Masern, Röteln, Keuchhusten Frankreich will Impfpflicht ausweiten

Drei Impfungen sind in Frankreich bereits Pflicht, ab dem kommenden Jahr sollen es elf sein. Neu geplant sind unter anderem der Schutz vor Masern, Röteln und Hepatitis B.

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Frankreich will die Impfpflicht für Kinder ausweiten. Sie werden ab 2018 für Impfungen gegen elf Krankheiten gelten, darunter Keuchhusten, Masern, Röteln und Hepatitis B, kündigte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Donnerstag im Sender CNews an. Bisher sind in Frankreich Impfungen nur gegen Diphtherie, Tetanus und Polio obligatorisch.

Die Impfungen gegen die acht weiteren Krankheiten werden bisher nur von den Behörden empfohlen. Die Ausweitung war bereits im Juli von der Regierung angekündigt worden, nun präzisierte die Ministerin den Termin. Gegen das Vorhaben regt sich in einem Teil der Bevölkerung Widerstand.

Werden die Impfungen nicht durchgeführt, drohen den Eltern laut Medienberichten Gefängnistrafen von bis zu sechs Monaten und Geldbußen von bis zu 3750 Euro. Die Ministerin hatte aber bereits signalisiert, dass Strafen nicht ihr Ziel seien.

Deutschland: Bislang keine Impfpflicht

In Deutschland gibt es bislang keine Impfpflicht, auch wenn sie von einigen Experten gefordert wird. Hierzulande wäre das auch rechtlich schwer durchsetzbar. Allerdings müssen Eltern, wenn sie ihre Kinder für die Kita anmelden, eine ärztliche Impfberatung nachweisen. Ist dies nicht der Fall, sollen die Einrichtungen die Eltern ans Gesundheitsamt melden.

Der Nachweis einer Impfberatung bei der Kita ist seit Inkrafttreten des Präventionsgesetzes Mitte 2015 Pflicht. Wer sich weigert, dem droht schon jetzt eine Geldbuße in Höhe von 2500 Euro. Die Kitas konnten bislang aber selbst entscheiden, ob sie Eltern beim Gesundheitsamt melden, die keine Impfberatung belegen können.

Italien beschloss kürzlich nach einem Masern-Ausbruch Pflichtimpfungen für alle Kinder und Jugendlichen unter 17 Jahren. Eltern in dem südeuropäischen Land müssen ihre Kinder nach dieser Entscheidung nun gegen zehn Krankheiten impfen lassen.

Weigern sich Eltern, dürfen sie ihre Kinder nicht mehr in den Kindergarten bringen und können mit einem Bußgeld von 500 bis 1000 Euro belegt werden. Die Impfungen dürfen nur verschoben oder ausgelassen werden, wenn medizinische Gründe vorliegen, die ein Arzt attestiert. Kritiker befürchten Nebenwirkungen von Impfungen, die zu einem großen Teil nicht belegt sind.

irb/dpa



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