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Erste Krankheitsfälle: Wie gut wirkt der Grippeimpfstoff?

Ein Piks gegen die Grippe: Ab einem Alter von 60 sollte sich jeder impfen lassen, davor nur jüngere Risikogruppen Zur Großansicht
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Ein Piks gegen die Grippe: Ab einem Alter von 60 sollte sich jeder impfen lassen, davor nur jüngere Risikogruppen

Die Grippewelle steht kurz bevor, da beginnen Experten zu diskutieren. Reicht die Standardimpfung aus? Oder braucht es ein teureres, aber noch breiter wirksames Mittel? Klar ist: jetzt ist die beste Zeit zum Impfen.

Mit dem Herbst naht die Grippezeit. Nach einer spürbaren Erkrankungswelle im Winter 2014/15 sollen auch in diesem Jahr Impfungen helfen, die Deutschen gegen die Grippe zu wappnen. Knapp 21 Millionen Dosen hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bisher freigegeben. Ob der Impfstoff aber immer wirkt, diese Frage treibt Experten seit einigen Wochen um. Nein, sagen die einen - alles kein Problem, sagen die anderen.

Anstoß der Debatte war der sogenannte Dreifach-Impfstoff. Dieser enthält Antigene dreier weltweit zirkulierender Varianten des Grippevirus, zwei vom Typ A und einen vom Typ B. Manchen Medizinern ist das zu wenig: Sie raten zum in Deutschland deutlich seltener verwendeten Vierfach-Impfstoff, der einen weiteren B-Typen enthält. Wohl auch wegen der vermehrten Aufmerksamkeit sind die Vierfach-Vakzine laut PEI in dieser Saison jedoch schon nicht mehr verfügbar. Bestände gebe es womöglich noch im Großhandel.

Die Empfehlung zur Zusammensetzung der Vakzine kommt jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) - allerdings relativ zeitig vor Beginn der Saison. Das birgt stets das Risiko, dass sich das Virus genetisch noch verändert. Schlimmstenfalls stimmt dann das im Impfstoff enthaltene Eiweiß nicht mehr mit dem Oberflächeneiweiß des Erregers überein. Das Immunsystem muss auf Unbekanntes reagieren.

Die "Befürchtungen einzelner Ärzte" seien dennoch unbegründet, erklärt die Krankenkasse Barmer GEK. Der zusätzlich enthaltene Virus-Typ komme nach derzeitigen Erkenntnissen "nur selten vor". Der Vierfach-Impfstoff ist auch deutlich teurer als der in großen Mengen von den Kassen georderte Dreifach-Stoff: Dieser kostet nach Angaben der Barmer GEK "weniger als ein Drittel" des Vierfach-Präparats.

"Da muss man nicht gleich am Impfstoff zweifeln"

Nur ein grippaler Infekt oder die echte Grippe? Das unterscheidet die beiden Krankheitsbilder voneinander. Quellen: Robert Koch-Institut, Internisten im Netz und Gesundheitsinformation.de Zur Großansicht
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Nur ein grippaler Infekt oder die echte Grippe? Das unterscheidet die beiden Krankheitsbilder voneinander. Quellen: Robert Koch-Institut, Internisten im Netz und Gesundheitsinformation.de

"Für den einzelnen ist die Entscheidung völlig irrelevant", sagt Caroline Isner, Medizinerin an der Klinik für Infektiologie und Pneumologie der Berliner Charité über die beiden Impfstoffe. Die WHO-Einschätzungen träfen meist zu, betont sie. Wenn es nicht so richtig passe, wie im vergangenen Jahr, sei das die Ausnahme. "Da muss man nicht gleich am Impfstoff zweifeln, auf keinen Fall", betont Isner. "Vielleicht hat man etwas mehr Glück mit dem Vierfach-Impfstoff, aber ganz ehrlich: ein Stamm. Da weiß keiner, ob das noch mehr Schutz bringt."

Wichtig sei, überhaupt geimpft zu sein, sagt Cornelius Remschmidt, Fachmann für Impfprävention am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Hochrechnungen zufolge gingen Menschen in Deutschland während der vergangenen Grippewelle rund 6,2 Millionen Mal wegen Grippebeschwerden zum Arzt, wie das RKI kürzlich bilanzierte, 30.000 mussten ins Krankenhaus. Kliniken waren überlastet, in Unternehmen fielen die Angestellten reihenweise aus.

Wie viele Grippefälle es wirklich gab, ist aber schwer zu sagen: Ärzte lassen nur bei einem Bruchteil der Patienten die Erreger labordiagnostisch untersuchen - rund 70.000 Fälle wurden auf diese Weise 2014 bestätigt. Die Zahl der Todesfälle schwankt von Jahr zu Jahr, in den vergangenen zehn Jahren war der Wert 2012/2013 am höchsten, mit 20.000 Betroffenen.

"Bisher sind die Impfquoten absolut unzureichend."

Das ändert bislang nichts an der Zurückhaltung der Deutschen beim Impfen: Die Über-60-Jährigen sind nach RKI-Angaben etwa zu 50 Prozent geimpft, ab diesem Alter empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung allen Personen. Bei Jüngeren aus Risikogruppen ist nur jeder Vierte immunisiert.

Misstrauen in die Impfung und die Ansicht, Grippe sei keine gefährliche Erkrankung, gelten laut einer RKI-Studie als häufigste Gründe. Dabei lässt sich ein schwerer Krankheitsverlauf durch den Piks oft vermeiden: "Impfen lassen sollten sich Menschen über 60, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal", empfiehlt der RKI-Experte. "Bisher sind die Impfquoten absolut unzureichend."

Auch Asylsuchende schätzt Remschmidt als besonders gefährdet ein. Angesichts der Umstände in engen Massenunterkünften für Flüchtlinge drohe ein hohes Ausbruchsrisiko im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung. Wer zu einer Risikogruppe zählt, lasse sich zudem wegen Sprachbarrieren schwerer herausfinden. "Da kann es sinnvoll sein, die Impfung allen Asylsuchenden anzubieten", sagte Remschmidt. Die Gesundheitsämter müssten je nach Lage entscheiden.

Optimal ist Experten zufolge die Impfung im Oktober und November, aber auch später kann man sie meist noch nachholen. Nach etwa 14 Tage greift der Impfschutz. Bisher gibt es keinen Grund zur Beunruhigung: Es sind bis jetzt wenige Influenza-Fälle gemeldet. Meist beginnt die jährliche Influenzawelle erst nach der Jahreswende.

Von Gisela Gross, dpa

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insgesamt 54 Beiträge
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1. Aha.
Susi Sorglos 22.10.2015
Wir lasen eine Werbebotschaft des RKI in Namen der Pharmakonzerne ?
2. Gesundheit!
cassandros 22.10.2015
Zitat von Susi SorglosWir lasen eine Werbebotschaft des RKI in Namen der Pharmakonzerne ?
Und gleich danach folgen 200 Beiträge aus der "troll factory" über die Weltverschwörung der pharmazeutischen Industrie. Schnarchlangweilig, weil so vorhersagbar wie der Ausgang eines Tatorts bei 12. Wiederholung in 2 Wochen.
3.
SvenMeier 22.10.2015
Und was haben diese grippalen Infekte mit der Grippeimpfung zu tun?
4. Bitte
rehde 22.10.2015
Bitte Leute, lasst Euch impfen, auch für die vielen, die keine Impfung vertragen. Danke.
5. Zahlt meine Kasse auch die Impfung
vogel0815 22.10.2015
...wenn ich nicht zu einer der Risikogruppen gehöre? Das würde mich mal interessieren.
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