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Wahrscheinlich krebserregend: Brüssel will Glyphosat-Zulassung verlängern

USA (Archivbild): Ein Farmer sprüht Glyphosat auf ein Feld Zur Großansicht
AP

USA (Archivbild): Ein Farmer sprüht Glyphosat auf ein Feld

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Trotzdem soll das Pestizid erst einmal auf dem europäischen Markt bleiben. Brüssel plant, die Zulassung um ein halbes Jahr zu verlängern.

Der Unkrautvernichter Glyphosat steht unter dem Verdacht, Krebs auszulösen. Dennoch soll das Mittel nach dem Willen der EU-Kommission noch mindestens einige Monate in Europa verkauft werden dürfen. Die Brüsseler Behörde will den EU-Staaten vorschlagen, die Zulassung bis Ende Juni 2016 zu verlängern. Die aktuelle Marktzulassung läuft Ende des Jahres aus. Vertreter der EU-Staaten sollen dazu Anfang kommender Woche eine Entscheidung treffen.

Grund für die geplante Verlängerung sind demnach Verzögerungen bei der Europäischen Lebensmittelbehörde Efsa. Sie sollte ursprünglich Mitte August ein Papier mit einer Empfehlung zur Neuzulassung des Pestizids abgeben. Die Abgabe wird sich jedoch wahrscheinlich um mehrere Monate verzögern.

BUND: Geplante Verlängerung inakzeptabel

Die gewonnene Zeit wollen die Experten der Europäischen Lebensmittelbehörde nutzen, um einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Ende Juli zu prüfen. Die WHO stuft Glyphosat demnach als wahrscheinlich krebserregend ein. Wie die Efsa darüber urteilt, ist äußerst wichtig: Die EU-Kommission wird auf Grundlage des Efsa-Gutachtens über eine Neuzulassung des Pestizids entscheiden.

Glyphosat gehört weltweit zu den Wirkstoffen, die am häufigsten in Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden. In Deutschland wurden im Jahr 2012 knapp 6000 Tonnen des Wirkstoffs verkauft, in etwa jeder vierten Tonne Pflanzenschutzmittel ist er enthalten. Verwendet wird er vor allem in der Landwirtschaft, aber auch im Gartenbau und in Parks.

Die Umweltorganisation Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte die EU-Kommission für die geplante Verlängerung der Glyphosat-Zulassung scharf. "Es ist inakzeptabel, dass die EU-Kommission Europas Bevölkerung weiter einer Substanz aussetzen will, die von der WHO als 'wahrscheinlich krebserzeugend' eingestuft wurde", erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

irb/dpa

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insgesamt 55 Beiträge
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    Seite 1    
1. Weg mit der EU
wo_st 15.09.2015
Die EU ist schlimmer als jede Industrie die nur nach ihrem Profit schaut. Da sind mir die industriellen liberalen, denn die liefern wenigstens etwas.
2. Wahrscheinlich nicht krebserregend: Brüssel will Glyphosat-Zulassung verlängern
Rosmarinus 15.09.2015
"Wahrscheinlich nicht krebserregend: Brüssel will Glyphosat-Zulassung verlängern" wäre ja auch kein so schmissiger Titel. Auch wenn das Bundesamt für Risikobewertung im Auftrag der EU zu dem Ergebnis kam.
3. Weg mit der EU
wo_st 15.09.2015
Die Industriellen, die unsere Umwelt versauen, liefern wenigstens etwas. Die EU sorgt nur für Umweltverschmutzung und kostet unser Geld.
4. Bitte am Ball bleiben.
Knack5401 15.09.2015
Der Entscheider in Brüssel sollte einen Namen haben. Strafantrag stellen ist die Folge. Die haben sie nicht mehr alle da oben.
5. Wahrscheinlich krebserregend?!
Rotter 15.09.2015
Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage kommt die Weltgesundheitsorganisation zu solch einer Einschätzung? Entweder oder; aber wahrscheinlich ist inakzeptabel (selbstverständlich nicht für den BUND usw.).
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