Influenza Wann ist die beste Zeit für die Grippe-Impfung?

Nach der Grippewelle ist vor der Grippewelle: Die nächste Influenza-Saison beginnt voraussichtlich zum Jahreswechsel. Wer sich mit einer Impfung schützen will, sollte nicht zu lange warten.

DPA


Welche Infektionskrankheit kann in Deutschland innerhalb weniger Monate Jahr für Jahr Zehntausende Menschen das Leben kosten? Die wenigsten würden wohl spontan an Grippe denken.

Doch für die Saison 2016/17 geht das Robert Koch-Institut (RKI) von 22.900 Grippetoten aus. Die bundesweiten Zahlen für die Grippewelle 2017/18 liegen zwar noch nicht vor, die RKI-Forscher schätzen aber, dass sie noch höher sind. Damit die kommende Wintersaison glimpflicher verläuft, rät die Ständige Impfkomission (Stiko) zu mehr Grippeimpfungen.

Für wen das sinnvoll ist und alle weiteren wichtigen Informationen - der Überblick:

Wer sollte sich impfen lassen und wann?

Da die meisten Grippetoten Senioren sind, empfiehlt die Stiko generell allen Menschen ab 60 Jahren, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Weitere Empfehlungen gibt es für Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen, Patienten mit chronischen Krankheiten und Schwangere. Bei Letzteren gibt es den Vorteil, dass dann auch das Baby in den ersten Monaten einen Grippeschutz hat.

Impfen lassen sollte sich auch medizinisches Personal. Nicht nur, weil diese Menschen selbst ein erhöhtes Risiko haben, sich anzustecken, sondern auch, weil sie die Erreger an ihre Patienten weitergeben könnten.

Auch Menschen, die nicht in eine der Risikogruppen fallen, können sich natürlich gegen die Grippe immunisieren lassen.

Der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung ist im Oktober oder November - sie ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Nach dem Pikser dauert es 10 bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz vollständig aufbaut. Die Grippewellen starten meist im Dezember oder Januar.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Impfung?

Ja, für die Risikogruppen. Für die kommende Grippesaison gibt es von der Stiko erstmals eine explizite Empfehlung für einen Vierfachimpfstoff - mit jeweils zwei Komponenten gegen A- und B-Linien des Influenzavirus. Bisher waren bei Grippewellen in Europa eher A-Subtypen dominant. Deshalb wurden vor allem Dreifachimpfstoffe mit zwei A- und nur einer B-Komponente verwendet.

In der vergangenen Saison erkrankten aber überraschend viele Menschen an einer B-Linie, die zuvor nicht im Dreifach-Impfstoff berücksichtigt war, aber in der Vierfach-Variante. Von der "Aufrüstung" gegen B-Viren profitieren nun auch Kassenpatienten. Zuvor hatten häufig nur Privatpatienten Vierfach-Dosen angeboten bekommen.

Wie wirksam ist die Impfung?

Das kommt darauf an, welche Grippeviren in der kommenden Saison dominieren und wie gut der Impfstoff darauf abgestimmt ist. Dessen Zusammensetzung legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr neu fest.

Bei einer sehr guten Übereinstimmung mit dem Impfstoff beobachten Forscher bei jungen Erwachsenen eine Schutzwirkung bis zu 80 Prozent. Ältere Menschen können ihr Risiko im Mittel halbieren - die Wirksamkeit liegt dann zwischen 40 bis 60 Prozent.

Passen die Komponenten schlecht, kann die Wirksamkeit deutlich niedriger liegen. In der vergangenen Saison, als eine B-Linie (Yamagata) überraschend dominierte, lag der Schutz gegen dieses eine Virus bei der Dreifachimpfung laut RKI bei einem Prozent. Die A-Komponenten aber blieben wirksam. Eine Impfung gilt trotz dieser Unwägbarkeiten als bester Schutz, den es gegen Grippe gibt.

Wie verliefen die vergangenen Grippewellen?

Die Stärke der Wellen kann von Jahr zu Jahr erheblich schwanken. Früher wechselten sich starke und schwache Saisons oft ab. In den vergangenen Jahren gab es laut RKI mehrere heftige Wellen hintereinander.

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) schätzt, dass pro Jahr zwischen einer und sieben Millionen Bundesbürger wegen Grippesymptomen zum Arzt gehen. Im vergangenen Winter lagen die Werte deutlich darüber - bei geschätzten neun Millionen Besuchen.

Was kann man noch tun, um sich vor einer Infektion zu schützen?

Die Grippe kann sich immer dann ausbreiten, wenn Viren von einem Erkrankten ausgehustet oder -geniest werden und dann zu einem anderen Menschen gelangen. Dies geschieht zum Beispiel über Türklinken. Wer sich regelmäßig, nicht nur nach dem Toilettengang, die Hände wäscht, kann damit das Ansteckungsrisiko senken. Das gilt nicht nur für die Grippe, sondern auch für Erkältungen.

Um andere vor einer Infektion zu bewahren, sollten Erkrankte möglichst Abstand halten - mindestens zwei Meter, empfiehlt das RKI. Benutzte Taschentücher sollte der Kranke selbst im Mülleimer entsorgen. Wer mit dem Partner im Doppelbett schläft, handelt am besten aus, wer die kommenden Nächte auf der Couch verbringt, um das Ansteckungsrisiko zu senken. Weil eine Grippe besonders für Kleinkinder und Säuglinge, Schwangere, chronisch Kranke und Senioren gefährlich werden kann, sollten Erkrankte bei ihnen ganz besonders auf Abstand bleiben.

mah/ dpa

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keine-#-ahnung 14.09.2018
1. "Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Impfung?"
"Ja." #fakenews?? Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Influenzaimmunisierung als sog. Standardimpfung nur für Versicherte ab dem 60. Lebensjahr. Darüber hinaus gibt es noch für einen begrenzten Versichertenkreis die Möglichkeit, sich über sog. Satzungs- oder Indikationsleistungen über die Krankenkasse immunisieren zu lassen, aber für die Mehrzahl der Erwachsenen bis zu einem Alter von 60 ist die Grippeimpfung keine von den GKV'en getragene Leistung.
masc74 14.09.2018
2. Prima, wieder das Impfthema.... auf in den Ring :-)
Ich hol mir schon einmal Bier und Chips .... gleich gehts los :-). Ich fasse schon mal für die Aluhutträger zusammen: - Impfen ist ein Programm der Pharmalobby (zu der natürlich auch das RKI gehört) - Schweinegrippe!!! Weil da die Impfung ein Griff ins Klo war, sind alle anderen Impfungen natürlich auch total unnötig - Adjuvantien: Sie wollen uns vergiften!!! - Bei mir und meinem Meerschweinchen haben Globuli immer viel besser und stärker gewirkt - Es ist total wichtig, eine Grippe selbst durchzumachen, wenn man einmal daran gestorben, dann ist das Immunsystem so fit, dass man auch sonst nichts mehr kriegen kann. ... so, jetzt dürft ihr! :-)
Frank Zappa 14.09.2018
3.
Zitat von masc74Ich hol mir schon einmal Bier und Chips .... gleich gehts los :-). Ich fasse schon mal für die Aluhutträger zusammen: - Impfen ist ein Programm der Pharmalobby (zu der natürlich auch das RKI gehört) - Schweinegrippe!!! Weil da die Impfung ein Griff ins Klo war, sind alle anderen Impfungen natürlich auch total unnötig - Adjuvantien: Sie wollen uns vergiften!!! - Bei mir und meinem Meerschweinchen haben Globuli immer viel besser und stärker gewirkt - Es ist total wichtig, eine Grippe selbst durchzumachen, wenn man einmal daran gestorben, dann ist das Immunsystem so fit, dass man auch sonst nichts mehr kriegen kann. ... so, jetzt dürft ihr! :-)
Richtig. Das Traurige daran ist, dass die meisten absolut ahnungslos sind, und jede dümmliche Erkältung für Grippe halten. Wer schon mal eine richtige Grippe gehabt hat, der wird den Unterschied auch bei absoluter geistiger Umnachtung merken. Und jeder über 60-jähriger, der sich nicht impfen lässt, ist absolut o.k. Die Rentenversicherung spart sich viel Geld. :)
fatherted98 14.09.2018
4. Stimmt....
Zitat von keine-#-ahnung"Ja." #fakenews?? Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Influenzaimmunisierung als sog. Standardimpfung nur für Versicherte ab dem 60. Lebensjahr. Darüber hinaus gibt es noch für einen begrenzten Versichertenkreis die Möglichkeit, sich über sog. Satzungs- oder Indikationsleistungen über die Krankenkasse immunisieren zu lassen, aber für die Mehrzahl der Erwachsenen bis zu einem Alter von 60 ist die Grippeimpfung keine von den GKV'en getragene Leistung.
....ich hatte große Probleme mit meiner Ärztin...führt fast zum Eklat. Bis sie bei meiner Kasse anrief und sich die Übernahme bestätigen ließ. Ist aber nicht die Regel bei allen Ersatzkassen....eine Schande. Gleiche gilt für andere Impfungen wie Lungenentzündung und Gürtelrose...dafür werden aber Homöopathische Leistungen und ähnlicher Mumpitz übernommen....vielen Dank an die Gesetzlichen Kassen.
ridcully76 14.09.2018
5.
Zitat von keine-#-ahnung"Ja." #fakenews?? Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Influenzaimmunisierung als sog. Standardimpfung nur für Versicherte ab dem 60. Lebensjahr. Darüber hinaus gibt es noch für einen begrenzten Versichertenkreis die Möglichkeit, sich über sog. Satzungs- oder Indikationsleistungen über die Krankenkasse immunisieren zu lassen, aber für die Mehrzahl der Erwachsenen bis zu einem Alter von 60 ist die Grippeimpfung keine von den GKV'en getragene Leistung.
Da müssen Sie mal mit Ihrem Arzt und der KK reden, dann bekommes Sie die Impfung auch. Und wenn nicht, dann Arzt und KK wechseln.
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