H7N9: Elf Chinesen wegen Verbreitung von Gerüchten festgenommen

Die chinesischen Behörden haben mindestens elf Menschen verhaftet, die falsche Informationen über weitere Infizierte mit dem H7N9-Virus gestreut haben. Die Meldungen zur Vogelgrippe beunruhigen die Bevölkerung. Laut WHO besteht allerdings kein Grund zur Panik - trotz steigender Todeszahlen.

H7N9: China ringt mit der Vogelgrippe Fotos
AP

Peking - China kämpft mit allen Mitteln gegen das Vogelgrippe-Virus H7N9 - und gegen die Panik in der Bevölkerung. Strikt haben die Behörden gegen Personen durchgegriffen, die Gerüchte über das Virus verbreiteten. Die chinesische Polizei habe mindestens elf Menschen festgenommen, die im Internet oder per SMS falsche Informationen über weitere Infizierte gestreut hätten, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch.

Einige Beschuldigte wurden für mehrere Tage unter administrativen Arrest gestellt - eine Maßnahme, die laut Xinhua ohne Prozess angeordnet werden kann. Sie wurden in den ostchinesischen Provinzen Anhui, Jiangsu und Zhejiang festgenommen, in denen sich Patienten mit H7N9 infiziert haben. Auch in der Stadt Guiyang im Südwesten und in der Stadt Xian im Nordwesten Chinas verhaftete die Polizei Personen.

Chinesische Gesundheitsbehörden meldeten zudem fünf weitere Infizierte. Insgesamt sind mittlerweile 33 Patienten bekannt, auf die sich das Vogelgrippe-Virus H7N9 übertragen hat. Neun von ihnen sind bisher gestorben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es dennoch keinen Hinweis auf eine Epidemie, da keine Übertragung von Mensch zu Mensch bekannt sei. Außerdem handele es sich um lokal begrenzte Fälle. Alle Infizierten stammen bisher aus Shanghai oder anderen Regionen im Osten Chinas.

Vierjähriger erholt sich von der Infektion

Nach bisherigem Kenntnisstand haben sich die Betroffenen, von denen viele mit Geflügel gearbeitet haben, bei Vögeln angesteckt. Das Virus war zuvor nur bei Tieren bekannt. Durch Veränderungen im Erbgut hat es sich vermutlich an den Menschen angepasst. Die Betroffenen entwickeln eine schwere Lungenentzündung, der Zustand vieler ist kritisch. Ein vierjähriger Junge aus Shanghai schaffte es allerdings auch, sich von der Infektion zu erholen und das Krankenhaus wieder zu verlassen.

Um das Virus einzudämmen, forderte die WHO massive Tests der Tierpopulationen. Da die Vögel im Gegensatz zum Vogelgrippevirus H5N1 keine Symptome zeigten, seien Massentests notwendig. In Shanghai, Nanjing und Hangzhou wurden die Geflügelmärkte geschlossen, 98.000 Tiere wurden vorsorglich gekeult.

Einige Provinzen Chinas wollen das neue Vogelgrippe-Virus H7N9 außerdem mit einer großangelegten Impfaktion von Vögeln eindämmen. Etwa 90.000 Tauben sollen allein in der ostchinesischen Stadt Hangzhou geimpft werden, schrieben lokale Medien. Da es noch keinen Impfstoff gegen H7N9 gibt, wollen die Behörden auf andere Mittel gegen bereits bekannte Formen von Vogelgrippe zurückgreifen. Ob diese jedoch eine Ausbreitung des Erregers verhindern können, ist unklar. Die nördlichen Provinzen Hebei und Helongjiang kündigten ähnliche Impfprogramme an.

irb/dpa

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1. Richtig so...
schulkind 13.04.2013
...wenns das bei uns gäbe, würden die Medien auch nicht jeden verflixten Sommer über sowas berichten, um ihre Flaute auszubessern.
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