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29. Juni 2016, 15:16 Uhr

Umstrittener Unkrautvernichter

EU-Kommission verlängert Glyphosat-Zulassung

Jetzt ist es offiziell: Die EU-Kommission hat die Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat für 18 Monate verlängert. In dieser Zeit soll ein weiteres Gutachten zu möglichen Gesundheitsrisiken entstehen.

Die EU-Kommission verlängert die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in Europa bis Ende 2017. Das teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. In dieser Zeit soll die europäische Chemikalienagentur Echa ihre Bewertung vorlegen.

Bereits am Dienstag hatte die EU-Kommission angekündigt, das Mittel weiter zulassen zu wollen. Die Entscheidung fiel nun in letzter Minute. Die aktuelle EU-Zulassung für die Substanz wäre mit dem Monatsende am Donnerstag ausgelaufen.

Die EU-Kommission hatte eigentlich darauf gedrängt, dass die EU-Staaten über die weitere Zulassung des weitverbreiteten Unkrautvernichters entscheiden. Doch unter nationalen Vertretern war über Monate nicht die nötige Mehrheit für eine Verlängerung der aktuellen Genehmigung oder eine Neuzulassung zustande gekommen. Am Freitag scheiterte eine letzte Abstimmung, bei der Deutschland sich enthalten hat.

EU-Mitgliedstaaten konnten sich nicht einigen

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Verschiedene Behörden sind sich bei der Bewertung allerdings uneins. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) kam zum Schluss, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend beim Menschen ist. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) sowie die Arbeitsgruppe Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) urteilten dagegen, dass Glyphosat kein Risiko darstellt, wenn es sachgemäß verwendet wird.

Die Gremien beschäftigen sich dabei mit unterschiedlichen Fragen: Bei der IARC geht es - unabhängig von Einsatzszenarien oder Dosierung - um mögliche Krebsgefahren. Bei JMPR und Efsa geht es um praktische Fragen: In welchen Konzentrationen oder bei welchen Aufnahmeformen könnte ein Stoff gesundheitsschädlich sein?

Glyphosat ist das weltweit am meisten verwendete Herbizid, in Deutschland wird es auf knapp 40 Prozent der Ackerfläche eingesetzt. Experten warnen, dass Landwirte nach einem Verbot auf eine Mischung verschiedener Herbizide ausweichen werden, die sie als problematischer als Glyphosat einschätzen.

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