Giftstoffe: Was man über Tattoo-Farben wissen sollte

Immer öfter entdecken Prüfer bedenkliche Substanzen in Tattoo-Farben. Doch wie kann man sich davor schützen? Und was sollte man beim Stechenlassen im Tätowierstudio beachten?

Buntes Tattoo-Motiv: Farbpigmente für Autolacke oder Druckerfarben Zur Großansicht
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Buntes Tattoo-Motiv: Farbpigmente für Autolacke oder Druckerfarben

"Wer sich tätowieren lässt, sollte sich die Farbe zeigen lassen und nachfragen, ob sie den gesetzlichen Anforderungen entspricht", rät der Oberschleißheimer Lebensmittelchemiker Michael Vocke.

Nach der Tätowiermittel-Verordnung von 2008 sind die Hersteller der Tinten verpflichtet, bestimmte Angaben zu machen. So müssen auf den Flaschen die Bestandteile der Farbe, ein Mindesthaltbarkeitsdatum und die Verwendungsdauer nach dem Öffnen angegeben ein. Auch Name und Adresse der Firma sind obligat.

Fehlen diese Angaben, ist große Skepsis angebracht. Das gilt auch im Fall von allgemeinen Deklarationen wie "Konservierungsstoffe" oder "organische Pigmente" auf der Packung. Der Verzicht auf die exakte Nennung der Einzelstoffe ist nämlich nicht zulässig. Zwar dürften laut Tätowiermittel-Verordnung Farbstoffe nicht verwendet werden, bei denen bezweifelt wird, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind. Allerdings seien die Farben nicht zulassungspflichtig, bevor sie verwendet werden.

Dem Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen zufolge trägt allein der Hersteller oder Importeur bis zum Öffnen des Behälters die Verantwortung dafür, dass das Produkt die Gesundheit nicht gefährdet. Sobald die Flasche offen ist, müsse der Tätowierer darauf achten, dass er die Mindesthaltbarkeit oder vorgegebene Verwendungsdauer nicht überschreitet und die Farbe hygienisch korrekt verwendet.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Schadstofffunde in Tattoo-Tinte empfiehlt Michael Vocke, sich gut zu überlegen, "ob man sich überhaupt tätowieren lässt." Das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) will in Kürze ein "Verbraucherportal" für Tattoo-Farben im Internet einrichten und dort weitergehende Informationen zum Thema bereitstellen.

Volker Mrasek/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1.
barlog 14.02.2013
Zitat von sysopImmer öfter . . ...
Hey, das ist ja interessant. Gerade gestern war ich in einem Tattoostudio und wollte mich über Farben aufklären lassen u. a. warum schwarz Gestochenes im Laufe der Zeit meist blau wird. Was mir sehr missfallen würde . ... Nach einer Viertelstunde Geschnatter des Meisters ala "Was willst'n überhaupt machen lassen? Auf die Farbe kommt's gar nicht so an. Willste nu n' Termin machen oder nicht?" verließ ich die Bude und werde das Vorhaben wohl noch einmal gründlich überdenken.
2. @barlog
mayazi 14.02.2013
Ich würde dann einfach ein anderes Studio suchen. Es gibt durchaus auch informierte, interessierte und zuverlässige Tätowierer :-)
3. Pseudoindividualismus
plaineverte 15.02.2013
Schon mehr als 10 Jahre lang begleiten uns die immer gleichen Tatoos, die nur zeigen, dass man sich als "Massenmensch" willfährig die Verhaltensmuster der jeweiligen Gruppe, in der man sich selbst einreihen will, nachmacht. Erstaunlich, wie wenig Individualismus in einer so freien Gesellschaft wie der unsrigen gelebt wird. Individuell ist heute der, der bewusst auf Tatoos verzichtet.
4.
pixie48 15.02.2013
Zitat von plaineverteSchon mehr als 10 Jahre lang begleiten uns die immer gleichen Tatoos, die nur zeigen, dass man sich als "Massenmensch" willfährig die Verhaltensmuster der jeweiligen Gruppe, in der man sich selbst einreihen will, nachmacht. Erstaunlich, wie wenig Individualismus in einer so freien Gesellschaft wie der unsrigen gelebt wird. Individuell ist heute der, der bewusst auf Tatoos verzichtet.
Meine Mutter haette sicher gerne auf ihr Tattoo auf der Innenseite ihres Unterarms verzichtet; dabei ist sie an ihrem Wohnort ueberhaupt nicht damit aufgefallen. Man mag mir meine Paranoia verzeihen, aber Tattoos geben mir eine Gaensehaut - durchaus keine Positive.
5. Schwarz...
mffux 15.02.2013
...wird nicht blau! Warum auch?
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