Von Zecken übertragene FSME Neurologen raten zu rechtzeitiger Impfung

Sie verursacht Fieber, Erbrechen oder gar ein Koma. Nicht nur in Süddeutschland können Zecken die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Viele europäische Länder gelten als Risikogebiete. Ärzte raten Urlaubern, sich rechtzeitig impfen zu lassen.

Zecke: Ein Parasit, der verschiedene Krankheiten übertragen kann
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Zecke: Ein Parasit, der verschiedene Krankheiten übertragen kann


Große Teile von Süddeutschland zählen zu den Regionen, in denen Zecken die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Dies gilt unter anderem auch für Österreich, die Schweiz, viele osteuropäische und die skandinavischen Länder. (Eine Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland finden Sie hier. Informationen des Auswärtigen Amtes zu den jeweiligen Ländern inklusive medizinischer Hinweise hier.)

Eine Impfung kann vor den FSME auslösenden Viren schützen. Neurologen raten daher, sich vor einer Reise in Risikogebiete rechtzeitig impfen zu lassen. Erst zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis sei für maximal zwölf Monate ein Schutz gegeben, sagt Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld. Je nach Impfstoff könne die zweite Injektion erst ein bis drei Monate nach der ersten erfolgen.

Dreifachimpfung empfohlen

Wer mehr als ein Jahr vor FSME geschützt sein will, sollte sich nach neun bis zwölf Monaten eine dritte Impfung verabreichen lassen. Deren Schutzwirkung hält nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens drei Jahre. Nach vollständiger Impfung könne bei 99 Prozent der Geimpften mit einem vollständigen Schutz vor FSME gerechnet werden, berichtet das RKI. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung Menschen, die in den Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind.

FSME äußert sich meist zuerst mit Fieber, Kopfschmerz, Erbrechen und Schwindel. Ein bis drei Wochen nach Abklingen der Symptome erleben zehn Prozent der Betroffenen erneut Beschwerden, in seltenen Fällen fallen die Erkrankten ins Koma. Schwere Erkrankungsverläufe mit Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen sind selten, in noch selteneren Fällen kann die Infektion zum Tode führen.

2013 wurden bundesweit etwa 400 FSME-Fälle gemeldet. 2012 gab es 195 gemeldete Infektionen, 2011 waren es 424. In den meisten Jahren davor lag die Fallzahl zwischen 200 bis 300 Fällen mit der Ausnahme von 2005 (432) und 2006 (546).

Die Haut absuchen

Keine Impfung gibt es gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Bakterieninfektion Borreliose. Neurologe Bergmann empfiehlt deshalb, den Körper nach jedem Aufenthalt in der Natur in Risikoregionen gründlich nach den Parasiten abzusuchen und sie umgehend aus der Haut zu entfernen. Zecken sitzen besonders gern im Haaransatz, in den Achseln, im Schambereich und in den Kniekehlen.

Eine Borreliose macht sich nur in etwa der Hälfte der Fälle mit einer typischen, sich ringförmig ausbreitenden Rötung an der Bissstelle bemerkbar. Bei Kindern zeigt sich oft eine blau-rote, zur Kugel geschwollene Hautveränderung. Nach einem Zeckenbiss gehen Betroffene am besten sofort zum Arzt, rät Bergmann.

wbr/dpa

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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
klausote 19.03.2014
1. Achtung Pilzsucher!!
Seit ich die Zeckenlaehme hatte, trage ich immer einen Flachmann bei mir und reibe Arme und Beine mit starkem Schnaps ein - und nehme einen kraeftigen Schluck. Aber damit ist nicht zu spassen und wenn es jetzt schon Impfungen dagegen gibt und die Nebenwirkungen vertretbar sind, dann nichts wie ran.
Bundesinnenminister 19.03.2014
2. optional
Habe heute morgen grad eine Zecke bei meinem Kind entfernt. Der wichtigste Teil im Artikel ist: "Koma. Schwere Erkrankungsverläufe mit Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen sind selten, in noch selteneren Fällen kann die Infektion zum Tode führen. " Ich glaube das rechtfertigt keine Einzelimpfung (also von einzelnen Personen, was letztenendes zu keiner Ausrottung führt). Ich bin sonst kein Impfgegner, habe aber gelesen, dass die FSME bei Kindern noch nie zu Komplikationen geführt hat (die Impfung in den 90igern allerdings schon; ist das mittlerweile besser geworden?), deswegen sehe ich keinen Grund für eine Impfung. Auch bei Erwachsenen sind Komplikationen - wie oben beschrieben - selten. FSME bekommt man IMHO auch nur einmal im Leben. Borreliose finde ich viel gefährlicher. Da befürchte ich immer, dass ich sie nicht rechtzeitig erkenne. Bei mir hatte ich einmal Glück, da konnte man es nicht übersehen, aber jeder reagiert ja anders.
trust2012 19.03.2014
3. Die..
..Pharmaindustrie reibt sich schon wieder die Hände -.- Nach der Impflogik müsste man sich auch gegen Stechmücken, Ratten und Tauben schützen - die übertragen auch diverse Krankheiten mit oben genannten Symptomen. Hypochonder-Deutschland juhei..
berniejosefkoch 19.03.2014
4.
Klare Kritik an dem Artikel: Erst ist so geschrieben, dass man meinen könnte sobald man in den Wald geht sei man vom Tode betroffen wenn man von einer Zecke gebissen wird und NICHT geimpft wird. Ich sehe auch keinerlei kritische Auseinandersetzung mit den Impfmethoden sondern nur Panikmache.
StefanXX 19.03.2014
5.
Zitat von klausoteSeit ich die Zeckenlaehme hatte, trage ich immer einen Flachmann bei mir und reibe Arme und Beine mit starkem Schnaps ein - und nehme einen kraeftigen Schluck. Aber damit ist nicht zu spassen und wenn es jetzt schon Impfungen dagegen gibt und die Nebenwirkungen vertretbar sind, dann nichts wie ran.
War das jetzt Ironie? "wenn es jetzt schon Impfungen dagegen gibt" .. es gibt schon seit mehr als 5 Jahren dagegen Impfungen.
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