H1N1-Infektion übersehen: Gericht spricht Arzt von Haftung frei

Mit Husten und Fieber geht ein Mann zum Arzt, der stellt eine falsche Diagnose und übersieht eine Schweinegrippeinfektion. Jetzt hat ein Oberlandesgericht entschieden: Der Arzt haftet dafür nicht.

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DPA

Erkältung: Korrekt untersucht, falsche Diagnose

Hamm - Patienten haben keinen Anspruch auf Schadensersatz, wenn ihr Arzt eine Infektion mit dem H1N1-Virus nicht frühzeitig erkennt. Das gilt insbesondere dann, wenn der Mediziner den Erkrankten korrekt untersucht, entschied das Oberlandesgericht Hamm wie die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins mitteilt.

In dem verhandelten Fall war ein Mann wegen hohen Fiebers und Hustens zu seinem Hausarzt gegangen. Der Mediziner diagnostizierte eine grippale Atemwegsinfektion und akute Bronchitis. Die Beschwerden verschlimmerten sich jedoch, und der Mann ging schließlich in ein Krankenhaus. Dort wurde eine Lungenentzündung und eine Infektion mit dem Schweinegrippevirus H1N1 festgestellt. Der Patient verklagte seinen Hausarzt auf Schmerzensgeld. Die Begründung: Er habe ihn unzureichend untersucht.

Die Klage hatte keinen Erfolg: Der Arzt habe den Patienten korrekt untersucht und behandelt. Lungenentzündungen werden durchaus auch zu Hause behandelt. Daher hätte der Arzt ihn nicht unbedingt ins Krankenhaus einweisen müssen. Außerdem sei in der Klinik die Schweinegrippeinfektion erst im späteren Verlauf der Untersuchungen festgestellt worden.


Aktenzeichen: 3 U 26/13

cib/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. ärzte sind keine götter !
jesse01 02.09.2013
komisch ist es nur, dass ein arzt offenkundig nicht in der lage ist, eine lungenentzündung zu erkennen ! bei meiner mutter hat die hausärztin ihre lungenentzündung auch nicht erkannt. erst nach überweisung ins krankenhaus wurde das dort dann erkannt. offenbar ist das für einen hausarzt schwierig, dabei muss das doch ein standardproblem für ihn sein. genauso absurd ist es doch wohl , die symptome immer gleich als bronchities und grippe zu deuten, obwohl offenbar mehr dahinter stecken kann. ich kann mir schon vorstellen, dass ein arzt zu schnell diese diagnose stellt und eben nicht richtig untersucht. vielleicht auch aus budgetgründen ? sehr bedenklich alles.
2. Richtig so
Tony 02.09.2013
Der Arzt hatte eine Grippe diagnostiziert und der Mann hatte eine Grippe, das der Krankheitsverlauf sich verschlechtert ist immer möglich. Viel schlimmer finde ich das hier jemand versucht Kapital raus zu schlagen, vermutlich weil sein Ego gekränkt ist, unter dem Motto: "Ich hab doch gewusst das ich Schweinegrippe habe...." Als nächstes wird dann gegen die Rechtsschutzversicherung geklagt, weil diese die Anwalts- und Gerichtskosten nicht tragen will. Zu Recht...
3.
goomer 02.09.2013
@jesse01 Nur um Ihre eigene Geschichte hier einzubringen verstehen Sie den Inhalt des Artikels so wie es ihnen gerade passt... Lungenentzündungen werden u.U. auch Zuhause behandelt... Wie es auch ganz richtig in Artikel steht. .. bei berechtigten Mängeln okay, doch sei allen Klagewütigen Menschen geraten sich zu überlegen worum es einem geht.... mir kommt in diesem Fall der Verdacht auf das da jemand einfach ordentlich Abstauben wollte! Schmerzensgeld... Als ob das Geld der Person die Schmerzen im Nachhinein nehmen würde welche ja nun definitiv nicht vom Arzt verursacht wurden. ... Das Urteil bekommt meine vollste Zustimmung!
4. Richtig So II
flensojenso 02.09.2013
Ärzte neigen heutzutage ( warum auch immer ) ihre Patiente nach dem Schema F zu untersuchen. Da wird die Person nicht richtig untersucht sondern aus den ersten paar syntomen innerhalb von weniger als einer Minute eine Diagnose gebastelt. Das ist schade und zeugt von einer gewissen Unfähigkeit darum find ich das gut das sich mal ein Patient wehrt, aus welchen Motiven auch immer das in diesem Einzelfall geschehen sein mag wag ich nicht zu beurteilen.
5. ojemine
tstar 02.09.2013
Zitat von jesse01komisch ist es nur, dass ein arzt offenkundig nicht in der lage ist, eine lungenentzündung zu erkennen ! bei meiner mutter hat die hausärztin ihre lungenentzündung auch nicht erkannt. erst nach überweisung ins krankenhaus wurde das dort dann erkannt.....
Offensichtlich obliegen Sie hier dem üblichen Kritikewahn an der Ärzteschaft. Die überwiegende Zahl der Schweinegrippeninfektionen lief so harmlos ab, dass kein Unterschied zu einem "normalen" Atemwegsinfekt feststellbar gewesen ist. Sollte man jetzt bei jeder harmlosen Erkältung einen Test auf das Schweinegrippevirus gemacht haben? Mit nichten! Der Mann hat total richtig behandelt (obwohl ich nicht erkennen kann welche Medikamente gegeben wurden) denn nur selten entwickelt sich wie bei diesem Patienten eine Lungenentzündung daraus. Übrigens kleiner Tip : Krankenhäuser werden wohl keine Erkältung stationär abrechnen können, da ist das mal schnell eine "Lungenentzündung" ;-).
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