Influenza Höhepunkt der Grippewelle ist überstanden

Mindestens 44.500 Infizierte in nur einer Woche: Die Zahl der Grippefälle ist weiterhin hoch. Doch Besserung ist in Sicht.

Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen, Kalenderwoche 10 (links) und 11 (rechts)
Arbeitsgemeinschaft Influenza

Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen, Kalenderwoche 10 (links) und 11 (rechts)


Seit Dezember grassiert bundesweit die Grippe, doch das Schlimmste scheint für diese Saison überstanden zu sein. In der elften Kalenderwoche dokumentierte das Robert Koch-Institut etwas mehr als 44.500 Erkrankte, in der Woche davor waren es noch mehr als 46.300. Die Aktivität der Influenza sei damit weiterhin hoch, der Höhepunkt der Grippewelle sei aber überschritten.

Die Grippewelle verläuft in diesem Winter besonders heftig. Sie hatte Ende Dezember begonnen, seitdem nahm die Zahl der Erkrankten von Woche zu Woche zu. Insgesamt sind in dieser Saison bereits mehr als 270.000 Menschen nachweislich an Grippe erkrankt. Zum Vergleich: Im vergangenen Winter gab es in der gesamten Saison rund 50.000 bestätigte Fälle weniger, obwohl auch die Grippewelle 2016/2017 heftig ausfiel. Und: Die tatsächliche Zahl der Erkrankungen liegt deutlich höher, weil nicht von jedem Patienten Proben analysiert werden.

Bei rund 45.600 Menschen verlief die Grippe so schwer, dass sie ins Krankenhaus kamen. Vor allem Ältere waren betroffen. Bundesweit starben nachweislich 751 Patienten an der Grippe, 86 Prozent der Todesopfer waren mindestens 60 Jahre alt. Auch in Luxemburg, Finnland, Schweden und Tschechien gab es in diesem Jahr besonders viele Grippefälle.

In einigen Regionen Deutschlands legte die Grippe Krankenhäuser und Ämter lahm. Geplante Operationen mussten teilweise verschoben werden, weil Ärzte fehlten, die Krankenhäuser überfüllt waren oder die Ansteckungsgefahr zu hoch war. In einigen Regionen durften Sanitäter nur noch mit Mundschutz behandeln.

Nur Erkältung - oder die echte Grippe?
    Viele sprechen von einer Grippe, wenn sie nur einen grippalen Infekt haben. Zwischen beiden gibt es aber einen großen Unterschied: Während ein grippaler Infekt in der Regel harmlos verläuft und von vielen verschiedenen Viren verursacht wird, stecken hinter einer echten Grippe allein Influenzaviren.
  • Die Symptome einer Grippe sind deutlich stärker als bei einem grippalen Infekt. Bei älteren, sehr jungen und immungeschwächten Menschen kann eine Infektion lebensgefährlich werden. "Auch wenn beide oft miteinander verwechselt werden, ist die Grippe eine ganz andere Nummer als ein grippaler Infekt", sagt der Virologe Stephan Ludwig von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
"Wenn man eine richtige Grippe hat, dann weiß man das. Dann hat man nicht ein bisschen Schnupfen und Kopfdruck, dann hat man hohes Fieber und Schmerzen." Vor den Influenzaviren schützt die jährliche Grippeimpfung. Die harmlosen Erkältungen hingegen kann auch sie nicht abwehren.

Drei Viertel der Erkrankungen haben in diesem Winter Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie ausgelöst - eine Virusvariante, vor der der gängige Impfstoff nicht direkt schützt. Das kann laut Experten ein Grund sein, warum sich in diesem Winter besonders viele Menschen mit Grippe infiziert haben. Fachleute rieten Patienten daher nach dem Ausbruch der Grippewelle zum Vierfachimpfstoff. Dieser wird allerdings nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

koe



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