Reaktion auf Ebola EU richtet Notfallteams zur Seuchenbekämpfung ein

Die Europäische Union zieht Konsequenzen aus der Ebola-Epidemie: Ab Montag stellt sie mehrere Notfallteams bereit, um Seuchen zu bekämpfen. Deutschland hilft mit Personal und Infrastruktur.

Helfer in Schutzanzügen: Viele Organisationen reagierten im Kampf gegen Ebola zu spät
AFP

Helfer in Schutzanzügen: Viele Organisationen reagierten im Kampf gegen Ebola zu spät


Neun EU-Länder wollen ab Montag Ärzte und Infrastruktur für kurzfristige Einsätze in Epidemie-Gebieten und Krisenregionen zur Verfügung stellen, berichtet "Die Welt" unter Berufung auf die EU-Kommission und das Auswärtige Amt. Die neue medizinische Krisenhilfe soll, neben medizinischem Personal, Labore, mobile Krankenhäuser und Flugzeuge zur Evakuierung von Schwerkranken umfassen.

Deutschland werde dazu substanzielle Beiträge leisten, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) laut dem Bericht. Es werde ein Ärzteteam, ein mobiles Krankenhaus und ein Labor unter Führung des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin zur Verfügung stellen. Bei Krisen sei es wichtig, "dass wir so früh, so schnell, so entschlossen und so effizient wie nur irgend möglich reagieren können, Menschen zu helfen und Gefahren einzudämmen", so Steinmeier weiter.

Neben Deutschland beteiligen sich demnach Belgien, Luxemburg, Spanien, Tschechien, Frankreich, die Niederlande, Finnland und Schweden an den "European Medical Corps".

Lehren aus Ebola

Das deutsche Entwicklungsministerium hatte bereits Ende Januar mitgeteilt, dass in Deutschland ein interdisziplinäres Expertenteam zur Epidemien-Bekämpfung einsatzbereit sei. Steinmeier hatte die Einrichtung einer "Weißhelm-Truppe" im Herbst 2014 angesichts der anfangs schleppenden Reaktion auf die Ebola-Epidemie in Westafrika vorgeschlagen.

Immer wieder wurde internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch vorgeworfen, zu spät eingegriffen zu haben. So konnte sich das Virus lange ungehindert ausbreiten. Vor allem private Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen schickten damals Helfer in die betroffenen Gebiete, um die Erkrankten zu versorgen und die Menschen über das Ansteckungsrisiko aufzuklären.

Neben der EU hat auch die WHO inzwischen Konsequenzen aus den Versäumnissen gezogen. So reagierte sie etwa auch beim aktuellen Zika-Ausbruch in Süd- und Mittelamerika deutlich früher und rief am 1. Februar den Gesundheitsnotstand aus.

Ebola-Rückblick

jme/AFP/dpa



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