Grippeimpfung Geschützt durch den Winter

In einem durchschnittlichen Winter sterben in Deutschland 8000 Menschen an den Folgen einer Grippe. Schwangere, ältere Menschen und chronisch Kranke sind besonders gefährdet für Komplikationen. Sie sollten sich impfen lassen - genauso wie medizinisches Personal.

Kleiner Pikser: Bis sich der Impfschutz voll aufgebaut hat, dauert es etwa zwei Wochen
DDP

Kleiner Pikser: Bis sich der Impfschutz voll aufgebaut hat, dauert es etwa zwei Wochen


Informationen für Schwangere

Die Ständige Impfkommission (Stiko), eine unabhängige Expertengruppe beim Robert Koch-Institut, empfiehlt die Grippeimpfung allen gesunden Schwangeren ab dem vierten Monat. Schwangere, die chronische Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes haben, sollten schon früher geimpft werden.

Dafür gibt es gute Gründe: Durch Veränderungen des Körpers und des Immunsystems können schwangere Frauen Krankheitserreger nicht so gut abwehren. Im Laufe der Schwangerschaft steigt daher das Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen wie Lungenentzündungen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Zusätzlich erhöht eine Infektion der Mutter das Risiko für Früh- und Fehlgeburten sowie Wachstumsstörungen.

Eine Vielzahl an Studien hat gezeigt, dass Schwangere und ihre ungeborenen Kinder die Impfung gut vertragen. Es ist ausgeschlossen, dass sie sich bei der Impfung mit dem Virus anstecken. Da die Mutter über die Plazenta Antikörper an ihr Kind weitergibt, schützt die Impfung auch den Säugling in den ersten Monaten nach seiner Geburt vor einer Infektion. Andernfalls können Kinder erst ab einem Alter von sechs Monaten geimpft werden.

Quelle: Faltblatt der BZgA für Schwangere

Informationen für Menschen ab einem Alter von 60

Das Immunsystem verliert im Alter seine Stärke, es kann Krankheitserreger nicht mehr so gut bekämpfen. Dies macht ältere Menschen besonders anfällig für Grippeviren. Die Infektionen verlaufen häufig heftiger, können länger anhalten und lebensbedrohliche Begleiterkrankungen mit sich bringen. Mit am häufigsten handelt es sich bei diesen Komplikationen um eine Lungenentzündung.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeschutzimpfung für alle Personen ab 60 Jahren. Die Krankenkassen übernehmen für sie die Kosten, die Praxisgebühr entfällt. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich, hin und wieder kann sich die Einstichstelle röten, anschwellen und schmerzen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind erhöhte Körpertemperatur und allgemeines Unwohlsein, beides verschwindet jedoch in der Regel nach ein bis zwei Tagen.

Geimpfte sollten unbedingt beachten, dass eine Impfung gerade bei geschwächtem Immunsystem keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Wer typischen Symptome entwickelt - Fieber, Halsschmerzen, trockener Husten, heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen - sollte sofort zum Arzt gehen.

Quelle: Faltblatt der BZgA für Menschen ab 60 Jahren

Informationen für chronisch Kranke

Chronische Erkrankungen wie Asthma, Diabetes, Multiple Sklerose oder eine HIV-Infektion fordern den Körper. Dies macht sich bei einer Grippeinfektion bemerkbar: Patienten haben ein besonders hohes Risiko für schwere oder sogar lebensbedrohliche Krankheitsverläufe. Vor allem, wenn durch die Vorerkrankung die Atemwege oder das Immunsystem beeinträchtigt sind.

Wer eine entsprechende Grundkrankheit hat, sollte nach Empfehlungen der Stiko ab einem Alter von sechs Monaten geimpft werden. Nach Möglichkeit sollten sich auch Angehörige und enge Kontaktpersonen von chronisch Kranken impfen lassen, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die Impfung sollte am besten vor Beginn der Grippesaison im Oktober oder November erfolgen, da es etwa zwei Wochen dauert, bis der Körper seinen Schutz voll aufgebaut hat.

Zu den Erkrankungen, durch die ein höheres Risiko durch die saisonale Grippe besteht, zählen: Chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma), Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, angeborene und erworbene Immundefekte, HIV-Infektionen. Die Betroffenen sollten die Impfung immer mit ihrem Arzt besprechen.

Quelle: Faltblatt der BZgA für chronisch Kranke

Informationen für medizinisches und pflegerisches Personal

Ärzte, Krankenschwestern, Altenheim-Mitarbeiter und anderes medizinisches Personal trifft Tag für Tag auf Menschen, die aufgrund eines geschwächten Immunsystems und anderer Krankheiten ein erhöhtes Risiko für gefährliche Grippeverläufe haben. Sie sollten sich daher jedes Jahr gegen die Grippe impfen lassen.

Hinzu kommt, dass durch den engen Kontakt mit Patienten auch das Risiko, an einer Grippe zu erkranken, erhöht ist. Der Erreger der saisonalen Grippe ist hoch ansteckend und kann schon vor Ausbruch der Symptome übertragen werden. Dabei kann ein Händedruck mit einer infizierten Person ausreichen.

Betroffene sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Grippewelle im Oktober oder November impfen lassen. Nach circa zwei Wochen ist der Körper vor einer Ansteckung mit dem Virus geschützt. Häufig werden spezielle Impftermine direkt am Arbeitsplatz angeboten, so dass die Impfung nur mit einem geringen Aufwand verbunden ist.

Studien zeigen außerdem, dass etwa die Menschen in einem Alten- oder einem Pflegeheim am besten geschützt sind, wenn sowohl Bewohner als auch das Personal gegen die saisonale Grippe geimpft sind. Demnach lohnt es sich auch, auf die Impfungen der Bewohner zu achten. Hilfreich sind auch Hygienemaßnahmen wie das häufige Händewaschen und das Niesen sowie Husten in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch.

Quelle: Faltblatt der BZgA für medizinisches Personal

irb



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