EU-Behörde Geringes Krebsrisiko durch verunreinigten Blutdrucksenker

Im Juli mussten Händler den verunreinigten Blutdrucksenker Valsartan vom Markt nehmen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur kommt jetzt zu dem Schluss: Das Krebsrisiko ist gering.

DPA


Im Skandal um verunreinigte Blutdrucksenker mit dem Wirkstoff Valsartan geht die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) von einem geringen Krebsrisiko für Patienten aus. Wer ein betroffenes Präparat in der höchsten Dosierung von 320 Milligramm täglich von Juli 2012 bis Juli 2018 genommen habe, habe dadurch ein Lebenszeit-Krebsrisiko von etwa 1 zu 5000. Bei geringerer Dosierung oder kürzerer Einnahme sei die Gefährdung noch kleiner, teilte die Behörde am Donnerstag auf ihrer Website mit.

Die Blutdrucksenker waren bei der Herstellung durch das chinesische Unternehmen Zhejiang Huahai Pharmaceutical mit dem Stoff N-Nitrosodimethylamin (NDMA) verunreinigt worden, der als potenziell krebserregend gilt. Die Risikobewertung der Ema beruht auf den durchschnittlichen Mengen des Stoffes, die in den Chargen des Herstellers gefunden wurden.

Nicht einfach das Medikament absetzen!

Valsartan ist ein häufig verschriebenes Arzneimittel: Wie ähnliche Substanzen weitet es die Blutgefäße und senkt so den Blutdruck, es wird auch bei Patienten mit Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt eingesetzt. Nach einer Schätzung der Bundesregierung könnten im vergangenen Jahr rund 900.000 Patienten das verunreinigte Mittel eingenommen haben

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte davor gewarnt, die Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. Das gesundheitliche Risiko dieser Maßnahme liege um ein Vielfaches höher als das mögliche Risiko einer Verunreinigung. Betroffene Patienten könnten auf ein Valsartan-Präparat umsteigen, das nicht verunreinigt ist. Allerdings bräuchten sie dafür ein ärztliches Rezept, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) mit.

hei/dpa



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