Gelenkschmerzen Was Osteopathie, Krankengymnastik und Manuelle Therapie können

Wer Gelenkschmerzen hat, dem sollen Physiotherapie, Massagen oder Osteopathie helfen. Was lässt sich mit den verschiedenen Methoden erreichen - und was nicht?

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Das Knie schmerzt beim Joggen, der Nacken ist nach einem Tag im Büro komplett verspannt, die Schulter tut bei vielen Bewegungen weh: Wenn solche Beschwerden nicht von allein wieder verschwinden, suchen viele Betroffene Rat beim Orthopäden. Und der leitet oft weiter zur Physiotherapie, zur Manuellen Therapie oder er empfiehlt Osteopathie. Worin unterscheiden sich diese Therapieformen? Und wie erkennt man einen guten Therapeuten?

Physiotherapie und Krankengymnastik

Physiotherapie ist ein Oberbegriff für alle aktiven und passiven Therapieformen, schreibt der Deutsche Verband für Physiotherapie. Dazu zählen etwa Krankengymnastik, Massagen, Fangopackungen, Hydro- oder Elektrotherapie. Der Behandler kann sowohl passiv Muskeln dehnen oder massieren, dem Patienten aber auch stabilisierende und kräftigende Übungen zeigen.

Ein Physiotherapeut kann die verschiedenen Heilmittel und Methoden anwenden, die ihm zur Verfügung stehen, wenn ein Arzt sie verschreibt. Genau wie die Manuelle Therapie setzt auch Krankengymnastik eine ärztliche Verordnung voraus. Standardmäßig werden sechs Sitzungen à 20 Minuten verschrieben.

Manuelle Therapie

Manuelle Therapie ist eine spezielle Unterform der Physiotherapie, erklärt Hermann Locher, Facharzt für Orthopädie mit Zusatzausbildungen in Osteopathie und Manueller Medizin aus Tettnang. "Dabei wird speziell mit den Händen des Therapeuten auf den Körper des Patienten eingewirkt."

Vor allem die Gelenkstrukturen stehen dabei im Fokus - etwa bei Bewegungseinschränkungen nach Operationen oder Blockaden zum Beispiel der Lendenwirbelsäule. "Der Therapeut versucht dann, manuell durch Gelenk- oder Muskeltechniken diese Blockaden zu lösen", erklärt Michael Preibsch vom Deutschen Verband für Physiotherapie.

Physiotherapeuten müssen Manuelle Therapie gesondert lernen, es handelt sich um eine Zusatzqualifikation. "Patienten sollten darauf achten, dass ihr Therapeut staatlich anerkannt ist", rät Preibsch. Damit ist gewährleistet, dass der Therapeut eine entsprechende Aus- oder Weiterbildung vorweisen kann. Mediziner Locher setzt die Kriterien noch strenger an: "Sicher aufgehoben ist man damit nur bei einem Facharzt mit der Zusatzqualifikation Manuelle Medizin." Dieser sei in der Lage, eine Diagnose zu stellen und die Behandlung auch bei Komplikationen zu beherrschen.

Osteopathie

Anders als die Manuelle Therapie ist Osteopathie keine Weiterbildung, sondern eine eigene Ausbildung. Ausgeübt wird Osteopathie von darin ausgebildeten Heilpraktikern, Ärzten oder Physiotherapeuten. "Der Hauptfokus der Behandlung liegt im Aufspüren der Ursache der Beschwerden des Patienten", erläutert Marina Fuhrmann, Vorsitzende des Verbands der Osteopathen Deutschland (VOD).

Dabei betrachtet der Osteopath nicht nur das Knochengerüst, sondern vor allem die Leitungsbahnen im Körper, Blut- und Lymphgefäße, das Nervensystem und das Bindegewebe. "Durch Verspannungen oder zum Beispiel auch durch alte Narben breiten sich über diese Strukturen Ungleichgewichte aus", sagt Fuhrmann. Dadurch komme es zu Blockaden, die mit der Zeit zu manifesten Erkrankungen führen können.

Zwischen Esoterik und Heilkunst

Orthopäde Locher, selbst auch Osteopath, schränkt ein: Die Osteopathie gehe in vielen Einzelfragestellungen und Interpretationen "weit über das hinaus, was in Deutschland als wissenschaftlich anerkannte Medizin" gilt. In vielen Einzelaspekten sei das Konzept zwar fortschrittlich und ernst zu nehmen. Er rät aber, bei Beschwerden zunächst einen Facharzt aufzusuchen: "Die Grunddiagnose muss auf einer soliden wissenschaftlichen Basis stehen." Zum Beispiel sollte ein Arzt ausschließen, dass die Bauchschmerzen eines Patienten von einem Tumor oder einem Gefäßproblem stammen, bevor ein Osteopath darauf herumdrückt.

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Osteopathie: Sanfte Griffe gegen Rückenschmerzen und Verspannungen

Das Hauptproblem bei der Osteopathie ist die Suche nach einem guten Therapeuten. Denn was genau der können muss, ist nicht gesetzlich geregelt. Preibsch rät, bei der Krankenkasse nach einem geeigneten Therapeuten zu fragen oder auf den Internetseiten der staatlich anerkannten Verbände zu suchen.

Wer einen Osteopathen gefunden hat, sollte sich zudem nicht zu sehr auf die Behandlung verlassen, warnt Locher. "Osteopathie ist in allen ihren Formen auch deshalb sehr beliebt, weil die Patienten ohne Eigenaktivität eine intensive Zuwendung bekommen." Mitunter lassen sich Patient lieber so behandeln, anstatt dem eigentlichen Problem etwa mit mehr Bewegung selbst etwas entgegenzusetzen.

hei/dpa

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