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14. Februar 2013, 16:53 Uhr

Giftstoffe

Was man über Tattoo-Farben wissen sollte

Immer öfter entdecken Prüfer bedenkliche Substanzen in Tattoo-Farben. Doch wie kann man sich davor schützen? Und was sollte man beim Stechenlassen im Tätowierstudio beachten?

"Wer sich tätowieren lässt, sollte sich die Farbe zeigen lassen und nachfragen, ob sie den gesetzlichen Anforderungen entspricht", rät der Oberschleißheimer Lebensmittelchemiker Michael Vocke.

Nach der Tätowiermittel-Verordnung von 2008 sind die Hersteller der Tinten verpflichtet, bestimmte Angaben zu machen. So müssen auf den Flaschen die Bestandteile der Farbe, ein Mindesthaltbarkeitsdatum und die Verwendungsdauer nach dem Öffnen angegeben ein. Auch Name und Adresse der Firma sind obligat.

Fehlen diese Angaben, ist große Skepsis angebracht. Das gilt auch im Fall von allgemeinen Deklarationen wie "Konservierungsstoffe" oder "organische Pigmente" auf der Packung. Der Verzicht auf die exakte Nennung der Einzelstoffe ist nämlich nicht zulässig. Zwar dürften laut Tätowiermittel-Verordnung Farbstoffe nicht verwendet werden, bei denen bezweifelt wird, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind. Allerdings seien die Farben nicht zulassungspflichtig, bevor sie verwendet werden.

Dem Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen zufolge trägt allein der Hersteller oder Importeur bis zum Öffnen des Behälters die Verantwortung dafür, dass das Produkt die Gesundheit nicht gefährdet. Sobald die Flasche offen ist, müsse der Tätowierer darauf achten, dass er die Mindesthaltbarkeit oder vorgegebene Verwendungsdauer nicht überschreitet und die Farbe hygienisch korrekt verwendet.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Schadstofffunde in Tattoo-Tinte empfiehlt Michael Vocke, sich gut zu überlegen, "ob man sich überhaupt tätowieren lässt." Das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) will in Kürze ein "Verbraucherportal" für Tattoo-Farben im Internet einrichten und dort weitergehende Informationen zum Thema bereitstellen.

Volker Mrasek/dpa

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