Ein Hinweis vorweg: Haben Sie den Verdacht, unter einer Fruktoseunverträglichkeit zu leiden, lassen Sie das von einem Arzt überprüfen. Dann gilt es, herauszufinden, bis zu welcher Grenze man Fruktose verträgt und wie der Speiseplan in Zukunft aussehen kann.
Wie wird eine Fruktoseunverträglichkeit nachgewiesen?
Ob eine Fruchtzuckerunverträglichkeit besteht, lässt sich mit einem Wasserstoffatemtest feststellen. Er weist den Wasserstoff nach, der entsteht, wenn Darmbakterien die Fruktose vergären. Vor der Messung trinkt der Patient etwa 25 bis 30 Gramm in Wasser gelösten Fruchtzucker. Einige Zeit später pustet er in regelmäßigen Abständen in ein Atemtestgerät. Wird Fruktose zu Wasserstoff und anderen Gasen vergärt, sollte das Gerät anschlagen.
"Es gibt allerdings auch sogenannte Non-Responder, die zwar Symptome bekommen, aber keinen Wasserstoff abatmen, so dass der Befund fälschlicherweise negativ ausfällt", sagt die Ernährungstherapeutin Imke Reese. Ganz wichtig: Nüchtern zum Test kommen, sich vorher nicht anstrengen, nicht rauchen und am Abend zuvor nur leicht Verdauliches essen. Ergibt der Wasserstoffatemtest, dass man an einer Unverträglichkeit leidet, muss man vorübergehend auf Fruchtzucker verzichten. Danach gilt es, die Menge an Fruktose in der Nahrung langsam zu erhöhen. Auf diese Weise kann man herausfinden, wo die individuelle Schwelle für Fruktose liegt.
Vitaminmangel muss nicht sein
Wer eine Fruktoseunverträglichkeit hat, muss sehr bewusst essen, möchte er sich nicht nach dem Essen vor Schmerzen krümmen. Dabei gilt es vor allem, auf fruchtzuckergesüßte Getränke und Nahrungsmittel zu verzichten. Die "schmerzlose Fruchtzuckermenge" sollte man möglichst in Form von fruktosearmen frischen Obst- und Gemüsesorten aufnehmen, um einen Vitamin- und Mineralstoffmangel zu vermeiden.
Verschiedener Fruktosegehalt und Süßungsmittel Sorbit
Jeweils 100 Gramm Avocado, Papaya, Zuckermelone, Honigmelone oder Aprikose enthalten unter einem Gramm Fruktose. Zwischen einem und vier Gramm Fruchtzucker je 100 Gramm Obst stecken in steigender Reihenfolge Pfirsich, Mandarine, Brombeere, Nektarine, Pflaumen, Himbeeren, Erdbeere, Grapefruit, Ananas, Orange, Wassermelone, Banane und Johannisbeere. Dann geht es steil bergauf: Stachelbeere, Heidelbeere, Kiwi, Sauerkirsche und Apfel liegen noch bei unter sechs Gramm Fruktose je 100 Gramm des jeweiligen Obstes. Die Süßkirsche hingegen enthält noch mehr Fruchtzucker, ebenso wie Birnen und Weintrauben.
Der Zuckeralkohol Sorbit - ein natürliches Abbauprodukt vom Fruchtzucker - kommt in unseren heimischen Früchten vor, wird aber auch künstlich hergestellt und Lebensmitteln als Süßungs- und Feuchthaltemittel zugesetzt. Er ist als Zusatzstoff E420 deklariert. Auch ihn sollten Betroffene möglichst sparsam einsetzen, da er den Fruktosetransport blockiert. Wird er nicht im Dünndarm aufgenommen, wandert er in den Dickdarm und wird dort vergärt - mit blähenden Folgen. Aufgepasst: Sorbit findet sich auch in Kaugummis und Bonbons sowie in ziemlich hohen Mengen in Pflaumen, Birnen, Aprikosen und Pfirsichen. Auch Äpfel enthalten etwas Sorbit.
Vererbte Fruktoseintoleranz kann lebensgefährlich sein
Ganz auf die Fruktose verzichten müssen all jene Menschen, die an einer sogenannten hereditären Fruktoseintoleranz leiden. Die Stoffwechselkrankheit trifft etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung - das heißt etwa 80.000 Menschen hierzulande. Aufgrund eines Enzymdefekts reichert sich Fruktose-1-Phosphat in ihrer Darmwand, Leber und in den Nieren an und schädigt deren Funktion stark - mitunter mit lebensgefährlichen Folgen. Schon beim ersten Kontakt der betroffenen Säuglinge mit Fruktose treten Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auf. Diese Symptome gilt es richtig zu deuten, dann hilft nur eines: Fruktose komplett meiden. Das betrifft auch alle Zuckerarten mit Fruktosemolekülen.
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