gefährlichen Darm-Bakterium verunreinigt wurde, konnten die Behörden noch nicht feststellen. Mehrere Lieferanten werden überprüft.

Es handelt sich um die folgenschwerste Verunreinigung mit Kolibakterien in den USA seit 2006. Damals waren mehr als 200 Menschen erkrankt, nachdem sie verseuchten Spinat verzehrt hatten.

hei/AFP



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dekorte 03.05.2018
1. Danke
Schön das dem deutschen Michel Lebensmittel Pannen aus den USA berichtet werden. Eine ähnliche Berichterstattung von Lebensmittelskandalen würde ich mir aus DE auch wünschen. Aber da hat ja die Lebensmittelindustrie den Daumen drauf.
mundusvultdecipi 03.05.2018
2. Mit dem..
Zitat von dekorteSchön das dem deutschen Michel Lebensmittel Pannen aus den USA berichtet werden. Eine ähnliche Berichterstattung von Lebensmittelskandalen würde ich mir aus DE auch wünschen. Aber da hat ja die Lebensmittelindustrie den Daumen drauf.
deutschen Ehec Skandal wurden wir vor Jahren wochenlang belästigt.
strixaluco 03.05.2018
3. Besser nicht abgepackt kaufen!
Ob es in diesem Fall eine Rolle gespielt hat, wird nicht berichtet, aber: es ist ein hygienisches Unding, dass Salat und Gemüse so oft komplett in Plastik verschlossen verkauft wird. Das erzeugt eine feuchtwarme Treibhausatmosphäre, welche die Vermehrung jeglicher Pilze, Bakterien und anderer Mikroorganismen ungemein befördert. Da kann auch schnell zum Problem werden, was man sonst leicht wegsteckt. Natürlich wird Salat in Plastik nicht so schnell schlapp und sieht schöner aus, aber gut ist das nicht. Schlappem Salat kann leichtes Wässern helfen, und wenn nicht, ist er eben verdorben und gehört auf den Kompost. Salat länger aufzubewahren, als er an der frischen Luft gut aussieht, ist gar keine gute Idee. Wenn man ihn nach Bedarf haben möchte, kann man ihn prima in einem Hochbeet, großen Blumenkasten oder ggf. sogar auf der Frnsterbank ziehen (schneckensicher, Gefahr von Verunreinigung durch Tiere minimal). - Im o.g. Fall geht es um Bakterien, die so infektiös sind, dass die Ware wohl auch mit optimaler Verpackung und gründlichsten Waschen nicht ungefährlich wäre. Aber mehr oder weniger Bakterien können auch in diesem Fall einen großen Unterschied machen, und deswegen macht es generell Sinn, sie nicht durch "Treibhausklima" zu züchten!
112211 03.05.2018
4.
Zitat von dekorteSchön das dem deutschen Michel Lebensmittel Pannen aus den USA berichtet werden. Eine ähnliche Berichterstattung von Lebensmittelskandalen würde ich mir aus DE auch wünschen. Aber da hat ja die Lebensmittelindustrie den Daumen drauf.
Selbst im Artikel wird auf den Fall in Deutschland hingewiesen. Es waren vermutlich Sprossen aus einem Heidedörfchen. Die Berichterstattung war von Anfang bis Ende des Vorfalls durchgängig gegeben. So viel zu Ihrem Investigativkommentar.
dasfred 03.05.2018
5. Die Gurke des Todes
hat, nachdem sich rausstellte, dass spanische Gurken unschuldig waren, dafür gesorgt, dass heute möglichst nur gesicherte Informationen veröffentlicht werden. Damals hat es fast eine Gemüse Hysterie gegeben, bis endlich die Sprossen identifiziert wurden. Trotzdem werden wir immer noch wöchentlich über Rückrufe informiert, weil es Probleme im Produktionsprozess gab oder Keime entdeckt wurden.
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