Zahnarzt-Studie Häufiges Röntgen erhöht Risiko für gutartigen Hirntumor

Menschen, die mindestens einmal jährlich beim Zahnarzt geröntgt werden, haben ein dreifach höheres Risiko, an einem gutartigen Hirntumor zu erkranken, ergab eine Studie mit fast 3000 Personen. Harmlos sind diese sogenannten Meningeome nicht, denn sie üben Druck auf das Gehirn aus.  

Röntgenaufnahme von Zähnen: Forscher warnen vor Strahlenbelastung.
Corbis

Röntgenaufnahme von Zähnen: Forscher warnen vor Strahlenbelastung.

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Hoboken - Das Röntgen des Gebisses ist beim Zahnarzt längst Routine. So werden beispielsweise Erkrankungen des Kieferknochens und die Lage von Weisheitszähnen untersucht. Auch bei der Früherkennung von Karies kommen Röntgengeräte zum Einsatz. Jetzt warnen Forscher jedoch vor einem allzu häufigen Einsatz der gesundheitsschädlichen Strahlung.

Dentale Röntgenaufnahmen seien klar mit einem erhöhten Risiko für sogenannte Meningeome verbunden, berichten die Forscher im Fachmagazin "Cancer". Meningeome sind gutartige, aber keinesfalls harmlose Hirntumore. Durch ihr Wachstum drücken sie auf das Gehirn und können Kopfschmerzen, Gedächtnisprobleme und Veränderungen der Persönlichkeit auslösen. Oft bleibt als Therapie nur die operative Entfernung.

Menschen, die einmal oder mehrmals jährlich beim Zahnarzt geröntgt würden, hätten eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit, an einem solchen Meningeom zu erkranken, schreiben Elizabeth Claus von der Yale University und ihre Kollegen. Bei häufig geröntgten Kindern unter zehn Jahren sei das Risiko sogar bis zu fünffach höher. Die Ergebnisse seien wichtig, denn das Röntgen beim Zahnarzt sei eine der häufigsten Quellen der Strahlenbelastung für Menschen in den USA und anderen Industrieländern.

"Unseres Wissens nach ist dies die bisher umfangreichste Studie, die den Zusammenhang zwischen dentalen Röntgenaufnahmen und dem Risiko für ein Meningeom untersucht hat", erklärt Claus. Das Ergebnis spreche dafür, dass man zukünftig die Röntgenaufnahmen bei Zahnarztpatienten auf ein absolut notwendiges Mindestmaß beschränken sollte. "Obwohl diese Aufnahmen ein wichtiges Werkzeug der Diagnose bei einigen wenigen sein können, kommt mehr Zurückhaltung den meisten Patienten zugute", sagen die Forscher.

Drei gängige Röntgenverfahren untersucht

Nach Angaben der Wissenschaftler war bereits seit einiger Zeit bekannt, dass Röntgen- oder radioaktive Strahlung Meningeome auslösen kann. Unklar sei aber bisher gewesen, inwieweit gängige Verfahren des Röntgens beim Zahnarzt dazu beitragen. Meningeome entstehen durch eine Entartung von Zellen der Hirnhaut und gelten als häufigste Geschwulsterkrankung im Schädel. Frauen sind von diesen gutartigen Tumoren häufiger betroffen als Männer.

Für ihre Studie hatten die Forscher 1433 Patienten mit einem Meningeom und 1350 gesunde Kontrollpersonen untersucht. Die Patienten hatten zwischen April 2006 und April 2011 ihre Diagnose erhalten und waren zu diesem Zeitpunkt zwischen 20 und 79 Jahre alt. Alle Studienteilnehmer wurden gefragt, wie häufig von ihnen in der Vergangenheit drei verschiedene Formen von Röntgenaufnahmen beim Zahnarzt gemacht worden waren: sogenannte Mundfilme, bei denen der Patient auf ein Stückchen Film beißt, seitliche Aufnahmen des Kiefers sowie die sogenannten Panorex-Aufnahmen. Bei diesen rotiert die Röntgenkanone einmal um den Kopf und erstellt ein Komplettpanorama des Gebisses.

Teilnehmer, bei denen jährlich oder häufiger eine Mundfilm-Aufnahme gemacht wurde, seien 1,4- bis 1,9-mal häufiger an einem Meningeom erkrankt als selten oder gar nicht geröntgte, berichten die Forscher. Bei den mit einer höheren Strahlenbelastung verbundenen Panorex-Aufnahmen sei das Risiko sogar drei- bis fünfmal höher. Eine ähnliche Tendenz, wenngleich nicht statistisch signifikant, habe man für die seitlichen Aufnahmen gefunden.



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