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Influenza: Grippe-Erkrankungen steigen in Deutschland

Müde, schlapp, appetitlos: Wer an der echten Grippe erkrankt, den zwingt der Körper ins Bett Zur Großansicht
Corbis

Müde, schlapp, appetitlos: Wer an der echten Grippe erkrankt, den zwingt der Körper ins Bett

Die Grippewelle hat Deutschland erreicht und sie droht in diesem Jahr besonders heftig zu werden. Vor allem im Osten und Süden stecken sich immer mehr Menschen an. Dabei können ein paar einfache Maßnahmen vor einer Infektion schützen.

Ausgeknockt von jetzt auf gleich: Wen die Grippe erwischt, bei dem steigt die Körpertemperatur schlagartig an, hinzu kommen Reizhusten, Appetitlosigkeit, bohrende Kopfschmerzen. Diese Symptome erleben zurzeit immer mehr Deutsche, die Grippewelle hat begonnen. Bis zum 10. Februar gab es seit Beginn der diesjährigen Grippesaison fast 11.000 bestätigte Fälle - die meisten davon im Osten und Süden. Eine Woche zuvor waren es noch rund 6400.

"Stark erhöhte Influenza-Aktivität", meldet die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI) in ihrem jüngsten Wochenbericht bundesweit.

"Insgesamt hat die Grippewelle etwas früher begonnen als in der vergangenen Saison, schon in der zweiten Kalenderwoche", sagt Silke Buda, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Influenza. Im Moment steigen die Zahlen laut Buda noch an. Vieles deutet darauf hin, dass die Grippewelle dieses Jahr überdurchschnittlich stark wird, die im Vorjahr war vergleichsweise mild.

Akute Atemwegserkrankungen in Deutschland (Daten der vergangenen Woche): In den roten Bereichen infizieren sich besonders viele Menschen Zur Großansicht
Robert Koch-Institut

Akute Atemwegserkrankungen in Deutschland (Daten der vergangenen Woche): In den roten Bereichen infizieren sich besonders viele Menschen

Besonders verbreitet ist in dieser Saison nach RKI-Untersuchungen bislang der Subtyp H3N2 der Influenza-A-Viren. Zwar enthält der saisonale Grippeimpfstoff eine Komponente gegen diesen Virustyp, doch hat sich dieser Stamm seit der Empfehlung der Impfstoffzusammensetzung für dieses Jahr wieder verändert. Das in dem Impfstoff enthaltene Eiweiß stimmt nun nicht mehr mit dem Oberflächeneiweiß des Erregers überein.

Grippeimpfung schützt dieses Jahr schlechter als erwartet

"Hier muss mit einer möglicherweise reduzierten Impfwirkung gerechnet werden", sagt Buda. Dies belegten auch Zahlen aus den USA, Kanada und Großbritannien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits im Januar bestätigt, dass sich Unterschiede zwischen Impfstoff und Erreger des Subtyps andeuteten. Dennoch, so betonen Experten, ist der Impfstoff der einzige mögliche Vorabschutz vor einer Grippeerkrankung. "Denn gegen die anderen Subtypen wirkt er ja", sagt Buda.

Wie sich die Impfung am Ende auf die Grippewelle auswirkt, hängt auch von der Impfbereitschaft der Menschen ab. Empfohlen wird die Grippeimpfung für

  • Ältere,
  • Menschen jeden Alters mit chronischen Grunderkrankungen,
  • Schwangere und
  • Personen, die im medizinischen Bereich arbeiten oder in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr wie Schulen.

"Die bisherige Impfquote ist immer noch nicht zufriedenstellend", sagt Buda. Nach bisherigen Erkenntnissen lassen sich weniger als 30 Prozent der Bevölkerung gegen Grippe impfen. Etwa die Hälfte der Älteren sei gegen Influenza geimpft, sagt Buda. Bei der Risikogruppe der Schwangeren ist es kaum ein Viertel.

Grippe und grippaler Infekt: Große Unterschiede bei den Symptomen Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Grippe und grippaler Infekt: Große Unterschiede bei den Symptomen

Da sich schwache und starke Grippewellen häufig abwechseln, ist in den nächsten Wochen Aufmerksamkeit geboten. Bei der vergangenen schweren Saison im Winter 2012/13 starben laut RKI 20.600 Menschen an den Folgen. Im Winter 2013/2014 hingegen begann die Grippewelle spät und endete früh.

Deshalb gilt vor allem für Kinder und Ältere: Wer sich im Alltag vor einer Infektion schützen möchte, sollte vor allem regelmäßig die Hände waschen, dabei reicht eine normale Handseife aus, und versuchen, sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen. Auch Abstand zu anderen Personen und der Verzicht auf Körperkontakt wie Händeschütteln können das Ansteckungsrisiko senken.

Grippe: So schützt man sich

1. Häufig die Hände waschen. Wasser und normale Seife reichen aus, spezielle antibakterielle Seife ist nicht notwendig.

2. Die Hände vom Gesicht fernhalten. Hat man einen mit dem Virus belasteten Gegenstand angefasst, ist das Risiko groß, sich zu infizieren, wenn man sich an die Nase oder den Mund fasst.

3. Während der Grippewelle Abstand zu anderen Personen halten, engen Kontakt vermeiden. Dazu zählt auch, anderen die Hand zu geben, sich zu küssen oder zu umarmen.


Quellen: Robert Koch-Institut, Gesundheitsinformation.de

irb/dpa

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insgesamt 113 Beiträge
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1. Dienstwagen scheinen wichtiger
dialogischen 13.02.2015
Erst verknappen die gesetzlich kranken Kassen gezielt die Impfstoffe für GKV-Mitglieder - und jetzt werden im obigen Artikel unbefriedigende Impfquoten beklagt. Vielleicht finden sich ja irgendwo noch Journalisten, die die Praktiken von AOK & Co gegen die Versicherteninteressen mal seriös beleuchten. Ist ja kaum mehr seriös, die Effektivitätslücke der diesjährigen WHO-Mischung als Nachricht zu verkaufen, statt als alten Hut
2.
SpitzensteuersatzZahler 13.02.2015
Wenn ich mir mein (auch internationales) Umfeld so anschaue, habe ich jeden Tag auf diese Meldung gewartet. So gut wie jeden hats diese Saison richtig schwer erwischt. Mich auch - trotz Impfung.
3. ..und..
vincent1958 13.02.2015
..,dass Sie zu hause bleiben und nicht andere anstecken!
4. ausreichend Impfstoff vorhanden!
Spiegelleserin57 13.02.2015
Zitat von dialogischenErst verknappen die gesetzlich kranken Kassen gezielt die Impfstoffe für GKV-Mitglieder - und jetzt werden im obigen Artikel unbefriedigende Impfquoten beklagt. Vielleicht finden sich ja irgendwo noch Journalisten, die die Praktiken von AOK & Co gegen die Versicherteninteressen mal seriös beleuchten. Ist ja kaum mehr seriös, die Effektivitätslücke der diesjährigen WHO-Mischung als Nachricht zu verkaufen, statt als alten Hut
die Impfquote hat nichts mit dem Vorrat an Impfstoff zu tun. Außerdem kann man sich auch zusätzlich vor der Influenza schützen. Dass die Impfung dieses Jahr nicht genau den Virustyp getroffen hat ist NEU.
5. 20 000 Tote in Deutschland?
sandmann888 13.02.2015
Wenn diese Zahlen wirklich stimmen, dann frage ich mich, wieso da nicht schon längst ein Aufschrei durch alle Medien geht? Was sind dagegen die paar Tausend Ebola-Tote in mehreren Ländern? Da werden Milliarden locker gemacht, das Militär eingesetzt, Hilfsaktionen ohne Ende gestartet für "nur" ein paar Infizierte (im Vergleich zur Influenza). Da müssten sich sämtliche Politiker mal fragen lassen, wieso da von Ihnen nichts kommt - bei Ebola im Fernen Afrika waren unsere sogenannten Gesundheitspolitiker jedenfalls z. T. medial sehr präsent!
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Grippe: So schützt man andere

1. Beim Niesen Nase und Mund bedecken, am besten in ein Papiertaschentuch oder den Ärmel niesen und husten, auf keinen Fall in die Hand!

2. Benutzte Taschentücher umgehend entsorgen, so dass sie andere Menschen möglichst nicht berühren können. Am besten Einwegtücher benutzen.

3. Häufig die Hände waschen, vor allem, nachdem man ein Taschentuch angefasst hat.

4. Enge Kontakte zu anderen Menschen möglichst vermeiden und mindestens zwei Meter Abstand halten. Dies gilt vor allem beim Kontakt mit Schwangeren, chronisch Kranken, Kindern und älteren Menschen.

5. In der akuten Erkrankungsphase möglichst zu Hause bleiben und regelmäßig lüften, damit der Körper frische Luft erhält und sich die Zahl der virusbelasteten feinen Tröpfchen in der Luft reduziert.


Quellen: Robert Koch-Institut, Gesundheitsinformation.de


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