GKV Alte Versichertenkarten verlieren 2015 ihre Gültigkeit

Wer gesetzlich versichert ist und noch keine elektronische Gesundheitskarte hat, sollte sich spätestens zum Jahresende darum kümmern: Die alten Versichertenkarten sind vom 1. Januar 2015 an nicht mehr gültig.

Verschiedene Krankenkassenkarten: Die alten Karten der gesetzlich Versicherten verlieren im Januar ihre Gültigkeit
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Verschiedene Krankenkassenkarten: Die alten Karten der gesetzlich Versicherten verlieren im Januar ihre Gültigkeit


Berlin - Die alte Krankenversicherungskarte hat Ende des Jahres endgültig ausgedient. Vom 1. Januar 2015 an gilt in Deutschland nur noch die neue elektronische Gesundheitskarte. Auf diesen Termin haben sich jetzt die Kassenärzte und die Krankenkassen verständigt.

Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband am Freitag mitteilten, verliert die alte Versichertenkarte damit zum Jahreswechsel ihre Gültigkeit - unabhängig vom aufgedruckten Datum.

Anfang Juli hatten sechs bis acht Prozent der Versicherten noch immer keine neue Karte beantragt oder kein verwendbares Foto eingeschickt. Weil der Umtausch ins Stocken geraten war, hatten die Kassen die Geltungsdauer der alten Karten verlängert. Ursprünglich sollten sie bereits zum 30. September ungültig werden.

Verzögerte Einführung: Widerstand, Streit und Planungsprobleme

Der Hauptunterschied zwischen der elektronischen Gesundheitskarte und den alten Kärtchen ist momentan noch das Foto des Versicherten, das nur auf den neuen Karten aufgedruckt ist. Es soll einen Missbrauch der Karte verhindern. Abgesehen davon sind auf den neuen Karten noch keine anderen Angaben gespeichert als auf den alten.

Mittelfristig aber soll die elektronische Gesundheitskarte den Datenaustausch zwischen Ärzten, Kliniken und Apotheken verbessern - etwa um Wechselwirkungen bei Medikamenten zu vermeiden. Kritiker bezweifeln jedoch, dass die sensiblen Patientendaten ausreichend geschützt sind.

Ursprünglich sollte die elektronische Gesundheitskarte am 1. Januar 2006 eingeführt werden. Widerstand von Ärzten, Streit und Planungsprobleme verzögern einen sinnvollen Einsatz der Karte aber bis heute. Die Kassen werfen den Ärzten vor, den geplanten Online-Austausch sensibler Patientendaten zu behindern. Die Mediziner werfen den Kassen Versagen vor.

irb/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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MetalunaIV 15.08.2014
1. Bitte komplett berichten!
Langfristig ist nämlich vorgesehen, die kompletten Patientenakten aller Bürger digital auf einem Server zu speichern. In Zeiten von Snowden, Branning und Wikileaks will man uns Bürgern dabei weismachen, diese Daten seien dort sicher ... so sicher wie Daten beim Pentagon oder der NSA, oder? Ich werde auch die Jahresfrist verstreichen lassen und mir von meiner Krankenkasse den Versicherungsschutz jeweils schriftlich bestätigen lassen. Bei 8 % aller Bürger reden wir hier immerhin von 6,5 Millionen Bürgern, die das wohl ähnlich sehen. Die Zahl dürfte noch höher sein, und das ist auch gut so. Hochsensible Krankendaten auf einem Server ... man glaubt es kaum.
cosmic303 15.08.2014
2.
Der einzige Unterschied momentan ist das Foto? Das erklärt, wieso meine KK mir ständig auf den Geist geht und ein Foto haben will, obwohl meine neue eGK (ohne Foto) noch bis 2017 gültig ist. Die können mich mal gerne haben. Immer weniger Leistungen bezahlen wollen, und dann mit so hanebüchenen Aussagen kommen, dass durch das Foto Missbrauch verhindert wird. Würde ja gerne mal wissen, was da großartig missbraucht wird... Ich bin zur Zeit leider öfter beim Zahnarzt und was ich da die letzten 8 Wochen schon privat zahlen durfte, geht auf keine Kuhhaut.
fetzo 15.08.2014
3.
das werden und dürfen die Ärzte aber nicht akzeptieren. und erstattet werden diese Rechnungen auch nicht.
frutsch 15.08.2014
4. Die Sache mit dem Bild
Das Bild soll also vor Missbrauch schützen? Dass ich nicht lache. Meine Krankenkasse hat wegen des Bildes ein Riesengeschiß gemacht, aber dann nicht überprüft, ob ich überhaupt der Abgebildete bin. Wer betrügen will, "verliert" seine Karte und bestellt eine neue mit neuem Bild. Ich könnte jederzeit ein neues Foto hochladen. Unsere österreichischen Nachbarn machen es richtig. Beim Arzt zeigt man seine Versicherungskarte sowie zur Legitimierung ein amtliches Ausweisdokument. Der Führerschein ist dort sehr beliebt, auch der Reisepass, Personalausweis geht auch, nur hat man den eher weniger. Fertig. Wie viele Milliarden wurden bisher versenkt, um eine Karte mit Bild, aber bisher ohne jegliche weitere Funktion einzuführen? Ich könnte kotzen! Wenn schon neue Funktionen eingeführt werden, dann doch bitte europaweit abgestimmt. Dann würde ein Schuh daraus. Wenn nicht, kommt in spätestens fünf Jahren die nächste milliardenschwere Änderung, die europaweite Harmonisierung.
macinally 15.08.2014
5. Datensparsamkeit?
Habe auch von Anfang an diesem Schrott widersprochen. Sämtliche Haftungsfragen bei Mißbrauch der Daten sind mehr oder weniger ungeklärt. Ein echter Nutzen oder Mehrwert für den Bürger wird daraus niemals entstehen, ist aber auch nicht der Sinn der Sache. Es wird damit einfach eine weitere riesige Datenbank mit sicherlich zum Teil heiklen Daten angelegt. Viele Institutionen haben sicherlich schon feuchte Träume was mit diesen Informationen möglich wäre. Aktuelles Beispiel: Mautdatenbank und das (alljährliche) Geifern der Polizeigewerkschaft. Ergo ist es imho nicht die Frage ob ein Datenmißbrauch entsteht, sondern nur wann. Diesem Staat und seiner Politik muß man einfach nur mit größtem Misstrauen begegnen! Werde dann halt auch ab kommenden Jahr vierteljährlich einen schriftlichen Versicherungsnachweis anfordern.
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